Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 12. Juni 1910

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 12. 6. 1910
Lieber Bruder Aksel,

2. Kor. 1, 20: „Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt – in ihm ist das Ja, und in ihm auch das Amen, Gott zum Lob durch uns.“

Gottes Verheißungen an uns bekommen in Christus ihr Ja und außerhalb dieses Lebens gibt es kein Ja. Und wenn sie danach durch ihn ihr Amen in uns haben, dann wird Gott durch uns geehrt.

Gott hat mir in seiner großen Gnade Ruhe gegeben – eine gesegnete Ruhe. Zwar fühle ich die Bedrängnisse mitten in der Ruhe, aber niemand versucht mehr, irgendeinen Kampf anzufangen. Dies ist ein Krieg des Herrn gewesen, weshalb es auch ein Sieg des Herrn geworden ist; seinem Namen zu Ehre und Erhöhung. Zu Anfang bekommen wir Frieden ohne Kampf, später muss jeder einzelne Kanaaniter bekämpft werden, bevor wir Frieden erhalten können. Die Kanaaniter wohnen immer außerhalb des Leibes, aber der Sieg und der Friede werden im Leib genossen. Am Anfang musste ich eine defensive Haltung einnehmen, ging jedoch später zum Angriff über, was zum Ergebnis hatte, dass ich nun durch Gottes Gnade einen unaussprechlichen Frieden habe, mitten in all diesem Gewimmel von Kindern des Unglaubens und Herren der Welt. Ich betete und kämpfte und fühlte mich geängstet, bis Gott mir Zentimeter für Zentimeter Sieg gegeben hatte. Ich hoffe, du verstehst das. Br. Aslaksen spürte in seinem Geist, dass ihm derselbe Kampf bevorstand, und er sah diesem mit Freude entgegen.

Darum lassen wir uns nicht entmutigen; sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert.

Bei all diesem habe ich gelernt, dass all unser Kampf und Sieg von Gott selbst zurechtgelegt sind, damit Gott durch uns geehrt werden soll und damit sein Reich zu Ruhm kommen soll. Doch – mitten im Kampf ist es eine Grundbedingung, dass man mit Eifer und Genauigkeit all den Dienst ausführt, zu dem man gesetzt ist. Dies strengt sehr an neben all der anderen geistlichen Reibung, ist aber notwendig, wenn man den Sieg davontragen will.

Wir sind ein paar Tage unten im Jomfrulandsrenden gewesen. Vom 1. bis zum 16. Juli werden wir Kommandoübungen von Kragerø westwärts durchführen. Vom 16. Juli – 15. September Geschwaderfahrt, danach 14 Tage lang Schießen und dann später Stammbesatzung.

Mit Br. Birkeland hatte ich einige Gespräche und wir sind zusammen, wenn wir an Land gehen. Ansonsten geht alles wie gewohnt. Aanensens Bruder aus Kristiansand, Untermineur hier an Bord, hat nun vollen Frieden mit Gott bekommen.

Ich weiß ja nicht genau, wo du dich gerade aufhältst, aber der Brief wird wohl nachgeschickt. Die Steuerbordseite liegt aufgrund des Seewindes ständig auf der Sonnenseite, sodass es hier unheimlich warm wird.

Nur diese wenigen Worte in Eile mit Grüßen in Jesus Christus. Dein Bruder

Johan