deinen lieben Brief vom 8.11. habe ich bekommen. Es ist immer eine Freude, von dir zu hören, dass Gott mit dir ist und dich in seiner eigenen Arbeit stärkt. Br. Th. Plum hat geschrieben, dass er einmal hierher kommen will, nachdem ich nicht nach Kopenhagen kommen kann. Ich habe jetzt gerade geschrieben, dass er gleich oder im Frühjahr kommen kann. Gleichzeitig habe ich ihm gesagt, dass ich nur ein Staubkorn bin, das es nicht wert ist, von so weit her besucht zu werden, aber dass wir nicht uns selbst gehören. Wenn er also wünscht zu kommen, dann möge er im Namen des Herrn Zebaoth kommen. Ich verstehe, dass du der Diplomat bist, der sie hierher schickt; aber vielleicht kann auch das nützlich sein. Bis zu diesem Augenblick habe ich in Stille gelebt, vielleicht hat Gott dadurch eine Arbeit in seinem Dienst für mich bereit. Des Herrn Wille geschehe. Meine innigste Herzenslust wäre, ganz und ungeteilt in seinem Dienst arbeiten zu dürfen. Br. Gerrard hat mir einen langen Brief geschickt, wovon er dir eine Kopie geschickt hat, sagte er. In diesem betont er sehr, wie wichtig es ist, eine Zeitschrift zu gründen. Er ist voller Zuversicht. Ich glaube, dass Gerrard ein tüchtiger Herausgeber werden wird. Er ist gewissermaßen wie zuvor bereitet für diese Aufgabe. Ob Gott mich bei diesem Vorhaben dabei haben will, kann man noch nicht sagen – alles ist zu unfertig, um das beantworten zu können. Br. Gerrard ist indessen bereit und er wartet nur auf höheren Befehl, um anzufangen. Es schwelt zuerst, bevor es anfängt zu brennen. Der eine zündet das Feuer an, die vielen halten es am Brennen.
Ich bekam kürzlich einen Brief von Vater, der mir der beste Brief zu sein schien, den er je in seinem Leben geschrieben hat. Er enthielt Wahrheiten von einer enormen Tiefe. Ich nehme an, dass du gehört hast, dass Br. Mathæus Pedersen aus Marviken in Marviken am Kai ins Wasser gefallen und ertrunken ist. Er besuchte mich diesen Sommer, hatte die Gabe der Zungenrede und war von Herzen froh. Plum erzählt, dass du ihm geschrieben hast. Was die Bilder betrifft, so weißt du, dass Norwegen ein armes Land ist, wo jeder Schilling nur für das Allernotwendigste ausgegeben werden kann. Und da das ein Gegenstand ist, der jahraus, jahrein an der Wand hängt, glaube ich, dass solche Dinge auf die Dauer nicht laufen würden. Daran sollte man denken, wenn man dennoch Handel treiben wollte. Br. Plum betreibt ja ein Missionshotel, meine ich, von dir gehört zu haben. Vielleicht könnte so etwas gehen; aber das würde uns ebenso stark in Anspruch nehmen, wie es jetzt bei uns der Fall ist. Die Dinge müssen mehr reifen und nichts darf in Gang gesetzt werden, ohne dass Gottes guter und wohlgefälliger Wille eingeholt ist.
Ich betreibe jetzt zuhause im hinteren Teil des Anwesens, wo ich ein kleines Zimmer für Versammlungen habe, eine Schule. Hier haben wir jede Woche zweimal Norwegisch und einmal Deutsch. In Norwegisch habe ich fünf Schüler und in Deutsch vier. Ich lese deutsche Grammatik, um den Vorsprung zu wahren. In den Versammlungen haben wir es gut. Ich glaube, sie wachsen.
Herzliche Grüße von uns allen hier. Dein Bruder
JohanSpr. 19, 14 und Spr. 31, 10 bis ans Ende des Kapitels. (Präge das tief in dein Herz ein.)
