danke für den Brief. Ich bekam neulich einen langen Brief von John Wintersborg. Er will jetzt im Dienst des Evangeliums hinausziehen, sagt er, und die Reise geht zuerst nach Schweden. Was sagst du dazu? Eine Frau hatte ihm prophezeit, dass er die Kleidung wechseln würde, und das hat er als zusätzliches Zeichen aufgefasst, dass er sich aufmachen sollte. Er ist ja allein und einen Gärtner kann man ja überall gebrauchen. Dann kann er ja mit seinen Händen arbeiten, wenn er versteht, dass es nicht geht. Denn wie eifrig John auch ist, so ist ja nicht gesagt, dass er deshalb geeignet ist, mit anderen zu arbeiten. Aber er wird wohl kaum Ruhe bekommen, ehe er es ausprobiert hat.
Ich habe versucht, etwas über Röm. 7 zu schreiben, Vers für Vers. Aber ich merke, dass es schwierig ist, es anderen so zu erklären, dass sie es verstehen können; denn es liegt im Geist verborgen.
Hier kannst du die Erklärung von Vers 2 sehen:
„Der Mann, an den die Frau hier gebunden ist, ist der Herr, vgl. 2. Mos. 6, 2-3. Dieser Mann musste sterben, damit die Frau vom Gesetz, das sie an den Mann bindet, frei werden konnte. Und stirbt dann die Frau mit ihm, dann geht es, wie in V. 4 steht: Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet durch den Leib Christi, sodass ihr einem andern angehört, nämlich dem, der von den Toten auferweckt ist.“
Diesem Mann wurde ein Leib bereitet und er war das personifizierte Gesetz für das ganze Volk Israel, welches das Gesetz hatte. Daher sagte er auch zu der kanaanäischen Frau, dass er nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt war. Mit diesem Mann verheiratet zu sein, heißt, mit einem Geruch des Todes zum Tod verheiratet zu sein, denn der Geist, der das Gesetz in den fleischernen Tafeln des Herzens ist, zeugt von Tod. Deshalb ist alle Ichbezogenheit in allen ihren Formen unter dem Gericht.
Ja, man kann viel schreiben, aber wenn man etwas von Wert schreiben will, muss man als für Gott schreiben und nicht wie an Menschen. Vielleicht wird dies auch fast so wie die Schrift, von der es heißt: „Diese ist es, die von mir zeugt.“
Die Zeit vergeht, jetzt nähert sich Ostern mit schnellen Schritten. Ich habe mich etwas mit Artillerie an Bord von Panzerschiffen befasst, um mich weiterzubilden.
Es wäre gut, wenn Madame Guyons Lebensbeschreibung nicht für immer in Kristiansand bliebe, denn ich glaube, dass es jedem Gewinn bringen könnte, sie zu lesen. Man bekommt eine erweiterte Sicht und kommt zu dem Verständnis, dass man nicht der einzige ist, der alle Weisheit der Welt verschlungen hat. Außerdem heißt es, dass der Weise Seelen gewinnt, und das ist ein guter Maßstab.
Du hast also noch nicht entschieden, was du an Ostern machst. Lass allein Gott in dieser Sache leiten. Ich glaube ganz sicher, dass wir guten Nutzen aus dem Zusammensein hier ziehen würden, denn Br. Ellefsen ist jetzt auch ganz anders als früher. John braucht Wegleitung und Unterstützung. Man hätte im eigenen Umfeld genug damit zu tun, Menschen – in Christi Kraft – zurechtzuhelfen. Es herrscht ein bedauerlicher und spürbarer Mangel an Personen für diese Aufgabe eines Dieners. Aber was soll man tun? Dieser Dienst ist wenig angesehen; man achtet nur auf die Redner am Rednerpult. Die Folge bleibt dann auch nicht aus, denn die Gemeinden werden nicht in der Wahrheit eingewurzelt und gegründet, sondern kommen sehr oberflächlich und billig davon.
Jetzt ist es spät am Abend und hier schlafen alle zusammen.
Brüderliche Grüße
Dein Bruder Johan