während ich dieses Datum schrieb, kam mir in den Sinn, dass unsere verstorbene Schwester Anna heute 38 Jahre alt geworden wäre. Sie ist schon seit 23 Jahren und fünf Monaten nicht mehr unter uns. So geht es uns allen. Wir sind eine kurze Zeit hier und dann sind wir weg von der Erde.
Vielen Dank für deinen lieben Brief, den ich heute bekommen habe. Ich sehe daraus, dass das Gesetz – der Zuchtmeister – dir den Mund verstopft hat. Du bist dazu gekommen, die Hohlheit und Leere zu sehen – obwohl du Vergebung der Sünden bekommen hast. Du vermagst nicht, als ein Christ zu leben. Du kommst zu kurz und wieder zu kurz und mein herzlicher Wunsch ist, dass du bald Konkurs gehen wirst, denn es sind diejenigen, die Konkurs gehen, die Gnade brauchen. „Das Ich“ kann nicht leben und die Gebote halten. Doch das Gesetz kam, damit jeder Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei. Das Gesetz züchtigt uns auf Christus hin. Aber nachdem wir in Christus hineingekommen sind, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Jeder Mensch hat durch Christi Tod ein Untauglichkeitsattest erhalten und alle unsere besten Werke sind wie ein beschmutztes Gewand, denn der Geist zeugt gegen alles, was wir nach dem Fleisch fertigbringen können. Erst dann, wenn wir erkennen, dass wir so sind, wie der Geist von uns zeugt, kann der Geist in das irdene Gefäß hinein dringen. Sind wir mit ihm gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Sündenvergebung ist nichts, worauf man ausruhen kann, denn man sündigt wieder und wieder. Denn die Vergebung der Sünden ist nur eine Reinigung von den vergangenen Sünden. Will man rein und unbefleckt leben, dann braucht man den Geist, um den du und deine Freunde gebetet haben. Aber weder du noch deine Freunde bekommen jemals Gottes Geist, wenn ihr euch nicht ganz und gar dem Geist Gottes unterwerft, um von ihm getrieben zu werden. Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Der Geist treibt uns so, dass die Forderung des Gesetzes erfüllt wird, denn er ist nicht in Disharmonie mit sich selbst. Du glaubtest, dass sie diese Salbung von Anfang an hatten, aber du sagst selbst, dass du dich geirrt hast. Beinahe alle sagen, dass sie den Geist haben. Darum können sie nicht um das beten, von dem sie meinen, es zu haben. Aber erst wenn man leer und zunichtegemacht wurde und mit Christus gestorben ist, dann kommt der Geist. Man hat nicht den Glauben, solange man unter dem Gesetz ist. Gal. 3, 12: Das Gesetz aber hat nichts mit dem Glauben zu tun, sondern wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben. Das Gesetz, mögen manche sagen – wir sind nie unter dem Gesetz gewesen. Doch, eben unter dem Gesetz, denn alles Fleisch ist getötet in Christi Tod und der Geist zeugt gegen alles, was man sich dem Fleisch nach vornimmt. Dies ist das Gesetz auf den fleischernen Tafeln des Herzens. Unter diesem Gesetz kann man sich abmühen, und das ordentlich. Das Werk Moses und der Propheten geht in Christus weiter, denn er kam nicht, um Mose und die Propheten aufzuheben, sondern zu bestätigen. Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. Gal. 3, 23.
Die Kinder Israel kamen aufgrund ihres Unglaubens nicht in das Land hinein. Aber wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe ein. Das Land war voll von großen Riesen aus vielen verschiedenen Völkern, aber sie sollten alle durch den Glauben an Gottes Kraft überwunden werden. Die meisten gehen vorwärts und rückwärts und gehen ihr ganzes Leben lang in der Wüste umher. Sie leben von dem täglichen Manna und sie murren und wünschen sich oftmals zurück zu den Fleischtöpfen Ägyptens. Wenn sie aber auf eine Oase treffen, jubeln sie wieder. Auf und ab, auf und ab. Aber im Land fließen Milch und Honig und im Glauben kann man um die Mauern Jerichos gehen und Halleluja singen. Dann stürzen die Mauern ein, auf die sie sich verlassen haben, und sie fliehen Hals über Kopf. So kann man von Ort zu Ort ziehen. Aber vor einer Sache muss man sich hüten: Man darf keinen babylonischen Mantel mit Wertsachen darin vergraben. Denn das Herz soll im Land von allen Begierden des Fleisches beschnitten sein. Kein Rückzugsweg über den Jordan; alle Brückenverbindungen sind weg und der Jordan geht über alle seine Ufer – nur vorwärts, vorwärts.
Der in Knechtschaft du dich mühst und doch bleibest, wie du bist: Gehe über den Jordan noch heut!
Du bist zu einem erfreulichen Ergebnis gekommen. Du ballst die Faust in der Hosentasche, sagst du. Das ist ein gutes Zeichen. Ich selbst habe viele Male die Fäuste geballt und in die Luft gefochten. Wenn mich jemand dabei gesehen hätte, hätte er geglaubt, ich wäre verrückt.
Es gilt jetzt weder Beschneidung noch unbeschnitten sein etwas, sondern nur eine neue Kreatur. Und über alle, die nach dieser Regel wandeln, komme Frieden, und über das Israel Gottes! Lass uns daher nicht nach einer anderen Regel wandeln.
Ich freue mich darauf, bald zu hören, dass du die Salbung bekommen hast. Wenn diese kommt, dann wirst du sehen, dass du Unterweisung erhältst, und die Bibel wird wie neu. Aber du bekommst auch Widerspruch; denn Christus ist uns zu einem Zeichen gegeben, dem widersprochen wird – ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses. So kennen wir nun hernach niemanden nach dem Fleisch, sondern derjenige ist uns Vater, Mutter, Schwester und Bruder, der den Willen Gottes tut. Dies ist die neue Haushaltung, die in den letzten Zeiten aufgerichtet ist. Hiob war ein gottesfürchtiger Mann, aber er musste zunichtegemacht werden.
Sei jetzt auf das Herzlichste von uns hier gegrüßt und mein Wunsch ist, dass du bald das bekommen mögest, worum du gebetet hast. Und du bekommst es in dem Augenblick, in dem du vollständig aufgibst. David sagt: Mein Alles ist auf deinem Altar, ich warte auf dein Feuer.
Grüße zuhause. Dein Bruder
Johan20. 11. Drei sind es, die Zeugnis ablegen auf Erden: der Geist, das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein. Das Wasser und das Blut sind der Tod; und mit dem Tod vereinigt sich der Geist. Wer glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich selbst, sagt Johannes.
