Gnade und Friede.
Nur ein paar Worte auf die Schnelle anlässlich deines letzten Artikels im „Missionæren“. Du schreibst u. a.: „… und kleine Geister machen diese Dinge zu Trennung verursachenden Hauptlehren, usw.“
Es sieht hier aus, als ob du etwas eifrig gewesen bist, den Nagel auf den Kopf zu treffen. Wenn du jedoch etwas genauer nachdenkst, dann weißt du ja so sehr gut, dass ein kleiner Geist und ein großer Geist nichts daran ändern können, dass sie so sind, wie sie sind. Ein großer (groß gewachsener) Mann kann nicht gerühmt und ein kleiner Mann kann nicht getadelt werden, denn das würde bedeuten, mit Gott zu rechten, der sie schuf. Außerdem, wenn man die Bezeichnung „Geist“ gebraucht, dann schließt man den Verstand und das bewusste verantwortliche Wesen aus, und ein Geist als solcher kann weder getadelt noch angeklagt werden.
In der Welt spricht man von großen Geistern im Zusammenhang mit Menschen, die einen weiten Horizont haben, wie man es in eitler Weise ausdrückt. Und die Menschen, die einen kleinen Horizont haben, bezeichnet man als kleine Geister. Aber so ist es nicht in Gottes Reich.
Ein Geist ist eine Konstante und kann selbst nichts dafür, ob er groß oder klein ist. Der Vater der Geister hat ihn so geschaffen und hieran ist nichts zu ändern.
Ich fand es erforderlich, ein wenig darüber zu sagen, und du verstehst das so gut selbst, wenn du den Brief liest.
Ein Text (mit geistlichem Inhalt) wird immer den einen oder anderen Schwachpunkt haben, an dem man nicht ausreichend gewacht hat. Darin habe ich mich selbst mehr als einmal ertappt. Port Arthur hatte seine Schwachstellen und die Japaner versuchten klugerweise, ihre Schiffe in diese hinein zu dirigieren.
Gestern erhielt ich einen Brief von Schw. Palme und einen Rundbrief von dir. Dieser Rundbrief war ganz ausgezeichnet und enthielt vieles von dem, worüber wir uns in Kristiansand unterhalten haben. Heute werde ich an Bord sein, es kann also sein, dass ich Schw. Palme heute Abend schreibe. Sie hat genug Erkenntnis, nun muss sie anfangen zu praktizieren. Es können auch in die Erkenntnis Würmer kommen (ich denke hier an das Manna der Juden), wenn man die Erkenntnis nicht im praktischen Leben realisiert. Vielleicht werde ich ihr etwas in dieser Richtung schreiben. Jetzt hast du viele Briefe bekommen. Grüße Br. Anthony und seine Frau.
Dein Bruder
Johan