Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Brief an Aksel Smith, 13. September 1907

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 13. September 1907
Lieber Bruder,

vielen Dank für das Bild und die Karte, die ich heute erhalten habe. Um gerade zu pflügen, muss man gerade vorwärtsschauen. Um gerade auf dem schmalen Weg zu gehen, muss man gerade vorwärtsschauen. Um in Christus gerade vorwärtszugehen, muss man gerade vorwärts und durch das Fleisch schauen. Man muss durch Zunichtemachung und fest beschlossenes Strafgericht hindurchschauen. Jes. 10, 23. Und weil unser Anker hinter den Vorhang (das ist sein Fleisch) geworfen ist, sehen wir den Weg klar vor uns. Den Weg wissen wir. Das Volk des Herrn ist ein unerschrockenes Volk, seine Stärke ist die Stärke des Herrn. Keiner drängt den anderen, sondern jeder geht auf seinem eigenen Weg; sie ersteigen die Mauern und laufen den Schilden entgegen. Alles vor ihnen wird verzehrt und hinter ihnen sind Tod und Zunichtemachung.

So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch. Wenn daher einer mit einem glänzenden Kleid und einem Ring am Finger in die Versammlung kommt, dann bieten wir ihm keinen Ehrenplatz an; denn in Christus Jesus gilt nur eine neue Kreatur. Die Höhen sollen erniedrigt und die Täler erhöht werden, denn der Weg ist gebahnt und gerade. Unsere Waffen sind nicht fleischlich, sondern geistlich, mächtig vor Gott, zu zerstören Befestigungen und hohe Anschläge, die sich wider die Erkenntnis Gottes erheben. Selbst wenn wir in der Rede ungelehrt sein sollten, so sind wir dies doch nicht in der Erkenntnis.

Kampf wird im Geist durch den Geist aufgenommen von denen, die den Geist haben. Ehre die Weisheit und die Weisheit wird dich ehren. Sie wird bewirken, dass du dich auf die Worte der Weisen und ihre Rätsel verstehst. Die Weisheit trägt in sich: den Geist der Weisheit und des Verstandes, den Geist des Rates und der Stärke und den Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn, Jes. 11, 2; denn Christus ist Gottes Weisheit. Alle diese Eigenschaften des Geistes müssen in Beziehung zu uns gesehen werden, die wir uns unter der Arbeit Gottes in dem Mittler befinden.

Verwunderlich sind die Wege des Herrn auch hier in Horten. Gott hat mich in der letzten Zeit Dinge gelehrt, die ich nie zuvor geahnt habe, nämlich „vorauszusagen“. Mehrere Male habe ich Ellefsen Dinge vorhergesagt, die zu seiner großen Verwunderung haargenau in Erfüllung gingen. Ein Mädchen hatte vor, von hier wegzuziehen, und es wurde beschlossen, ein Fest zu machen – ohne uns zu Rate zu ziehen. Neulich war dann das Fest. Ich sagte zu Ellefsen, dass es verkehrt sei, so zu feiern. Das Fest kam und wir saßen alle zusammen da und sahen einander an, kalt und tot. Gott legte das Schicksal des ganzen Festes in meine Hand, sodass ich es kalt und tot werden lassen konnte oder erbaulich; denn das ganze Fundament des Festes war wurmstichig. Es ging auch ein großer Teil des Abends tot dahin. Doch dann betete ich zu Gott und sagte, dass dies in Unwissenheit zustande gekommen war, und bat ihn, es dennoch zu segnen; und sofort kamen Geist und Leben und Wärme über das Fest und über uns.

Ein Bruder aus den Methodisten, der viel unter uns gearbeitet hat, wollte außerhalb eine Versammlung abhalten. Ich begleitete Ellefsen dorthin und hielt ihm vor, dass es verkehrt ist, in Versammlungen zu gehen, wo die Freiheit nicht ganz und uneingeschränkt herrschen konnte. Er seinerseits machte mir starke Vorwürfe, zu isoliert und zu genau zu sein. Er ging in die Versammlung und ich heim. An demselben Abend war Firing in der Versammlung und während der Versammlung entstand Kampf, sodass Kristoffersen in Zungen redete und gegen Firing auslegte, und es entstand ein regelrechter Schrecken auf der ganzen Linie. Der Bruder aus den Methodisten unterstützte Firing und die Frauen liefen heim und reden immer noch darüber, wie verkehrt alles war und ist. Diese Widersacher hatte ich schon lange gekannt, aber sie wagten es nie, hervorzutreten und einen ehrlichen Kampf aufzunehmen. Aber jetzt, als Kristoffersen und Ellefsen alleine waren, sollten sie das alles abbekommen. Sowohl Kr. als auch Ellefsen hatten schon lange gefunden, dass ich zu hart und zu radikal wäre. Aber jetzt, als der Feind auf ihren eigenen Nacken losgelassen wurde, lernten sie, ein wenig von der Mühe und dem Kampf zu verstehen, die ich gehabt hatte, um diese Menschen in Schach zu halten, damit sie (Kr. und Ellefsen) keinen Kampf verspüren sollten. Aber da sie dies nicht verstanden, ließ Gott zu, dass diese Kräfte auf sie losstürmten, und sie erkennen nun mehr als vorher, welchen Dienst Gott mir in Christus Jesus um ihretwillen gegeben hat. Kr. sagte am gleichen Abend: Nun verstehe ich Smith besser als vorher; er ist hart gewesen, aber jetzt verstehe ich, warum. Gott zeigte mir an jenem Abend im Geist, dass ich mich von der Versammlung fernhalten sollte, und wäre die Versammlung wie eine gewöhnliche Versammlung abgelaufen, wäre ich beschämt worden. Aber Gott machte mich von jenem Abend an groß in ihren Augen, denn sie kämpften beinahe über Vermögen ohne zu siegen.

Br. Ellefsen und seine Frau wurden von Geschwistern zu Gesellschaften eingeladen und das häufte sich ziemlich ein ums andere Mal. Nun sollten sie Montag wieder los und ich seufzte in meinem Geist zu Gott, dass er alles zusammen durcheinanderbringen möge. Bereits am Sonntagabend wurde Frau Ellefsen krank und musste das Bett hüten und ist die ganze Woche krank gewesen. Und sie hat selbst das Verständnis, dass das eine Warnung vor den Gesellschaften war.

Daher sind Gottes Wege verwunderliche Wege. In der letzten Versammlung erzählte ich den Geschwistern, dass Gott mir den Geist der Offenbarung, ihn zu erkennen, von der ersten Stunde an im Jahr 1900, als ich den Geist empfing gegeben hatte, und dass es notwendig war, dies zu sagen, damit das Vertrauen gestärkt würde, denn auch Paulus sagt: Wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte. Um ihretwillen musste er also sich selbst als Diener verkündigen. Ich sagte gleichzeitig, dass ich dies nicht sagte, um mich zu rühmen. Wenn aber jemand wünschte, es als Ruhm aufzufassen, so sei ich vor Gott und dem Angesicht aller Menschen offenbar, sodass sie es auffassen konnten, wie sie wünschten.

Trachten wir danach, nur Gottes Ehre in allen Dingen zu suchen, dann bekommen wir ganz einfach alles, wie wir es haben wollen. Gott hat mich nun so im Glauben gestärkt. – Gott lässt mir nicht zu, mehr zu sagen; denn es gibt Dinge, die offenbar werden sollen, und es gibt Dinge, die verborgen werden sollen. Doch dies erlaubt Gott mir zu sagen, dass ich über alle Maßen froh und im Glauben gestärkt bin, zu Ehre und Lob seines Namens.

Mein Wunsch für euch alle ist Joh. 17, 17. Ermahnung an die Jugendlichen in Christus 1. Thess. 4, 3-6 (neue Übersetzung). An die Reiselustigen 1. Thess. 4, 11 und 12. An die leichtfertigen Schwätzer Spr. 17, 27. An die Reichen in der Welt Spr. 18, 11. An dich zu beachten Jes. 26, 10.

Grüße alle zuhause, Helga und die Geschwister, falls sie erreichbar sind und soweit sie im Eifer der Wahrheit erreichbar sind, während in demselben Leib das Fleisch verzehrt wird und der Geist lebendig gemacht wird – im Mittler durch Christi Geist vom Vater.

Dein Bruder

Johan