für deine sehr lieben Briefe danke ich dir herzlich, ebenso für die Zeitungsausschnitte und das kleine Buch über Zungenrede, das ich dir zurückgeben werde.
Es ist sehr ehrenwert von euch in Kristiansand, dass ihr trotz dem niederprasselnden Hohn und Spott weiter vorangeht – ihr, die ihr noch vor nur wenigen Monaten nach der Weise dieser Welt hoch angesehen wart. Gott möge euch allen reichlich vergelten in dieser Zeit und euch in der zukünftigen Welt ein ewiges Leben geben. Nichts ist so kostbar in Gottes Augen wie brennender Eifer, denn Gott selbst ist ein eifernder Gott.
Die Verteidigung des Methodistenpfarrers war eine Verteidigung seiner selbst und seiner Kirche. So etwas taugt nichts. Kein Wunder, dass er der Verzweiflung nahe ist, wie du sagst. Dagegen war die Verteidigung der „Dienstagsversammlung“ im Versammlungshaus gut. „Konalabris“ war ja geradezu ein Meister; vielleicht ist er Theaterkritiker von Beruf, denn er machte seine Sache gut.
Aber Gott sei Lob und Dank, wir haben ein Reich empfangen, das nicht erschüttert und nicht bewegt wird. Wenn das irdene Gefäß bei einigen erschüttert wird, dann geschieht dies wegen der Sünde im Leib. Aber wir werden einmal einen Leib bekommen, der nicht von der inneren Kraft erschüttert wird.
Mitten zwischen der Stadt und Borre – in Tveten – haben wir oft Versammlungen. Wir waren an vier verschiedenen Stellen dort draußen. Mehrere liebenswerte Geschwister, die Zeugnis ablegen und mit großer Kraft beten, wohnen dort draußen. Die Frau des Lehrers Ulsten und wohl die meisten ihrer Kinder jubeln vor lauter Freude. Ulsten selbst ist noch nicht durchgedrungen, aber er hält zu seiner Frau und leidet sogar Schmach, weil sein Haus in diesem Zustand ist. Schwester Ulsten sah in einer Versammlung bei einem Schuhmacher Mathisen in Tveten am Samstagabend drei Feuerzungen im Zimmer. Ich hatte gerade gebetet, dass Gott seine Feuerzungen senden möge, und augenblicklich sah sie drei Stück – Gott sei Lob für alles. Ein junges Mädchen zwischen 18 und 20 Jahren ist an einem Bein gelähmt und kann kaum laufen. Sie wohnt auch dort draußen, und ich habe viel daran gedacht, Gott zu bitten, dass er sie heilt. Ich erfuhr erst gestern, als wir heimgingen, dass sie gelähmt ist, und seitdem habe ich an sie gedacht. Eine Gabe der Krankenheilung habe ich nicht, aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, ist gewillt, ihr die Gesundheit wiederzuschenken, sodass sein Name auch dadurch verherrlicht werden kann. Indem ich Gott für dich in meinen Gebeten dankte, habe ich ihn auch darum gebeten, dass er dich von der Krankheit heilen möge. Gott erhört Gebete und ob es nun Teufel oder Dämonen sind, müssen sie verschwinden. Gottes Kraft macht uns zu dem, was wir werden sollen, halleluja. Christian sagt oft: „Gab ich hin, sagt Askel.“ (Aksel). Er erinnert sich daran, dass du sangst: Ganz gab ich mein Herz ihm hin; nicht mehr ich, nein er soll leiten, und dann geht’s nach seinem Sinn. Ja, es geht nach seinem Sinn – ganz genau und es geht gut. Der eine Marinematrose hat bereits große Einsicht bekommen, es ist ganz bemerkenswert, ihm zuzuhören. Br. Berg redet prophetisch und er bebt auch gewaltig, sodass die Leute direkt zusammenzucken.
Wenn es nur in geistlichen Spuren geht, dann können sie von mir aus in Zungen reden und beben und prophetisch reden, so viel sie nur Lust haben. Und ich will – durch die Gnade Gottes, die mir zuteil geworden ist – helfen. Doch wenn viele verschiedene Menschen zusammen sind, dann sollte man um ihretwillen maßhalten. Will man für Gott „zu weit gehen“, dann kann man das ja gerne bei anderen Gelegenheiten tun. Doch darf man nur soviel maßhalten, dass der Geist frei wirken kann, während man im Herzen mit Weisheit leitet.
Du hast auch Lust, hinauszugehen und ganz im Herrn zu dienen. Es muss sich zuerst eine Tür auftun. Man kann sich Gott zur Verfügung stellen wie einzelne Freiwillige 1905, dann wird Gott einen Ausweg für seine Reserve schaffen, wenn er es passend findet. Im Übrigen haben wir dort, wo wir sind, alle Hände voll zu tun, während wir warten; wenn wir nur in der Stadt Ephraim bleiben. Joh. 11, 47 ff. Auch 5. Mos. 33, 13-18. Denn dort – außerhalb der Reichweite der Juden – werden wir stark wie der Wildstier.
Br. Kristoffersen, der die Freundlichkeit selbst ist, ist jetzt sowohl im Versammlungshaus als auch in der Gemeindevereinigung ganz verworfen. Ich bin zu hart – vielleicht ist er zu mild. Das Salz ist zu salzig und der Zucker zu süß. Aber wenn wir verworfen werden sollen – ob wir nun mit Salz oder mit Zucker kommen – dann will ich lieber mit der Zufriedenheit außerhalb des Lagers sitzen, dass sie Salz und Zucht bekamen, solange wir innerhalb ihrer Reichweite waren, anstatt ihnen Zucker angeboten zu haben und trotzdem verstoßen zu werden. Sie sitzen jahrein, jahraus, trocken wie tote Zweige und beten um den Geist. Wenn Gott den Geist schickt, dann sagen sie, dass es der Teufel ist, dass es ungesunde Erscheinungen sind, dass es störend wirkt usw. Es gibt dafür kein besseres Mittel, als vor solchen Menschen richtig mit Zungenrede loszudonnern. Denn dann fahren sie alle miteinander zusammen – oder auch einen richtig nassen Wischmopp, um sie alle hinauszutreiben. Meine Rede ist geistlich, nicht materiell, denn es gehört genauso sehr zu unserer Erlösung, den Teufel auf Abstand zu halten, wie von der Weide zu essen. Gott hat mir eine herrliche Mission in den Versammlungen gegeben, die darin besteht, den Widerstandsgeist fernzuhalten. Der Geist kommt über mich, dass ich in Zungen rede und direkt gegen den Widerstand auslege und die Luft wird rein und gut. Wie wunderbar Gott alles macht.
Ja, möge es dir nun richtig gutgehen. Es ist immer ein großer Trost und eine Ermunterung, von dir und den Geschwistern zu hören. Grüße sie alle. Grüße Helga. Grüße alle zuhause.
Das Christentum ist keine äußerliche Bekleidung, sondern Jes. 8, 16; Spr. 3, 13-19; Pred. 8, 1. Nicht so der Gottlose, denn Jes. 3, 9; Hag. 1, 7.
Wir können „Bethel“ – den Saal von „Christi menighed“ (Gemeinde Christi) – für jeweils 4 Kr. mieten. Ich bin dabei, einen Zaun zu setzen, heute Nachmittag habe ich 4 Pfosten eingegraben. Pauline, Christian und der Kleinen geht es gut. Ellefsen ist eifriger als je zuvor.
Ja, nun ist es wohl am besten, ins Bett zu gehen. Sei aufs Herzlichste gegrüßt.
Dein Johan