vielen Dank für deinen lieben Brief, aus dem wir erfahren, dass der Geist angefangen hat, in Kristiansand zu wirken. Das Trachten des Geistes ist Leben und Frieden; nicht aber Frieden mit der Welt und den Priestern der Welt. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern Unfrieden. Wo wir hinkommen, entsteht Unfrieden, denn der Friede in der Sünde und der Schlaf unter den Toten wird gestört, und das kommt ja selbstverständlich vom Beelzebub, sagen sie. Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten. Ein Pfarrer hier am Ort kam zu Sigurd Kristoffersen nach Hause und äußerte sich missbilligend über die Zungenrede und forderte ihn auf, im Gemeindeverein (Jungmännerverein) damit aufzuhören. Kristoffersen sagte, dass er Gott mehr gehorche als den Menschen und dass er vorhabe, damit fortzufahren. Es waren einige Frauen hinausgelaufen und vermutlich waren sie es, vor denen der Pfarrer Angst hatte. Kristoffersen sagte, dass er (der Pfarrer) und die, die ihn geschickt hatten, sich wohl in den Staub beugen müssten. Zum Schluss beteten sie zusammen, der Pfarrer zuerst. Aber als der Geist über Kristoffersen kam und er in Zungen redete, verschwand der Pfarrer mitten im Gebet; vermutlich war es zu heiß, bei einem verzehrenden Feuer zu wohnen. Hieraus können wir verstehen, welche Art Priestertum das ist. Es gibt Priester für die Welt und es gibt Priester für Gott. Oh, dieser Eitelkeitsgeist, der die Leute nur nach dem Fleisch kennt und sich so äußerst wundert und geradezu in Anbetung verfällt, wenn jemand in prächtiger Kleidung und mit einem Ring am Finger hereinkommt. Eine solche Person darf man dann auf keinen Fall vor den Kopf stoßen, weder mit Zungenrede, Weissagung oder dem Wort der Wahrheit in Erkenntnis oder Weisheit. Pfui! was für ein Humbug. Darum kannten wir hernach niemanden mehr nach dem Fleisch, halleluja, das ist recht. Alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Wir sollen entkleidet und nicht überkleidet werden, Christus gleichgestaltet werden in seinem Tod. Wandeln wir im Licht, dann reinigt Christi Blut von aller Sünde. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Reich Gottes kommen, sondern jeder, der den Willen Gottes tut. Der Wille Gottes steht immer im direkten Gegensatz zum Eigenwillen des Menschen – das ist der neue und lebendige Weg durch den Vorhang, das ist sein Fleisch. Denn er sagte immer: Es geschehe nicht mein – sondern dein Wille. Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch das Opfer Christi, ein für allemal. Darum heißt es: Der Wille Gottes ist unsere Heiligung. Wir haben den Eingang durch unser Fleisch (d. h. unsere sündige Natur) hindurch, so wie Christus den Weg durch sich selbst hindurch ging, während er unaufhörlich betete: Es geschehe nicht mein – sondern dein Wille. Hieraus versteht man, dass er einen Willen hatte, der zugrundegehen musste. In dem Sterben dieses Willens liegt das Geheimnis des ganzen Werkes Christi.
Grüße herzlich zuhause. Ich habe mich gefreut, dass Vater so stark vom Geist heimgesucht wurde. Grüße Tallaksen, es freut mich zu hören, dass die Kraft auch ihn ergriffen hat. Grüße auch Br. Aanensen und vergiss nicht John, falls du ihn siehst.
Ich werde – so Gott will – im Mai mit der „Sleipner“ auslaufen. Berglioth ist in Kristiania. Ein Brief von Vater liegt hier und wartet auf sie; wir wissen ihre Adresse nicht. Sie kommt wieder hierher.
Ich hoffe, es geht weiterhin vorwärts in Kristiansand. Wir haben uns hier sehr gefreut, von dir zu hören. Wir haben mit Gebetsversammlungen weitergemacht und die Kraft ist mächtig zugegen. Br. Berg ist nun ruhig, denn er hatte vorletzte Nacht eine Vision – hellwach spürte er, wie ihn die Kraft des Geistes von der linken Schulter quer über den ganzen Körper drückte; er sah seinen eigenen Körper am Schluss wie eine Hülle (irdenes Gefäß). Nun wartet er geduldig und lässt sich von Gott zu einem irdenen Gefäß formen. Ellefsen betet um Weisheit und ist getrost und froh.
Nun will ich schließen.
Herzliche Grüße von deinem allezeit in Christus verbundenen
JohanSonntag, 3. 3
Heute um 16 Uhr haben wir Versammlung bei uns. Willst du die Kraft behalten, dann halte dich rein und arbeite auch unter deinen Freunden gegen den Geist, der in dieser Welt angesehen sein will.
Gottes Kraft äußert sich am stärksten, wenn du gegen die Versammlung Zeugnis ablegst.
Wenn einem die Wahrheit allzu nahe geht, dann schreit man und tastet nach dem Liederbuch.
Christi Leiden machen stark und vollständige Hingabe macht unüberwindlich, man wird nicht zuschanden im Tor. – Halleluja.
