euren lieben Brief vom 20. des Monats erhielt ich heute Morgen. Dafür bedanken wir uns sehr.
Dies ist nun der dritte Brief, zu dem ich mich hinsetze, um an euch zu schreiben. Die beiden anderen habe ich nicht abgeschickt. Sie dienten vielleicht hauptsächlich der eigenen Übung, denn das, was ich klarmachen wollte, kam nicht so deutlich hervor, wie ich wünschte. Es ist auch ein inhaltsreiches Thema, was wahrscheinlich leichter zu verstehen als zu erklären ist. Gott hat in der letzten Zeit auf diesem Gebiet mit mir gearbeitet und durch seinen gnädigen Beistand will ich versuchen, diese kostbaren Wahrheiten niederzuschreiben:
Es gibt 3 Arten von Samen:
Der Mensch ist das Produkt von diesen 3 Sorten Samen. Gottes Wort lautete: Der Same der Frau wird der Schlange den Kopf zertreten. Diese Worte von Gott waren der unvergängliche Same, der Fleisch wurde (der Same der Frau) und unter uns wohnte; denn das Wort ward Fleisch. Aber das Wort beinhaltete mehr, als Fleisch zu werden. Es war der Same der Frau, der der Schlange den Kopf zertreten sollte. Gott hatte den Teufel ja vom Himmel hinabgestürzt. Gott hatte also keinen Kampf mit dem Teufel. Daher war es nicht Gott, der der Schlange den Kopf zertreten sollte, sondern der Same der Frau, der Mensch, sollte das tun. Als er, dem die Verheißung galt, kam, sagte er über sich selbst in Hebr. 10, 7: Siehe, ich komme – in der Buchrolle steht von mir geschrieben –, um deinen Willen, o Gott, zu tun! Das Wort, das Gott sprach: Der Same der Frau soll der Schlange den Kopf zertreten, hatte nun Fleisch angezogen und seine Speise war, den Willen Gottes zu tun. Doch der Wille Gottes war, dass der Same der Frau der Schlange den Kopf zertreten sollte. Der Mensch, als Same der Frau, sollte durch die Worte, die Gott geredet hatte, siegen. Daher opferte Christus sich selbst in der Kraft eines ewigen Geistes, indem er gehorsam war bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz. Er litt den Tod nach dem Fleisch, wurde aber lebendig gemacht nach dem Geist. Der Same der Frau stand da als ein triumphierender Sieger über den Kopf der Schlange. Und als solcher ist der Same der Frau – des Menschen Sohn – der Repräsentant und Hohepriester der Menschheit beim Vater.
Nun ist jeder, der durch den Leib Christi dem Gesetz gestorben ist, in dem Mittler eingeschlossen und ist eins mit ihm geworden. Diese Worte: Der Same der Frau wird der Schlange den Kopf zertreten, sollen nun durch uns erfüllt werden. Darum heißt es Mal für Mal: Wenn „ihr“ auf meine Gebote achten würdet usw. Wenn „ihr“ durch den Geist usw. Dieses „ihr“ ist der Same der Frau, der der Schlange den Kopf zertreten soll. Christus zu leben ist dasselbe, wie der Schlange den Kopf zu zertreten. Christus zu leben, ist dasselbe, wie über Fürstentümer und Mächte zu siegen. In Christi Tod war alles Fleisch als untauglich im Dienst für Gott gerichtet. Daher zeugt das Gesetz auf den fleischernen Tafeln des Herzens davon, dass selbst die besten Werke des Menschen wie ein beschmutztes Kleid sind. Darum können wir von Christus aus – in seinem Licht – urteilen: Ist einer für alle gestorben, so sind sie alle gestorben. Denn das Gesetz auf den fleischernen Tafeln des Herzens zeugt in jedem einzelnen Menschen davon, dass der Mensch unmöglich ist.
Von diesen Dingen könnte viel gesagt werden, aber weil das eine in das andere greift, während es noch zu früh ist, darüber zu schreiben oder zu sprechen, kommen wir zu dem Resultat, dass wir stückweise verstehen und stückweise weissagen. Doch die Dinge – über die wir reden – sind kein Stückwerk sondern ein vollkommenes Ganzes.
Mein Herzenswunsch war, dass ihr mit Hilfe dieser unvollkommenen Federstriche einen Einblick hinter die Worte erhalten und das Vollkommenere ergreifen könntet.
Herzliche Grüße von eurem im Gericht, im Tod und in der Lebendigmachung – im Mittler verbleibenden Bruder und Sohn nach dem Fleisch.
Johan