Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 7. März 1910

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 7. 3. 1910
Lieber Bruder Aksel,
Gottes Gnade und Friede.

Danke für den Brief mit der Einladung, an Ostern nach Kristiansand mitzukommen. Ich danke dir für den Vorschlag und das Angebot, die Reise zu bezahlen, doch im Moment empfinde ich keine besondere Lust, dorthin zu fahren.

Gestern hatten wir einen so gesegneten Nachmittag bei Br. Ellefsen. Br. Aslaksen war richtig in Feststimmung und er bat Gott mit großer Kraft darum, für die Aufgabe, zu der Gott ihn erwählt hatte, mit Gottes Geist und Kraft erfüllt zu werden. Ellefsens Schwägerin hat über die Freimachung in Christus mehrfach Licht von Gott bekommen. Sie gehört nämlich zu denen, die im Versammlungshaus in Grimstad zusammenkommen. Schwester Pedersen, der das Haus gehört, in dem Br. Ellefsen wohnt, fängt auch an, das Licht des Herrn zu sehen, wenn auch schwach.

Mit dem, was du darüber schreibst, in Christus Jesus zu bleiben und in ihm vorwärtszugehen und gleichzeitig den Dienst an Sündern auszuführen, den Gott wirkt, bin ich selbstverständlich vollkommen einig.

Es ist nicht die Arbeit mit Sündern, die trennt, sondern vielleicht eher das, dass die religiösen Leiter uns auf die Zinnen der Ehre emporheben, wenn wir mit ihnen in Berührung kommen. Und dies kann man nicht ertragen, ohne Schaden zu erleiden.

Deshalb ist es am allerbesten, alle Zusammenarbeit mit fleischlichen Leitern zu vermeiden und für sich alleine als für Gott zu arbeiten. Man muss ein abgesondertes Gefäß sein, wenn man ein Gefäß zur Ehre sein will. Die Sache auf diese Weise anzugehen, gibt auch am meisten Autorität, denn ihre fleischlichen Ehrenbezeugungen sind nur das Netz der Spinne und die Schere Delilas. Haben sie uns erst gefangen, dann lachen sie uns mitten ins Gesicht und stechen uns mit Freuden die Augen aus. Das rechte Auge ist geistliche Einsicht, sagt Madame Guyon. Man muss sich alle möglichen Menschen 3 Schritte vom Leib halten und am allermeisten religiöse Leiter, wenn man Fechtabstand und Platz behalten will, um das Schwert des Geistes schwingen zu können. Dieses gottlose Zusammenschmelzen mit allen möglichen Arten von Menschen ist ein wahrer Ekel. Man wird von ihrer Unreinheit nicht rein, ehe man sich 7 Tage außerhalb des Lagers gereinigt hat. (Sie sollen sich zu uns kehren – nicht wir uns zu ihnen.)

Bruder Aslaksen wird ein wahrer Streiter. Es ist eine Freude, ihn zu hören. Ich spüre, dass er eine innige Liebe im Geist zu uns hat. Er hat sich mit einem ganz gewöhnlichen Mädchen, das nur auf die Volksschule gegangen ist, verlobt. Aber sie ist zu Gott bekehrt. Sie ist eine Schwester von Gustav Wiik, der während der Gjøaexpedition starb. Br. Ellefsen kann ich kaum wiedererkennen. Seine ganze Rede dreht sich darum, den Rest seines Lebens in Christi Fußspur zu wandeln.

Br. Torrey sagt, dass man oft eine neue Geistestaufe braucht, um arbeiten zu können; nicht um wiedergeboren zu werden, sondern um Kraft für die Arbeit zu haben. Dies trifft vollkommen zu. Er sagt, dass die Leute, die bis ins Unendliche mit der alten Kraft und Erfahrung weitermachen, in die Irre gehen. Es ist gut, dies zu beachten. Es war Br. Aslaksen, der dies gefunden hatte und uns vorlas. Vielleicht war es dies, was Schw. Palme fehlte. Ich glaube, dass auch wir größere Kraft für unsere Arbeit brauchen.

Brüderliche Grüße

Dein Johan

Du warst beim Fest nicht dabei, deswegen sende ich anbei deine 25 Öre in Briefmarken zurück.