Gnade und Friede.
Danke für deinen lieben Brief, der im Ganzen erquickend wirkte, weil ich herauslese, dass es dir gutgeht und du die gesunden Spuren bewahrt hast. Du sandtest Jes. 27, 3 zum Trost. Aber aus jetziger Sicht konnte ich keinen Trost in dieser Schriftstelle erkennen. Dagegen hat mich das Wort in Ps. 139, 16, das du zum Nachdenken gesandt hast, zum Nachdenken angeregt und getröstet. Jetzt überlasse ich dir, die Ursache herauszufinden, denn auch dies gehört zu Gottes Weisheit und darf nicht übergangen werden.
Du hast bei den Gottlosen bemerkt, wie kurzsichtig sie denken. Sie denken nicht an die Folgen. Aber je geistlicher, umso weitblickender und überlegter. Wenn man also in Richtung Vollkommenheit geht, dann findet man heraus, dass Gottes Gedanken, weil er vollkommen ist, sehr kostbar sein müssen, vgl. V. 17 im selben Kapitel. Ich persönlich habe lange gerade das geglaubt, was Ps. 139, 16 sagt und was mit Jes. 63, 19 und Jer. 1, 5 übereinstimmt. Ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten, da wurde, damit der Ratschluss Gottes und seine freie Wahl bestehen bliebe usw., zu ihr gesagt: Der Ältere soll dienstbar werden dem Jüngeren – Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst, Röm. 9, 11. Hiermit ist nichts zu machen. Er tut den Reichtum seiner Herrlichkeit an Gefäßen der Barmherzigkeit kund, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat. Hast du nicht etwas von diesem Reichtum der Herrlichkeit erfahren, der, wie du siehst, über uns ausgegossen ist? Eph. 1, 17.
Kommen wir zurück zu Gott mit den sehr kostbaren Gedanken und der unermesslich großen Herrlichkeit, der von ewigen Zeiten her an uns gedacht hat und uns zu seiner Zeit zu dem Werk, das er für uns zurechtgelegt hat, in Erscheinung treten ließ.
Er hat für uns zurechtgelegt, dass wir Werke ausführen, Feinde besiegen und Ziele erreichen sollen und hat uns all dies genau auf die Weise vollbringen sehen, wie wir es vollbringen. All dies ist mir ein großer Trost, doch kann mich dieser Trost nicht von der Trübsal befreien, die weiterhin ihre Pflicht tut. Für einen Kämpfenden gibt es keinen anderen Trost als den Sieg, das muss man sich von Anfang an merken. Aller andere Trost ist in seiner Wurzel falsch. Wenn die Schwierigkeiten überwunden sind, kann man sich mit einer berechtigten und gesunden Freude freuen. Vor dieser Zeit hat man nur zu kämpfen.
Die Unabhängigkeit Norwegens war nach Gottes Weisheit, lange bevor sie kam, geplant. Doch kam sie plötzlich, weil man nicht genügend von Gottes Weisheit hat. Für Gott kam es jedoch nicht plötzlich. Das Leben, das wir heute leben, ist nur ein Element in dem großen Resultat, und unser Vollenden des Willens Gottes beschleunigt nur die Herrlichkeit.
Dank sei Gott, der mir bis hierher gnädig gewesen ist – einem Sünder, erlöst aus Gnade, hat er durch große Schwierigkeiten geholfen. Es ist nicht sein Wille, dass seine Kinder unterliegen sollen. Der Wille Gottes ist, dass wir die Mauern erstürmen und durch die Waffen brechen und den richtigen Weg unbeirrt vorangehen.
Denn wenn wir unterdrückt werden, bewirkt dies Gottes Eifer gegen die Unterdrücker, sodass er die Gnade von ihnen abwendet und sie über den Gefäßen der Barmherzigkeit ruhen lässt, die dadurch unüberwindbar werden. Denn mit meinem Gott springe ich über die Mauer, sagt David.
Wenn Gott hier an Bord nicht mit mir gewesen wäre, hätte ich nicht gesiegt. Aber sein guter weitblickender und weisheitsvoller Geist hat mir beim Bewältigen von Schwierigkeiten und dienstlichen Verhältnissen mächtig zur Seite gestanden. Dazu ist seine unmittelbare Gnade hier gewesen, indem er die Gelegenheiten zur rechten Zeit kommen ließ. Jetzt habe ich Frieden, doch mitten unter Wölfen, die auf Vergeltung aus sind. Ich habe hier an Bord viel um Sieg gebetet und die Angst hat mich oft ergriffen, denn der Feind rückte mir sehr nahe zu Leibe. Wozu alles dienen soll, wird der Herr zu seiner Zeit zeigen. Jedoch merke ich, dass Kajüte und keine Kajüte, schwierige dienstliche Verhältnisse und Freiheit einander mit raschen Schritten näherkommen.
Hiermit ein herzlicher Gruß mit Eph. 1, 22 zum Nachdenken in Verbindung mit dem Brief.
Dein Johan