für deinen langen und gut begründeten Brief danke ich dir. Es freut mich sehr, dass du am Haupt Christus Jesus festhältst; und dass du dieses Verständnis hast, dass „Clique“ wie „keine Clique“ und Einsamkeit wie Gemeinschaft ist, wenn nur alles in Christus ist. Über diese Sache wollen wir nun einig sein, sofern du diese Erkenntnis nicht nur zum Vorteil für „Clique“ anwendest, sondern auch bei „keine Clique“ teilst.
Außerdem sagst du, dass die Weisheit Gottes das Bindeglied sei zwischen Gott und dem, was man mit Händen greifen kann. Dies ist nicht ganz korrekt; denn wenn du ein Leberblümchen mit all seinen feinen Gefäßen und Wurzelfasern in die Hand nimmst, dann fasst du die Weisheit Gottes an. Das mit Händen Greifbare ist Gottes Weisheit, denn sein Werk ist seine Weisheit. Die Weisheit ist die Regentin aller Dinge und die Mutter aller Dinge. (s. Apokryphen).
Das Nächste, das du ansprichst, ist, dass wir als Personen, die zu seinem Bild geschaffen sind, unsere Pläne machen sollen, uns bewusste Ziele stecken sollen, und mit der Kraft seiner Weisheit werden wir diese Ziele auch erreichen.
Hierin kann ich dir in keinerlei Weise zustimmen. Wie können wir uns bewusste Ziele stecken, wenn wir nicht einmal wissen, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt? Hätten wir ein bewusstes Ziel, dann könnten wir um Gelingen beten, dies zu erreichen. Doch nun wissen wir nicht, was wir beten sollen, sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Ein Engel Satans schlug Paulus auf den Mund. Paulus betete dreimal darum, dass er von ihm ablassen sollte; doch bekam zur Antwort: Lass dir an meiner Gnade genügen. Dieser Engel Satans war bestimmt außerhalb von Paulus‘ Zielen und Berechnungen. Wer setzt sich das zum Ziel, zunichtegemacht zu werden? Wer kann durch die Trübsal und den Widerstand hindurchschauen und sich seine bewussten Ziele in Herrlichkeiten stecken, die nur nach Leiden und Trübsalen erlangt werden können?
Nein, die bewussten Ziele sind bestimmt von einem Vater, dem Teufel, obwohl sie sich so schön anhören. Gott hat zwar ein bewusstes Ziel mit uns, doch dass wir ein bewusstes Ziel mit uns selbst haben – dies fällt in sich zusammen; nieder damit.
Es liegt wirklich außerhalb aller meiner Ziele und Berechnungen, dass ich hinaus soll und mich nun mit einer solchen Menge Menschen abgeben soll. Doch das liegt alles zusammen innerhalb von Gottes Berechnungen. Daher müssen wir seine Berechnungen bestehen lassen und unsere eigenen fahren lassen.
Wir haben noch so manches miteinander zu besprechen, lieber Aksel, doch Gott wird das zu seiner Zeit geben. Folge der Wahrheit und lebe im Willen Gottes und höre auf den Geist und tue danach. Dann wird dein Ohr fein werden und dein Herz wie das feinste Lackmuspapier, das in der Lage ist, das kleinste bisschen Säure anzuzeigen. Aber versuche nie, gegen den Stachel auszuschlagen, denn ohne Wunden und Kratzer wird man aus diesem Spiel nicht herauskommen.
Mehr habe ich dir dieses Mal nicht zu sagen. Gott wird dir in der Trübsal beistehen; und bis zum Blut bist du noch nicht vorgedrungen. Entkleidet zu werden ist zwar nicht angenehm für uns; doch derjenige, der uns dazu bestimmt hat, ist Gott, der uns auch den Geist als Pfand gegeben hat.
Lebe wohl „in der Clique“, als ob du außerhalb „der Clique“ wärst, und du wirst herausfinden, dass ich für meinen Teil dann „die Clique“ lieben werde, als ob es keine „Clique“ gäbe.
Dein „in der Clique“ und außerhalb „der Clique“, doch nicht „ohne die Clique“ in Christus bewahrter Bruder
JohanGrüße zuhause.
