vielen Dank für deinen letzten Brief. Es geht uns hier – Gott sei gelobt – sehr gut. Letzten Sonntag und am Bußund Bettag hatten wir Versammlung im „Bethel“, das wir für 4 Kr. pro Nutzung mieten und das jedesmal brechend voll mit Menschen ist. Für die Saalmiete nahmen wir beim ersten Mal eine Kollekte auf und erhielten 10,63 Kr., so hatten wir letztes Mal noch genug Geld für die Miete und nahmen dann keine Kollekte auf. Hier gibt es eine ganze Reihe „Nikodemusse“, die uns schätzen, doch nur heimlich aus Furcht um ihren guten Namen und Ruf. Am Bußund Bettag sind zwei aufgestanden und verkündigten falsche Freiheit. Aber da es vermutlich nicht so viele verstanden, konnten wir um der Menge willen nichts darauf erwidern. Am Sonntag tauchte eine ganze Schar von ihnen auf, aber Gott gab uns die Oberhand, sodass nicht ein Einziger von ihnen etwas sagte – obwohl wir über falsche Freiheit redeten und vor ihr warnten. Merkwürdig, man muss es so machen wie der Prophet, der mit der einen Hand an der Mauer arbeitete und mit der anderen das Schwert schwang. Es war das Beste, was wir tun konnten, dass wir einen Saal gemietet haben. Nun kann uns nämlich niemand die Leitung wegnehmen. Wir hätten gut den größten Saal in der Stadt mieten können, denn an Geld fehlt es nicht. Am Sonntag standen die Leute bis hinaus auf die Straße und sie kamen und gingen.
Bruder Abrahamsen war im Winter in Sarpsborg; dort redete er in Zungen. Später stand eine Dame aus Lappland auf und sagte, dass er in lappischer Sprache gesagt habe: „Räumt alle Hindernisse aus dem Weg, Jesus kommt bald.“ Diese Dame reiste umher und hielt Vorträge. Br. Berg war am Bußund Bettag und Sonntag in Fredrikstad, wo er auf einem Fest prophetisch geredet hat. Ein anderer hat in Zungen geredet; doch die Leiter hielten nichts davon und fingen an zu singen. Berg redete dann auch gegen die Leiter prophetisch. Wenn ihr in Kristiansand einen Saal mieten würdet, bin ich sicher, dass ihr bessere Versammlungen bekommen würdet, und die Miete würde durch die Kollekte abgedeckt. Ellefsen ist Kassierer bei uns. Merkwürdig, wie stark die Luft manchmal vom Geist des Widerstands und von Unglauben usw. geladen sein kann. Es ist beinahe unmöglich, die geistlichen Gnadengaben zur Erbauung zu benutzen, bevor nicht der Geist des Unglaubens entmachtet worden ist. Gott hat mir vollkommen Macht über den Geist des Unglaubens und den Geist des Widerstands gegeben, sodass er untertan und machtlos ist, wenn ihm geboten wird, unwirksam zu sein oder auch zu verschwinden. Von solchen Augenblicken an wird Gottes Geist stärker wirksam als sonst und mein Geist freut sich unendlich. Die Menschen, die mit dem Unglauben und dem Spott in Verbindung standen, werden völlig gelähmt und untüchtig und stehen da, als ob sie weder aus noch ein wissen und fangen an zuzuhören und sich zu interessieren. Meine Freude liegt nicht darin, dass die Geister untertan sind, sondern in der Kraft, die sich alles untertänig macht (d. h. alles sich selbst untertan macht und sich selbst unter alle Dinge stellt). Hierin liegt eine doppelte Stärke, die sowohl das Positive als auch das Negative beinhaltet. Denn die Kraft des Geistes bewirkt die Demut unseres Fleisches unter das Fleisch derer, die den Geist nicht haben. Aber der Geist, der uns gegeben ist, ist stärker als der Geist, der in den Kindern des Unglaubens wirksam ist.
Drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein; jeder, der glaubt, hat dieses Zeugnis in sich selbst.
Das Wasser ist dazu da, sich äußerlich abzuwaschen, das Blut reinigt inwendig. Gewaschen am Leib mit reinem Wasser (d. h. Gericht über die Werke des Leibes); denn alle Sünde, die ein Mensch begeht, ist außerhalb des Leibes. Werke des Leibes, die durch den Geist getötet werden sollen, werden mit dem Wasser abgewaschen. Im Geist liegen also die Eigenschaften sowohl des Wassers als auch des Blutes; denn der Herr ist der Geist und er (Jesus) kam mit Wasser und Blut – nicht mit Wasser allein (Sündenvergebung allein), sondern mit Wasser und Blut. Der Geist ist es, der Zeugnis gibt, weil der Geist die Wahrheit ist. 1. Joh. 5, 6. Wir haben also ständig Bedarf für das Wasser zum Abwaschen der Werke des Leibes und für das Blut, um immerdar in den Tod hingegeben zu werden. Der Geist vereinigt sich mit nichts anderem als mit Wasser und Blut und hier hilft kein Feilschen. Dies schließt ganz und gar die falsche Freiheit aus – Freiheit, um zu sündigen. Was sind Werke des Leibes? Das sind die Werke, die ich hasse und die ich verurteile. Sind die Werke des Leibes dasselbe wie zu sündigen – Übertretung des Gesetzes? Nein! Das Gesetz wird aus freiem Willen und immer nach vorausgegangener Versuchung übertreten, aber die Werke des Leibes sind nicht Frucht einer Versuchung. Was vom Fleisch geboren ist, ist Fleisch und kann Gottes Gesetz nicht untertan sein, und was vom Geist geboren ist, ist Geist. Der Leib ist durch die Taufe in den Tod begraben und alle Werke des Leibes werden zur Taufe (dem Wasser) hin reflektiert. Den Leib und den Leib der Sünde können wir durch das Wort unterscheiden, doch praktisch folgt das eine dem anderen und das andere dem einen. Im Leib werden alle Dinge beherbergt, daher sind alle Dinge für den Leib geschaffen. Der Leib gehört dem Herrn. Alle Sünde ist im Leib, eben deshalb ist er tot um der Sünde willen. Unsere irdischen Leiber sind Glieder an Christi irdischem Leib. Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist. Christus wurde für uns zur Sünde gemacht, d. h. um sich selbst mit uns in der Sünde zu vereinen, um von dieser Position aus die Sünde in sich selbst und in uns zu töten. Wir sind mit ihm gekreuzigt. Verflucht ist jedermann, der am Holz hängt. Wir sind also mit ihm verflucht. Aber das, was gekreuzigt und verflucht ist, muss sterben; daher sollen wir mit ihm sterben. Wenn wir jedoch mit ihm sterben, so glauben wir auch, dass wir mit ihm leben werden. Dies ist vielleicht eine verwunderliche Darstellung des Erlösungswerks; aber ich glaube, du verstehst es; denn es ist der eigentliche Lebensnerv in der Erlösung.
Wir tragen ja nicht unseren eigenen Tod an uns, sondern „Christi Tod“. Wenn wir aber immerdar in „Christi Tod“ hingegeben werden, dann muss das, was in den Tod hingegeben wird, nämlich der „Leib“ der Sünde, auch Christus angehören. Hierdurch verstehen wir, dass Christus alles in allen geworden ist. Er kaufte den Acker (die Welt), um die Perle (die neue Kreatur) zu gewinnen. Aber wie wird es nun mit dem, was außerhalb des Leibes ist? Der Leib gehört dem Herrn; aber das außerhalb, nämlich die Sünde? Christus ist nie ein Diener der Sünde gewesen. Doch es war notwendig, dass er unter die Übeltäter gerechnet wurde, damit er sterben konnte. Wäre Christus nicht unter die Übeltäter gerechnet worden, hätten die Juden ihn nicht verurteilen lassen können. Denn Christus lebte nach dem Gesetz und sollte dadurch leben. Um aber in seinen Leib hineinkommen zu können, musste er unter die Übeltäter gerechnet werden. Die Wasser Noahs gingen über die Übertreter und wie die Wasser Noahs soll mir das sein, spricht der Herr.
Ich werde wahrscheinlich am 21. Mai als Rechnungsführer mit der „Sleipner“ auslaufen. Lebe wohl, grüße zuhause. Grüße die Geschwister und sei selbst aufs Herzlichste gegrüßt von deinem Bruder in dem, was zugrunde geht, vielmehr aber in dem, was bleibt,
JohanSchreibe bald!
Lass Vater diesen Brief lesen; denn ich weiß, dass er sich für die Leidensgemeinschaft Christi interessiert.
