danke für deinen lieben Brief. Es war gesegnet, die Aussagen von Mrs. PennLewis über ein siegreiches Leben im Glauben zu lesen. Es ist dieser alles zermalmende Glaube, der vermag, alle Höhe und alle hohen Anschläge, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erheben, niederzureißen und zu zerbrechen. Du berichtest etwas von der Rede des Missionspfarrers Johnsen in der „Vereinigung der Gebildeten“ – eine in Wahrheit wirksame Basis für die Finsternis, auf der man vereinigt sein kann – sie war abscheulich. Aber so kommt es, wenn man nicht in Einfalt dem Wort glauben will. Danach sollte ja eine Gesprächsrunde sein, die vermutlich auch stattfand, da ihm widersprochen wurde. „Aber“, sagst du, „die Aufwartung“ nach dem Fleisch ließ nicht zu, seine Gedanken dorthin zu schicken, wo „der Pfeffer wächst“.
Dies verstehe ich so, dass die Aufwartung nach dem Fleisch einen vollkommenen Sieg über die Torheit verhinderte. Aber ist das recht? Sollen wir uns nicht in Treue gegenüber Christus über alles hinwegsetzen, was angesehen und geehrt wird, ja sogar unsere eigene Ehre dorthin schicken, wo der Pfeffer wächst, um in solch verfinsterten und eingebildeten gebildeten Kreisen einen überwältigenden Sieg erringen zu können? Es ist nur Untreue gegenüber Christus, wenn man nicht alles, was vor dem Licht nicht bestehen kann, zerbricht und zermalmt, wenn man Gelegenheit dazu hat. Das bedeutet, sich selbst zu schonen. Der Leib muss im Alltag als Opfer dargebracht werden, sodass wir in der vollen Gewissheit, dass niemand uns schaden kann, die Reihen der Finsternis angreifen können. Dazu wird Gott uns Gnade geben, indem er uns all unsere eigene Ehre und unser Ansehen nimmt.
Welches Recht haben wir, das Fleisch zu bemitleiden oder nicht die Stimme zu erheben? Keines. Die Kämpfer in Gottes Reich sind vom Ansehen der Person erlöst. Sie können daher auch als freie (freigemachte) Wesen in Gottes Kraft durch den Glauben Satans Bauwerk, das sich in Feindschaft gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, kurz und klein schlagen. Dies ist die Kampfarena, in der sich zu allen Zeiten die Unüberwindbaren Gottes getummelt haben. Halber Sieg gibt halbe Zufriedenheit, aber halbe Zufriedenheit ist nichts anderes als Unzufriedenheit. Die Bedingung, um siegen zu können, ist hart für das Fleisch. Aber wenn der Leib in der Hitze des Kampfes als ein Opfer für Gott zur Verfügung gestellt ist, dann ist der Sieg gesichert. Nimmt man jedoch Rücksicht auf Fleisch, dann kann man einpacken – je früher, umso besser.
Es freut mich, dass wir an Weihnachten zusammen sein können. Dieses Jahr ist Heiligabend an einem Sonntag, du solltest dann also nicht später als nächsten Samstag kommen. Wir haben uns umgehört bezgl. der Zeitschrift. Der „Gjengangeren“ will für eine Zeitschrift mit 4 Blättern (8 Seiten) pro Ausgabe 50 Kr. haben. Wenn wir einen Umschlag (rot oder grün) haben wollten, würde es auf jeweils 55 Kr. kommen. Dies kommt mir sehr teuer vor. Der Buchdrucker C. Andersen will nicht mehr annehmen, als er hat. Auf die Zeitung „Hortens Avis“ können wir uns nicht verlassen. Vielleicht gibt es jemanden in Kristiania? Eine solche Zeitschrift wird wie ein Schneepflug wirken; denn die Menschen können den Weg nicht sehen, alles zusammen ist weiß – zugeschneit. Satan regiert mächtig in der Gestalt eines Engels des Lichts.
Grüße Br. Aslaksen. Du schriebst in einem Brief davon, dass du arm leben und sterben willst. Lies in dieser Verbindung Ps. 15 von Vers 1 ab, halt inne bei dem, was nach dem letzten Komma in Vers 4 steht, und bringe es in Verbindung mit Vers 1. Im Übrigen bringt die Weisheit Gottes alle guten Dinge mit sich, da sie uns zum Haupt und nicht zum Schwanz machen will. So ganz arm kann man nicht werden; das wird die Weisheit, die Reichtum und Ehre in ihrer Hand hat, verbieten. Reich kann man auch nicht werden, wenn man mit dem ungerechten Mammon so handelt, dass sie uns in die ewigen Wohnungen aufnehmen.
Brüderliche Grüße
Dein JohanHinweis: Ein Stoß Briefe von JOS an seinen Bruder Aksel ist im Lauf der Jahre auf die eine oder andere Weise abhanden gekommen. (Anmerkung der Herausgeber der Briefe von J. O. Smith, 1949.) Man sieht dies am Datum des nächsten Briefes an Aksel. Der Brief vom „August 1914“ ist in Band 2 abgedruckt (ursprünglich Brief #127).
