danke für das Buch wie auch für die Briefkarte und den Brief. Das Buch war schwer zu lesen, da der Verfasser bis ins Detail versuchte, seine Gedanken zu erklären. Erst am Schluss riss er sich los von seiner Vernunft nach menschlicher Weise und kam mehr in den Geist, und daher wurde das Buch dann etwas besser. Ich habe dir „Aandens daab“ (Die Geistestaufe) geschickt. Dies ist ein gutes Buch, das die Lehre, die zur Gottesfurcht führt, klar darstellt. Ich weiß ja nicht, ob dich die Lehre, die zur Gottesfurcht führt, interessiert. Vielleicht bist du zufrieden mit dem Gewöhnlichen, sodass das Ansehen nach dem Fleisch aufrechterhalten werden kann und nicht um der Gottesfurcht willen verloren geht. Es ist ja so, dass ich auch für dich etwas von dem Kampf erfahren habe, der in Kol. 2, 1-5 beschrieben ist. Lies das und denke darüber nach. Es ist notwendig zu vergessen, was dahinten ist, und sich auszustrecken nach dem, was vor einem liegt. Es ist notwendig, alles für Kot zu achten gegenüber der überschwenglichen Erkenntnis Christi Jesu; er, der ein Werk ausgeführt hat, in das auch die Engel hineinzuschauen begehren. In dieses Werk dürfen wir nicht allein hineinschauen, sondern hineingehen. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. Das Gesetz hat nichts zur Vollkommenheit gebracht. Es war nur dazu da, dass die Sünde erkannt werden sollte. Nun sind wir freigemacht vom Fluch des Gesetzes ein für allemal durch das Opfer des Leibes Christi. Denn was dem Gesetz unmöglich war, das tat Gott: er sandte seinen eigenen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch. Das Gesetz verdammte die Sünde außerhalb des Leibes, doch der Geist verdammt die Sünde im Leib. Der Geist tut der Welt die Augen auf über das Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Jetzt ergeht das Gericht über diese Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden und Gott wird in Kürze Satan unter unseren Füßen zertreten. Denn die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Haus Gottes und das Haus Gottes sind wir. Das Gericht geht zuerst über uns und wenn wir uns selbst richteten, dann würden wir nicht samt der Welt verdammt werden. Es ist nicht genug, dass wir von sündigen Werken abgelassen haben, die das Gesetz verdammt. Nein und nochmals nein, über das Inwendige geht ein Gericht, denn wir haben Eingang zu dem neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist sein Fleisch. Durch sein Fleisch schauen wir hinein in das vollkommene Gesetz der Freiheit, denn das, was den Schatten warf, ist zerrissen, und das Licht scheint frei durch die Öffnung hindurch. Daher heißt es, dass unsere Leiber ein Tempel des Heiligen Geistes sind, dass unsere Leiber Christi Glieder sind, deren Zunichtemachung im Sterben Christi geschieht. Daher heißt es: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Darum ist Christus gekommen, um den Leib der Sünde in den Tod zu bringen, dessen Glieder wir sind, um den Herrlichkeitsleib aufzuerwecken, dessen Glieder wir nach dem inwendigen Menschen sind. Niemand fährt in den Himmel hinauf außer dem, der vom Himmel herabfuhr – Jesus Christus, der im Himmel ist. Doch dieses Herabund Hinauffahren ist noch nicht beendet, denn der Mittler ist nicht nur für einen, Gott aber ist einer. Daher können wir heute das Sterben Christi an unserem Leib tragen – 1900 Jahre nach seinem Tod. Denn die Sünde, die ich heute in meinem Leib trage, starb vor 1900 Jahren wirklich. Doch da es mich vor 1900 Jahren nicht gab, wird mein Leben 1900 Jahre zurückversetzt oder, wenn du so willst: Das Sterben Christi wird 1900 Jahre vorgerückt. Denn wie der Geist Christi in den Propheten im Voraus von Christi Leiden und Tod zeugte, so zeugt er nun im Nachhinein von Christi Leiden und Sterben. Daher heißt es: Wenn der Tröster kommt, der wird euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Mein Wunsch ist, dass wir mehr und mehr zu dem vollen Reichtum an Gewissheit und Verständnis kommen mögen. Denn die Geheimnisse Christi werden in dem Geist geoffenbart, der selbst die Tiefen der Gottheit erforscht. Zu den Tiefen der Gottheit wiederum gehört auch das Werk Christi, in das auch die Engel hineinzuschauen begehren. Der Geist Christi aber hat die Fülle und das Vollbringen des Werks in sich selbst; wir aber haben Christi Geist, dessen Fülle wir begehren.
(Der Rest des Briefes fehlt.)
