danke für deinen lieben Brief, den ich heute erhalten habe sowie für deine Karte aus Hamburg.
Gottes Weisheit besteht aus unerschöpflichen Quellen und unterscheidet sich von weltlicher Weisheit darin, dass man, je „mehr man gräbt, umso mehr von solchen Dingen findet, die in der Tiefe des Herzens erfreuen und zufriedenstellen.“
Dein letzter Brief enthielt eine solche Quelle, über die ich mich gefreut habe. Du sagst u. a., dass der Geist uns (Gläubige) über alles die Augen auftut, was in Disharmonie mit unserer Glaubensstellung in ihm ist. Dies ist sehr wahr.
Wir müssen einen Unterschied machen zwischen den Werken eines Menschen und seinem Zustand. Der Zustand ist weitgehend permanent; seine langsame Veränderung geschieht durch die Erkenntnis von Christi Tod, worauf die Werke in Relation dazu nachkommen, jedoch immer so, dass die Werke nicht immer ein Barometer für den Zustand sind – wiewohl sie nicht allzu sehr divergieren können.
x) Du sprichst von einer durch Gericht gewonnenen positiven Glaubensstellung, an der man subjektiv festhält, bis der Sündenleib an diesem Punkt zugrunde gegangen ist.
Ja, das ist so. Dank sei Gott für seine große Gnade, dass er uns sogar dann Sieg erringen lässt, wenn unsere Feinde dem Fleisch nach positiv kämpfen.
xx) Die negative Defensive kann ihn zermalmen, was Jesus am Kreuz hinreichend bewiesen hat, indem er wie ein Lamm war, das zur Schlachtbank geführt wird.
Die Kraft unserer Feinde wird durch Geduld absorbiert, sodass zum Schluss keine Kraft mehr in ihnen zurückbleibt, die Schaden anrichten kann. Dies bedeutet, der Schlange den Kopf zu zertreten. Und Gott wird Satan in Eile unter unseren Füßen zertreten. Halleluja! Dies ist genau das, was du unter x) angeführt hast und was aus xx) hervorgeht.
Diese negative Defensive ruft die Schwachheit hervor und bewirkt, dass man sich auf Gottes Kraft verlassen muss, die die wirksamste aller Kräfte ist.
Also: Unsere negative Defensive ruft Gottes positive Offensive hervor, denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.
Vater schickte mir einen Brief, den Großvater 1881 an mich schrieb. Dieser Brief ist gut geschrieben und enthält etliche Goldkörner, die zeigen, dass er selbständig und klar gedacht hat. Du wirst dich freuen, wenn du das liest. Er redet von Gottes Weisheit.
Es freut mich, dass du Gelegenheit bekommst, in Gottes Reich zu arbeiten. Grüße die Geschwister in Kopenhagen, wenn du dorthin kommst.
Dein ergebener Bruder in Christus
Johan