Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Brief an Aksel Smith, 24. Februar 1907

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 24. 2. 1907
Lieber Bruder Aksel,

vielen Dank für den Brief, den Berglioth dabei hatte. Es ist für uns hier spannend gewesen zu hören, wie es dir ergangen ist. Danke auch für den „Missionæren“. Wir haben die Zeitschrift bis einschließlich 14. 2. erhalten. Die Ausgabe, in der von der Erweckung in Larvik berichtet wird, haben wir nicht bekommen – vermutlich ein Versehen. Ich habe gehört, dass im „Missionæren“ über diese Erweckung berichtet wird.

Möge Gott dir in Kristiansand beistehen, sodass du mit aller Freimütigkeit im Dienst des Geistes in dem Werk, das Gott für dich bereitlegt, deinen Mann stehen kannst. Es ist etwas Eigenartiges dabei, wenn jemand als Erster mit solchen Zeichen in eine Stadt kommt.

Heute predigte der Pfarrer der Methodisten über die Geistestaufe. Früher ist er skeptisch gewesen, aber jetzt redete er richtig gut. Nach der Versammlung forderte er einige wenige zu einem kurzen Gebet auf, und währenddessen kam der Geist über mich und ich redete in Zungen von der Empore aus und rief danach prophetisch aus: Betet um die Geistestaufe! Danach redete Kristoffersen in Zungen und manche im Saal fingen an zu schreien. Kürzlich waren wir bei „Christi menighed“ (Gemeinde Christi) und dort war eine außergewöhnlich gute Versammlung. Die Frau eines Lehrers hat es mit Gott gut bekommen. Sie schlug so sehr mit den Fingerknöcheln auf die Bank, dass sich die Haut ablöste. Ihr Sohn hat es auch gut bekommen. Ein Marinematrose, verheiratet, älter, ein solider Mann, hat Gott gefunden. Im Übrigen habe ich keinen Überblick über die Anzahl, denn überall bricht etwas los. Die Leute freuen sich, wenn wir zu den Versammlungen kommen, und Gottes Geist treibt uns bald hierhin und bald dorthin.

Ich habe darum gebetet, Zungenrede auslegen zu können, und schon gestern Morgen hat mich Gott darin unterwiesen, wie das Auslegen vor sich geht – und obwohl ich noch nie etwas ausgelegt hatte, wusste ich doch, dass mir diese Gabe gegeben war. Und in der Versammlung der Heilsarmee redete Br. Kristoffersen in Zungen, und Gott gab mir Gnade, es auszulegen. Du hast auch diese Gabe, denn wir hörten hier mehrmals, dass du etwas auf Norwegisch wiederholtest. Aber vielleicht war dir das noch nicht so bewusst geworden, dass du gewagt hättest, sicher darauf zu vertrauen. In Zungen zu reden ist, dass man Geheimnisse im Geist redet. Daher kann nur der Geist diese Geheimnisse entschlüsseln und auslegen. Indem man sich zum Auslegen dem Geist hingibt, wird man in der Kraft des Geistes Dinge zu sagen bekommen, die auf Norwegisch der Zungenrede entsprechen. Man versteht nicht die Worte in der Zungenrede, denn sonst würde man nicht im Glauben reden – oder richtiger gesagt, sonst würde man nicht im Glauben auslegen. Denn auch die Welt versteht Worte wie diese: „Manden kommer.“ „Der Mann kommt“ (Deutsch im Original). Doch die Auslegung soll im Glauben geschehen, ebenso wie die Rede im Glauben geschieht, denn wir glauben, darum reden wir auch in Zungen. Sprich daher auf Norwegisch aus, was Gott dir im Geist zu reden gibt, denn der Geist versteht die Geheimnisse im Geist, bzw. in sich selbst. Wir warten sehnlich darauf zu hören, wie es euch in Kristiansand geht.

Berglioth ist jetzt hier, ich soll von ihr grüßen. Im Mai soll ich mit der „Sleipner“ hinaus bis zum 1. Oktober. Grüße die Geschwister und grüße zuhause – alle miteinander.

In einer Stunde (4 Uhr nachmittags) kommen einige Geschwister zu einer Gebetsversammlung hierher. Wir haben seit deiner Abreise damit weitergemacht. Ich habe die Kleine auf dem Schoß, sodass es nicht so einfach ist zu schreiben.

Gott ist gut, sein Name sei gelobt. Er will unser Wohl – glaube! glaube! Glaube nur, glaube, glaube, glaube – glaube nur! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. Und wer glaubt, übereilt sich nicht – halleluja. Es freut mich, dass sie in Larvik beten lernten. Gebe Gott, dass sie dasselbe in Kristiansand lernen mögen.

Herzliche Grüße, dein

Johan