Zum Schreiben viele Sachen,
doch kein Papier es gab.
Nicht bange soll’s euch machen,
ich nehme, was ich hab.
Br. Brungot ist nach Amerika gereist. Christian und ich waren nun heute Vormittag oben bei seiner Frau und seinen Schwiegereltern. Brungot fährt als Matrose mit einer Lustyacht und bekommt 130,00 Kronen im Monat, Verpflegung und Kleidung. Er arbeitete hier auf der Werft und war letztes Jahr während der Mobilmachung als Reserveunteroffizier auf der Viking. Brungot war ein geschickter Kerl. Er hatte viel Einsicht in der Erkenntnis Gottes und konnte kräftig Bescheid geben, wenn es darauf ankam. Er konnte gut schreiben. Er schrieb in der Zeitung über die Fischereiwirtschaft und über die Entlassung auf der Werft. Er wurde entlassen und hatte hier zuhause keine Arbeit.
Br. Berg ist einen Monat lang mit „Kong Sverre“ unterwegs. Br. Ellefsen (Unterkanonier) macht den Techniker, ist aber jetzt zuhause in Grimstad. Ellefsen ist einer der Stillen im Lande. Er und seine Frau haben angenommen, was auch wir angenommen haben, und sie freuen sich und sind zu Standfestigkeit im Glauben gekommen. Bruder John schreibt oft aus Dänemark. Er ist dort unten alleine – niemand versteht ihn, aber er ist im Frieden.
Gott gibt uns immer den einen oder anderen, mit dem wir sprechen können. Dies ist auch eine Arbeit im Herrn. Es gibt hier einen und dort einen, der gerne mit uns reden will. Und es ist jedes Mal ein Jubel, wenn wir so jemanden treffen, denn von solchen gibt es nicht viele. Br. Berg und ich haben große Konflikte miteinander gehabt und diese Konflikte mussten zum Ausbruch kommen. An folgendem ist die Sache zum Ausbruch gekommen:
Bruder Berg hat das Verständnis, dass Jesus, als er hier unten wandelte, keine Begierde hatte, gegen die er kämpfen musste. Er meint, dass Jesus nicht die erbliche Sünde in seinem Leib hatte. Und ich meine, dass er diese hatte, doch dass er stets Sieg über sie errang. Jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird, und Christus wurde versucht. Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Hier sehen wir, dass er einen Willen hatte, der gegen den Willen Gottes war und den er durch den Geist verleugnete. Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch. Es war die Sünde im Fleisch – in Christi Fleisch – die verdammt wurde. Jetzt ist dieselbe Sünde in allem Fleisch verdammt, daher werden der Welt die Augen aufgetan über das Gericht, weil der Fürst dieser Welt im Fleisch gerichtet ist. Br. Berg sagt, dass die Versuchung von außen her zu Jesus kam und dass die Sünde von außen auf ihn gelegt wurde. Das hört sich zwar schön an und ein solches Verständnis haben die meisten, bevor sie etwas mehr darüber nachgedacht haben. Aber doch war Jesus der Same des Weibes und als solcher hatte er etwas in sich zu verleugnen. Er wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz. Er lernte, obwohl er Gottes Sohn war, an dem, was er litt, Gehorsam. Und als er vollendet wurde, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden. Überall, wo von Gehorsam die Rede sein kann, muss von Selbstverleugnung die Rede sein – und wo es Selbstverleugnung gibt, da gibt es Sünde. Denn wer dies nicht hat, hat nichts zu verleugnen. Sieg über die Sünde im Fleisch war nötig und das geschah in Christi Leib, denn es wurde kein Betrug in seinem Mund gefunden.
Darüber ist viel zu sagen. In Hebr. 4, 15 steht, dass Christus in allem wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. Daraus sieht man, dass er nicht sündigte, sondern die Prüfung bestand. Aber um versucht zu werden wie wir, musste es in ihm dieselbe Begierde wie in uns geben, sonst hätte er nicht versucht werden können wie wir. Das Gesetz konnte die Sünde außerhalb des Leibes erreichen, Christus dagegen zermalmte die Sünde im Leib. Daher gehört der Leib dem Herrn. Er nahm alle unsere Missetaten auf sich, die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten. Doch ob ich 1 oder 1000 umbringe, kann ich doch nicht mehr als ein Leben verlieren. So auch mit Christus – er litt, was ein Leib leiden konnte. Aber es konnten nicht Leiden mehrerer Milliarden Menschen auf einen Leib kommen. Hierin irrt man sich. Johannes und Jakobus sollten mit derselben Taufe getauft werden und denselben Kelch trinken wie Christus. Stellen wir uns eine Schafherde vor, die zwischen vier dicken Mauern eingesperrt ist, und eines der Schafe bricht ein Loch in die Wand und läuft hinaus. Dadurch, dass es selbst auf diesem Weg hinausgekommen ist, schafft es ja damit auch für alle anderen die Möglichkeit; denn alle können durch dasselbe Loch gehen. Gibt es aber einen starrsinnigen Bock, der nicht genau denselben Weg gehen will, dann muss er sterben, wo er ist. Gibt es welche, die nicht glauben, dass eine Öffnung da ist, dann müssen sie in ihrer Gefangenschaft sterben. Auf diese Weise ist Jesus die Tür zum Schafstall geworden. Durch ihn müssen wir gehen, jeder Einzelne persönlich. Auf diese Weise ist er der Erretter der ganzen Welt. Wir haben Zugang durch den Vorhang, das ist sein Fleisch. Jetzt verstehen wir auch besser, warum er uns Brüder nennen kann. Adam sündigte und durch den Fall des Einen kam die Verdammnis über alle Menschen. So kommt auch durch den Gehorsam des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt. Man ehrt Christus nicht, indem man ihn als einen hinstellt, der nicht dieselben Bedingungen wie wir hatte. Aber nun hat Christus freiwillig die Sünde geerbt. Er hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern er erniedrigte sich selbst und wurde gleichwie wir. Wenn ich mich dazu erniedrige, Schuhputzer zu werden, dann muss ich Schuhputzer sein und mich dareinfinden, dass man auf mich herabsieht, wie man es bei einem Schuhputzer macht. Wenn ich mir aus der Stellung des Schuhputzers heraus einen Weg zu etwas Besserem bahnen kann, dann habe ich ja dadurch einen Weg für alle Schuhputzer gebahnt. Denn wenn einer gehen kann, dann ist es möglich für alle. Christi Werk ist ein tiefgreifendes Werk, das auch die Engel zu schauen begehren. Man braucht sich nicht zu wundern, dass man jeweils nur ein bisschen versteht. Ich verstehe es also so, dass Christus den Übeltätern gleich gerechnet wurde und als einer – nicht als alle – starb, dass wir aber davon ausgehen können, dass wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. So hat auch einer für alle gesündigt. Alle haben die Möglichkeit, den gleichen Weg zu gehen – er ist der Weg. Durch den Tod des Einen gibt es Zugang und Ausweg aus dem Tod. Der Herr Herr hat Auswege aus dem Tod.
Dieselbe Taufe und denselben Kelch müssen wir alle bekommen, die wir erlöst werden wollen. Der Tod heißt daher Christi Tod. Durch diesen Tod (diese Tür) muss man hindurch und man kommt nicht hindurch, bevor man nicht auch den letzten Heller bezahlt hat.
Christian, Johanne, Pauline und mir geht es gut. Seid aufs Beste gegrüßt
Euer Sohn und Bruder
Johan