Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 17. November 1910

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 17. 11. 1910
Lieber Bruder Aksel,

danke für das Zusammensein in Mjøndalen und danke für den Brief. Es war schlimm, von P. zu hören, aber Gott kann ja bis zum Äußersten erlösen. I. D. muss über mehr Wissen in derselben Sache verfügen. Weil P. sie so fest in den Griff bekommen hat, muss es Dinge zwischen ihnen geben, die noch nicht geklärt sind.

Es ist übrigens nicht gut, sich in solche Sachen einzumischen. In jedem Fall muss eine gründliche Bekehrung geschehen. I. D. hat in allerhöchstem Maß Nachgiebigkeit gezeigt und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie an den nachteiligen Ereignissen, die stattgefunden haben, mitschuldig ist.

Wir lernen hieraus, uns nicht sofort jemandem anzuvertrauen, sondern gute und treue Haushalter über Christi Geheimnisse zu sein. Die fleischliche Bildung darf man nicht eine Brücke sein lassen, über die man in die Herzenskammern hineinspazieren kann.

Das Kreuz gegen weltliche Weisheit.
Das Kreuz gegen weltliche Bildung.
Das Kreuz gegen Gottlosigkeit jeglicher Art.

Nicht jeder, der „Herr, Herr“ ruft, wird in das Reich Gottes hineinkommen, sondern wer den Willen des Vaters tut. Ewiges Leben gibt er denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben, Röm. 2, 7.

Gestern hatten wir wieder eine gute Gesprächsversammlung bei Br. Ellefsen. Ich glaube, du tust am besten daran, wenn du dich aus diesen Dingen heraushältst. Es ist große Demut von deren Seite nötig.

Das Kreuz wird uns jede Verbindung mit allen Menschen außerhalb von Christus verweigern, weshalb die einzige Möglichkeit, die Verbindung zu retten, darin besteht, ihnen das Evangelium zu verkündigen.

Br. Aslaksen sagte gestern auf dem Heimweg, dass er sich oft selbst Vorwürfe gemacht hätte, weil er den Leuten nicht mehr von Gott gesagt hätte, als er es bisher getan hatte. Aber jetzt verstünde er, dass auch Christus nur zu den Verlorenen gesandt war, nur zu denen, die der Heilung bedurften, weshalb dasselbe auch für uns gelte.

Nur diese wenigen Zeilen diesmal. Es war gesegnet in Mjøndalen. Herzliche Grüße von uns allen hier. Wenn du Lust hast oder dir etwas Besonderes auf dem Herzen liegt, dann mache einen Abstecher zu uns. Dann werden wir miteinander über die Dinge sprechen und Gott wird Klarheit geben.

Dein in Christus hingegebener Bruder

Johan

Viele Grüße an Schw. I. D. von mir.