Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Brief an Aksel Smith, 9. Juli 1907

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 9. 7. 1907
Lieber Bruder Aksel,

deine zwei Briefkarten habe ich erhalten, vielen Dank dafür. Vater erwähnt in seinem Brief, dass du eine Missionsschule besuchst, oder richtiger gesagt Bibelschule.

Es gilt, sich selbst in der Freiheit zu bewahren, mit der Gott uns freigemacht hat. Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. Es ist ja ganz klar: Wenn man Schüler sein will, dann muss man hören. Wenn der Lehrer jedoch kein Lehrer von Gott ist, dann wird es keine Lehre für den Geist, sondern für das Fleisch. Es gibt nur eine einzige Art und Weise, in den Besitz der Erkenntnis Gottes zu kommen, nämlich, indem man die Erkenntnis Gottes durch den Geist der Offenbarung bekommt. Eph. 1, 17. Gott ist ein Geist und seine Erkenntnis wird im Geist übermittelt, ebenso seine Liebe und alle anderen göttlichen Eigenschaften. Wir haben den Lehrer zur Gerechtigkeit bekommen, den Geist, der uns alles lehren und uns an all das erinnern wird, was Jesus uns gesagt hat. Es gilt, in den Kämpfen des Lebens die Offensive zu behalten.

Ich weiß, dass du im Dienst des Herrn eifrig bist. Behalte daher diesen Eifer bis zum Ende bei, denn der Eifer bewirkt eine völlige Festigung in der Hoffnung. Lass dir niemand zu stark werden und lass keine Delila deine Haare abschneiden, sodass du die Kraft verlierst. Lass das Haar frei und lang wachsen und offenbare nie, worin die Kraft liegt.

Wir sollen uns nicht zu ihnen kehren, sondern sie sollen sich zu uns kehren. Einige der Feinde Israels gingen Josua entgegen und verstellten sich als Reisende, die von weither gekommen wären. Josua ließ sie leben, aber Gott hielt nichts davon, denn er hatte gesagt: Wenn ihr aber eure Feinde in dem Land, in das ihr kommt, verschont und ihr sie nicht ausrottet, so sollen sie euch zu Stacheln in euren Seiten werden. Josua hatte geschworen, sie leben zu lassen; daher musste er sie zu Knechten, zu Wasserträgern, machen.

So auch mit uns; wir haben kein Recht, alles Mögliche zu akzeptieren. Sondern wir haben das Recht, das, was wir haben, rein zu bewahren und von allem Unreinen, selbst wenn es vom Kirchenminister persönlich kommt, großen Abstand zu halten.

Wir sind Diener des Neuen Bundes und im Neuen Bund geht es nicht weniger streng zu als im Alten. Der Leib der Sünde soll ausgerottet werden – nicht verschont. Weder bei mir selbst noch bei anderen; denn Christus ist nicht ein Diener der Sünde, sondern deren Zunichtemacher, sowohl der Wurzel als auch der Frucht.

Jetzt haben wir unentgeltlich zwei große Räume bekommen und wir haben Bänke von der Heilsarmee ausgeliehen, alles unentgeltlich. In letzter Zeit hatten wir ein paar gute Versammlungen. Wir erwarten Vater hier am 11. oder 12. diesen Monat. Das wird schön werden. Selma ist in Fredrikstad. Sie kommt auf dem Rückweg hier vorbei.

„Ich sende Missionsschüler Fritz Wenger einen Herzlichen Grüss zurück.“ (Deutsch im Original) Es freute mich, dass du die geistlichen Gnadengaben dort unten benutzt hast. Sei mannhaft und sei stark und niemandem soll es gelingen, einen Schatten über deine Freiheit zu werfen. Worum ich bete, ist, dass du in der Freiheit, mit der Christus dich befreit hat, beharrst, denn ich weiß aus Erfahrung, dass es sehr nahe liegt, gebunden zu werden.

Herzliche Grüße von deinem allezeit hingegebenen Bruder

Johan

Schreibe bald.