deine Briefe habe ich erhalten und es war für mich und uns eine große Freude zu hören, wie es dir und euch in Kristiansand geht. Gemeinsamer Kampf in derselben Sache und gemeinsame Schmach für dieselbe Sache stärken den Zusammenhalt und die Bruderschaft. Es war schön, am Telefon deine Stimme wiederzuerkennen. Berglioth kam heute Mittag um 1 Uhr und fuhr um 16:30 Uhr nachmittags nach Fredrikstad und will morgen zurückkommen. Sie bat mich auszurichten, dass sie voraussichtlich diesen Donnerstag oder Freitag wieder zuhause sein wird. Sie hat es schön gehabt bei ihrer Freundin außerhalb von Christiania. Sie musste nach Fredrikstad.
Am Freitagabend hatten wir hier eine kleine Versammlung. Zwei stattliche Matrosen der Marine, verheiratete Männer im Alter von etwa 26 bis 28 Jahren, die vor ungefähr drei Wochen Jesus gefunden hatten, bekamen Gottes Geist und fingen an, in Zungen zu reden. Der eine von ihnen bebte fürchterlich; doch sie jubelten vor Freude und gingen an diesem Abend Arm in Arm nach Hause. Im lutherischen Gemeindeverein war der Geist über denjenigen gekommen, der so gewaltig bebte. Und er fing wieder an zu beben, sodass ein Mann seinen Kopf stützen musste, wofür er dankbar war, denn nach dem ersten Mal hatte er Kopfschmerzen gehabt. Merkwürdig, wie Gott arbeitet. Gott segnet uns auf wunderbare Weise in diesen Gebetsstunden, sodass Leute um Erlaubnis bitten, kommen zu dürfen. Es geschieht fast ständig etwas Außergewöhnliches. Es geht streng geistlich vor sich und die Kraft ist so stark zugegen, dass mir scheint, dass etwas geschehen muss. Der Geist fällt auf den, von dem man es am wenigsten ahnt, und nach so kurzer Zeit, dass man sich nur wundern kann. Sonntagabend waren Br. Ellefsen und ich in „Christi menighed“ (Christi Gemeinde), dort waren recht viele. Sandersen sprach und anschließend war Freiheit. Gott gab mir, in Zungen zu reden und auszulegen und auch zu weissagen. Gottes Geist war kräftig über der Versammlung und sowohl Männer als auch Frauen beteten immer wieder. Man konnte merken, dass viele von ihnen den Geist des Gebets bekommen hatten. Sandersen selbst bat viel inniger als früher. Dort haben sie nichts gegen uns.
Br. Anthony, der Redakteur, kam heute von Dänemark. Er schaute hier ca. ½ Stunde rein, während ich im Büro war. Pauline sprach mit ihm; er wollte an einem der nächsten Sonntage wiederkommen. Er bat uns, im Sommer nach Larvik zu kommen und im Buchenwald spazieren zu gehen usw. Er war sehr besorgt darüber, dass es mitunter manches Ungesunde gab, und wollte wissen, wie es hier war. Pauline erklärte ihm, dass es hier gut sei, dass wir noch gar keine offizielle Versammlung hatten, sondern dass wir einander besuchten und dann gelegentlich eine Versammlung unter uns bei jemand zuhause hätten. Ich weiß nicht, wie es in Christiania und Drammen ist, doch du weißt selbst, wie wir es hier haben, dass alles geziemend vor sich geht und dass sich Gottes Kraft herrlich offenbart. Was mich betrifft, können sie gerne schreien und beben, sodass man es weithin merkt und hört, wenn es nur das Werk des Geistes ist, und das ist ja leicht zu verstehen. Daher gehören diese Dinge für mich zur höchsten Ordnung, selbst wenn alle Welt sagt, dass die Betreffenden voll von süßem Wein seien oder dass sie den Teufel haben und verrückt seien. Wenn jemand so untüchtig für die Nähe des Geistes ist, dann kann der Betreffende weggehen, um vielleicht später zusammen mit der Schar zu heulen und zu beben, die den Höhen und Bergen zurufen werden, dass sie sie verbergen mögen vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt. Klingsaid sagte, dass er gerne in alle Ewigkeit sitzen und beben würde. Ich höre, dass du eine Auseinandersetzung mit N.N.* hattest. Ja, so ein Aufwasch ist ein Großreinemachen in den tiefsten Kammern des Herzens und bringt einen lieblichen Duft von Reinheit mit sich. Feigheit ist der schlimmste Sauerteig, in den man hineingeraten kann. Wahrer Mut gibt wahren Frieden und flößt den Widersachern Respekt ein, sodass es mit uns wird wie mit David, dass Gott uns Ruhe gibt vor allen unseren Feinden um uns her. Sie lassen uns nicht deshalb in Frieden, weil sie Mitleid mit uns haben, sondern weil sie keine Lust haben, den Schwerthieb über ihren Nacken zu bekommen. Ein Friede, der darauf gegründet ist, dass der Feind nichts anderes wagt, als Frieden zu halten, ist lieblich. Solch ein Friede übersteigt allen Verstand. Der Friede, der mit den Helmen des Heils, mit dem Panzer der Gerechtigkeit und mit dem Schwert in der Hand gesichert wird, ist sehr kostbar. Jeder andere Friede ist kein wahrer Friede, denn man ist eine Beute für den Nächstbesten, der einen auffressen will. Es ist grässlich, wie arm an Erkenntnis ein ganzer Haufe dieser Zeitungsschreiber ist. Mein Herz brennt in meinem Inneren, wenn ich eine so riesige Unwissenheit sehe, die sich mitten in all ihrer Dummheit eine wichtige Miene aufsetzt. Mein Eifer verzehrt mich, weil meine Widersacher deine Worte vergessen, sagt David. Und wenn solche Leute als Widersacher auftreten, dann ist es ja ungefähr dasselbe, als ob ein Papierhaufen gegen das Feuer antreten will.
Es wäre schön, mit Antony sprechen zu können. Er war klar und bestimmt, sagte Pauline, und das ist notwendig. Es wird nie etwas aus denen, die umhergehen und von Frieden, Frieden, Stille, Stille, Liebe, Liebe predigen. Ein Kübel kalten Wassers ist das Einzige, was solche zum Aufwachen bringen kann. Ich bin gekommen, um ein Feuer anzuzünden auf Erden, sagt Jesus. Es gibt genügend solche, die mit dem Wasserschlauch umherlaufen und löschen wollen. Lass uns daher doppelt eifrig sein, überall Feuer zu legen, sodass sie straucheln können und verwirrt werden und nichts davon begreifen.
Herzliche Grüße an dich und die zuhause. Dein Bruder
JohanEs wäre unheimlich nützlich, wenn eine der Wahrheit entsprechende Erläuterung der Zungenrede und deren wirklichen Nutzen herausgegeben werden könnte. Ich war ganz einig mit den Auszügen aus deinem Brief in „Gode budskap“ (Gute Botschaft). Möge Gott in dieser Sache Weisheit geben, sodass etwas von dem Missverständnis bei denen, die auf dem Weg angefangen haben, ausgeräumt wird. Mit der Welt kann man nichts anfangen, weshalb es zwecklos ist, ihr etwas von solchen Dingen zu erklären.
* Der Name ist im Original entfernt.
