Helgas Brief habe ich heute bekommen, vielen Dank dafür. Wir entnehmen daraus, dass ihr wieder zurück im Alltag seid. Es war eine Freude, euch zu sehen und mit euch zu reden.
Gestern Abend hatten wir eine sehr gute Versammlung, eine Schwester war für ca. zwei Stunden von sich selbst entrückt. Wir kamen erst nachts um 0.30 Uhr aus dem Saal, als sie Gott dankte, der alle ihre Bande gelöst hatte. Kaufmann Halvorsen betete inständig darum, dass Gott ihn erforschen und von allem lösen möge. Ja, es war eine selten gute Versammlung. Gott gab mir, darüber zu reden, dass die feine Leinwand aus den Tugenden der Heiligen besteht, was Gott mir vor der Versammlung klar gemacht hatte. Offb. 19, 7 und 8.
Was ist dann die feine Leinwand, mit der sich die Braut antun soll? Das sind ihre Tugenden.
Es gibt im Grunde drei Arten von Verlorengehen und 3 Arten von Erlösung innerhalb des Verlorengehens und der Erlösung.
Der Verlorene geht mit seinem Leib verloren 1); er nimmt seine bösen Werke (schmutzige Kleider) mit 2); und er kann keine Nahrung für seinen Leib der Sünde bekommen. (Der reiche Mann) 3).
Der Erlöste wird mit seinem Leib erlöst 1); seine guten Werke, Tugenden, sind seine feine Leinwand 2); und er wird im Schauen von Christi Angesicht gesättigt. 3).
Jedes Leben braucht Kleidung und Nahrung für seinen Leib.
Wir haben früher davon geredet, dass alle Sünde, die ein Mensch begeht, außerhalb seines Leibes ist; aber sie ist durch den Leib ausgeführt worden. Dies legt sich von außen auf den Leib wie ein schmutziges Kleid.
Nun ist aber auch alles Gute, das ein Mensch tut, außerhalb des Leibes. Aber auch dies ist durch den Leib ausgeführt worden. Daher sind diese Tugenden die köstlichen und glänzenden Kleider der Heiligen.
Dies sollte uns zu guten Werken ermuntern und anspornen, damit wir bekleidet und nicht nackt erfunden werden. Wir spinnen und nähen hier in dieser Zeit unsere Kleidung für die Ewigkeit. Wenn wir schöne Kleider haben wollen, so wissen wir jetzt die Art und Weise, wie wir sie erarbeiten.
Wir sprachen davon, dass Gnade für den Verbrecher und nicht für den Gerechten sei. Um dies zu verstehen, können wir ein Beispiel anführen:
Stellen wir uns vor, dass Christi Leib, in dem die ganze Fülle Gottes wohnt, meinen Leib bedecken würde, in dem noch der Sündenleib wohnt. Den Teil des Leibes Christi, der meinen Sündenleib bedecken würde, nennen wir Gnade – sagen wir 97% – während die restlichen 3%, die in den Tod hingegeben sind (Wasser und Blut) eins sind mit dem Leib Christi (gerechtgemacht).
Ein Beispiel passt nur für eine Sache – nicht für alles.
Ein Bruder sagte neulich, dass ein Zweig an der Nordseite eines Baumes weniger Frucht bringt als ein Zweig an der Südseite. Aber der Zweig auf der Nordseite müsse dort sein und habe selbst keine Schuld daran, dass er auf der Nordseite wachse. Es war nicht einfach, etwas darüber zu sagen. Aber ich sagte zu ihm, dass es an Christus keine Nordseite gibt, da er ja selbst das Licht, die Sonne, ist, worin wir wandeln müssen. Vielleicht könnte das mit den Pfunden besser hierher passen, denn derjenige, der 10 Pfunde hatte, konnte weitere 10 dazugewinnen. Aber derjenige, der nur 1 Pfund hatte, konnte nur 1 Pfund dazugewinnen.
Dann sprachen wir über Phil. 3, dass wir ihn erkennen sollen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, damit wir seinem Tod ähnlich werden. Lies dies in der deutschen Bibel: „Seines Todes Gestalt annehmend.“ (Deutsch im Original) Doch um diese Gestalt annehmen zu können, musste er zuerst Phil. 2, 7: „Indem er Knechtsgestalt annahm.“ (Deutsch im Original) Denn einen der Herren dieser Welt überantwortet man kaum zum Tod.
Nun ist Ellefsen hier, er hat jetzt Helgas Brief gelesen. Ich soll herzlich von ihm grüßen.
Herzliche Grüße von uns allen hier: Pauline, Christian, Johanne und mir.
Euer Johan