danke für den Brief, den ich erhielt und aus dem ich sehe, dass du vorhast, nicht nach Hause zu fahren. Neulich bekam ich einen Brief von Vater. Es sieht so aus, dass er ein wenig hofft, dass wir beide kommen, denn er erwähnt etwas davon, dass er uns am Kai abholen will.
Wir hatten gestern bei Br. Ellefsen ein sehr lehrreiches Gespräch über Röm. 7. Gott hat uns durch diese Wahrheiten richtig gesegnet. Br. Aslaksen war vor zwei Tagen hier. Er ist sicherlich ein von Gott auserwähltes Werkzeug, das sich in Entwicklung befindet. Er hatte zwei von Torreys Büchern gekauft über „Taler til Guds medarbeidere“ (Reden an die Mitarbeiter Gottes). Dieses Buch habe ich ausgeliehen und durchgelesen. Pauline hat es auch gelesen, es war ausgezeichnet. Er (Aslaksen) fängt jetzt an, eine größere Einsicht zu bekommen. Am Anfang sprach er meistens nur über den Pfarrer und die Kirche und seine Bekehrung an Bord. Aber jetzt kann er bei allerhand mitreden.
Auch Br. Ellefsens Schwägerin bekam ziemlich viel Licht über Christi Leidensgemeinschaft, Werke des Leibes und Werke des Fleisches. Gottes Geist hat es uns so klar gemacht, dass wir vor Freude jubelten. Br. Ellefsen sagte, dass es klarer und klarer wird.
Ja, die Wege Gottes sind wundersam. Mein Wunsch ist, dass Gottes Volk richtig in der Wahrheit gegründet und eingewurzelt wird.
Madame Guyon sagt, dass Gottes Führungsgeist auf einzelnen Menschen ruht. Das ist nicht der Geist, der zur Wiedergeburt führt, sondern dazu, dass man andere Seelen leiten kann. Wenn jemand diesen Geist hat und untreu ist, dann wird dieser Geist den Betreffenden verlassen und auf jemand anderem ruhen; er kann nicht verlorengehen.
Als Beispiel aus der Bibel nennt sie Saul und David sowie Judas – ein anderer empfing sein Amt. Sie bezeichnet diesen Führungsgeist als „apostolisch“.
Ich schreibe dies nieder, denn es ist wertvoll, darüber nachzudenken. Wer nach diesem Geist leiten und richten soll, muss frei davon sein, eigene Überlegungen anzustellen, wenn der Wille Gottes geoffenbart wird, ebenso wie auch die menschliche Vernunft davon getrennt bleiben muss, sagt sie.
Ja, dies ist ja gleichbedeutend damit, dass Gott in der Gemeinde als erstes Apostel, danach Propheten, Hirten, Evangelisten, Lehrer usw. eingesetzt hat, damit die Heiligen zugerüstet werden.
Sicher ist, dass man Gottes Geist braucht, um Fürsorge für andere zu haben und sie leiten zu können. Das kann man nicht von sich aus. Sie sagt, dass Gott von solchen Seelen, die Hirten für andere sein sollen, unbedingten Gehorsam und Treue fordert und das ist wahr. Man darf keine Rücksicht auf sich selbst oder auf das nehmen, was einem selbst angenehm ist, sondern muss in aller Treue und Liebe vor Gottes Angesicht stehen. Petrus bekam eine ernste Ermahnung, als er den Auftrag erhielt, die Herde Gottes zu hüten.
Wenn du nicht fährst, dann bist du ja an Ostern hier willkommen. Doch ich glaube, dass Vater dich zuhause erwartet. Seinen Brief lege ich bei, so kannst du selbst entscheiden.
Herzliche Grüße
Dein Bruder JohanDer Junge schreit und ich bin mit ihm alleine.
