am Telefon konnte man dich schlecht hören. Ich verstand zwar den Hauptinhalt, konnte aber nicht alles mitbekommen. Danke für deinen lieben Brief, in dem du mich bittest, nach Kopenhagen zu reisen. Ich danke dir sehr für das erwiesene Vertrauen, das mir im Geist sehr wohltut; aber ich darf nicht außer Landes reisen. Mein Urlaub ist eingeschränkt, denn ich muss einen Tag in der Woche mein Schiff kontrollieren und einen Bericht abgeben. Abgesehen davon gibt es hier andere und wichtigere Punkte, die von Bedeutung sind. Es war die Rede davon, eine Schule (Prophetenschule) zu gründen, eine der guten alten. Es ist eine ungeheuer schwierige Sache, Schüler für so eine Schule zu finden. Denn die Schüler müssen geistlich sein, denn Gott ist ein Geist und die Erkenntnis Gottes kann nur im Geist empfangen werden. Jesus sagt: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt. Die Schüler für eine solche Schule müssten von einer sehr geistlichen Person ausgewählt werden. Außerdem sind die Lehrinhalte in Christus von solcher Art, dass vielleicht diejenigen, die das Geld in ihrer Hand haben, zuerst niedergebrochen werden müssten. Es gibt einen brennenden Eifer, der nicht von Gott ist, sondern für Gott: Petrus hieb das Ohr des Knechtes ab; die Jünger baten, dass Feuer vom Himmel fallen und die verzehren sollte, die Jesus nicht aufnahmen. Ebenso können sie auch in dieser ersten Begeisterung eine Schule usw. aufmachen. Doch eine im Geist geführte Schule zu eröffnen, ist eine sehr schwierige Angelegenheit, denn es muss zuerst abgebrochen werden, bevor aufgebaut werden kann. Diese Brüder, die vorhaben, dies anzufangen, meinen es gewiss gut und sind sicher sehr eifrig, jedoch kaum mit Einsicht. Meines Herzens Wunsch ist zwar, in Christus zu arbeiten, aber dazu bedarf es eines soliden Fundaments. Wenn ich nach Dänemark reisen und dort viel Unverstand vorfinden würde und ihnen dies zu verstehen gäbe, ob sie dies dann wohl ertragen würden? Mein Dienst in Christus ist so beschaffen, dass ich fürchte, nicht so von ihnen erfunden zu werden, wie sie es wünschen. Denn vor allem muss der Leib der Sünde zunichtegemacht werden, doch in diesem Dienst wird wohl kaum jemand bezahlt. Jedenfalls musste Paulus sowohl arbeiten als auch verkündigen.
Halten sie an dem Entschluss fest, eine Schule zu gründen, dann wird Gott, wenn er die Triebfeder in dieser Sache ist und er mich dort haben will, in ihren Herzen wirken, dass sie an dich schreiben und nach meiner Adresse fragen und dass sie sich dann mit mir in Verbindung setzen oder auch dass sich einer von ihnen zu mir auf den Weg macht. Doch keinesfalls werde ich dort hinziehen, ohne sie zuerst gründlich darin unterwiesen zu haben, was es bedeutet, eine geistliche Schule zu eröffnen. Denn etwas anzufangen, das nach kurzer Zeit wieder zerbricht, ist nicht auf Gottes Weisheit gegründet, sondern vielleicht im Eifer für Gott ohne Einsicht. Gott möchte seine Diener nicht beschämen, deshalb gibt er uns Verstand, dem zu entgehen, was zerbrechen wird. König Haakon wollte eine Volksabstimmung haben, bevor er die Wahl zum König annahm. Er wollte eine Basis unter seinen Füßen haben, sodass, falls er später fallen sollte (abgesetzt würde), sein Fall eine Schande für das Volk und nicht für ihn wäre.
So auch in dieser Sache. Helga kann bei Ellefsen wohnen, er hat es ihr sofort angeboten, als ich davon sprach, dass sie dich nach Horten begleiten würde. Wie du weißt, haben wir nur für eine Person Bettzeug und Platz; aber sie ist herzlich willkommen und du natürlich auch. Es wird eine Freude werden, miteinander zu sprechen. Jetzt reise ich für ein paar Tage nach Fredrikstad. Kristoffersen wird Lust haben zu hören, wie es draußen geht. Denn er will gerne im Dienst des Evangeliums hinaus, daher will er so gerne mit dir sprechen.
Herzliche Grüße an Helga und dich von deinem allezeit im Geist hingegebenen Bruder
Johan