ich bin nun in Fredrikstad in sechs Versammlungen gewesen. Ich kam am Samstag Nachmittag dorthin und fuhr am Dienstag Mittag wieder ab. Zwei Brüder und eine Schwester aus Kristiania waren dort zu großem Segen – ebenso eine schwedische Frau. Diese lieben Geschwister legten große Unbekümmertheit an den Tag, sie redeten in Zungen und legten aus, wo sie hinkamen. Am Sonntag Abend hatten wir eine herrliche Versammlung im „Elim“, einem Saal, den der Großhändler Alf Chr. Nielsen für ein Jahr für die Geschwister gemietet hat. Die Versammlung ging bis weit in die Nacht hinein, vier Personen waren in Verzückung – drei Frauen und ein Mann. Zwei von ihnen hatten dasselbe erlebt, nämlich dass der Mittelgang im Saal voller Engel war und dass Jesus bei einer Frau, die in Sünde gefallen war, stand und mit ihr redete. In Fredrikstad haben mehrere gut angefangen, aber es braucht geistliche Wegleitung und einen oder mehrere, die sich der zarten Lämmer annehmen können. Denn dort ist es voll von alten Schriftgelehrten, ungläubigen Menschen, die mehr Schaden anrichten, als sie ahnen. In Fredrikstad ist Hilfe von außen nötig, denn ich habe niemanden getroffen, der so reif wäre, dass er die volle Verantwortung dafür übernehmen könnte, dass alles ordentlich zugeht, und der die Lämmer beschützen könnte. Der Vater von Berg war verantwortlich für das Annoncieren von Versammlungen, das Heizen des Saals usw., er ist auf diese Weise zu großem Nutzen. Ebenso wacht er eifrig darüber, dass niemand die Leitung an sich reißt, sondern dass Freiheit ist, und das ist ja alles gut. Die zwei Kristianiabrüder fahren heute nach Hause. Der Großhändler Nielsen bat mich, acht Tage zu bleiben, aber acht Tage im Hotel zu wohnen ist etwas lang. Daher musste ich abreisen, obwohl es bestimmt gut gewesen wäre, dort zu sein.
Wenn diese Geldleute, die so viel für die Sache Gottes opfern – wie es heißt – verstehen würden, ihr Geld in die richtigen Vorhaben zu investieren, würden ihre Mittel doppelt so gesegnet wirken, als es meistens der Fall ist. Aber Mangel an Weisheit von Gott macht, dass ihr Opfer nicht die Ausbeute bringt, die es sollte. Als ich nach Hause kam, lag hier ein Brief von Th. Plum, Kopenhagen. Er forderte mich auf, nach Kopenhagen zu kommen, damit wir uns zusammen mit einigen Geschwistern in die Schrift vertiefen könnten, sodass Gott uns etwas von seinen Schätzen der Weisheit und der Erkenntnis offenbaren könnte. Ich habe mich sofort für die Einladung bedankt und darüber informiert, dass ich sie nicht annehmen könne, weil mein Urlaub nur innerhalb des Landes gilt – und nur bis zum 12. des Monats. Es kann schon sein, dass Gott mich mit der Zeit in seine Arbeit aussenden möchte; denn mein Sinn ist früh und spät mit seinen Wahrheiten beschäftigt. Gottes Geist war in Fredrikstad mächtig über mir und dort war es so leicht zu reden, denn die Leute hörten aufmerksam zu. Ja, ich stehe Gott zur Verfügung, wenn er mich dazu ruft. Aber gleichwie Gott vor seinem Freund Abraham nichts verheimlichte, so hat er bis zum heutigen Tag auch vor mir nichts verborgen. Er hat mir vollkommen Klarheit darüber gegeben, wie ich vorgehen soll. Warum er das tut, weiß ich nicht, aber eine Sache weiß ich, dass Christus mein vertrauter Freund ist, der mir alles, was ich wünsche, durch seinen Heiligen Geist offenbart. Halleluja, Gott ist gut, sein Name hat Segen in sich, wo er Eingang findet.
Es wird interessant sein, sich mündlich zu unterhalten.
Grüße Helga und sei selbst auf das Beste gegrüßt im Mittler Christus Jesus.
Dein JohanDer Großhändler Nielsen (31 Jahre) war ein geradliniger Mann. Er hatte den Saal für ein ganzes Jahr gemietet, aber er hatte sich mit einem jungen Mädchen verlobt, sicher ohne näher über 1. Thess. 4, 4 und 5 nachgedacht zu haben; denn sie hatte anscheinend am meisten Lust, ihn in die Welt hinauszuziehen.
