es ist besser, auf den Tadel des Weisen zu hören, als dem Gesang der Narren zu lauschen! Pred. 7, 5. Denn Bedrückung kann den Weisen zur Tollheit bringen. Pred. 7, 7. Wer Zucht liebt, der wird klug; aber wer Zurechtweisung hasst, der bleibt dumm. Spr. 12, 1. Der Gerechte wird in Ewigkeit nicht wanken, aber die Gottlosen bleiben nicht im Land. Spr. 10, 30.
Die Weisheit ist strahlend und unvergänglich und lässt sich gern erkennen von denen, die sie liebhaben, und lässt sich von denen finden, die sie suchen. Weish. 6, 13. So erkannte ich alles, was verborgen und was sichtbar ist; denn die Weisheit, die alles kunstvoll gebildet hat, lehrte mich‘s. Denn es wohnt in ihr ein Geist, der verständig ist, heilig, einzigartig, vielfältig, fein, behend, durchdringend, rein, klar, unversehrt, freundlich, scharfsinnig, ungehindert, wohltätig, menschenfreundlich, beständig, gewiss, ohne Sorge; sie vermag alles, sieht alles, und durchdringt selbst alle Geister, die verständig, lauter und sehr fein sind. Denn die Weisheit ist regsamer als alles, was sich regt, sie geht und dringt durch alles – so rein ist sie. Weish. 7, 21 ff. Wenn du in Besitz dieses Geistes kommen willst, so wird er dir an der Türschwelle begegnen. Wenn du ihm gehorsam bist, wird er dich bearbeiten und ausbilden, bist du aber ungehorsam, dann wird er dich verlassen. Von Geschlecht zu Geschlecht bildet er die Heiligen Gottes aus.
Gottes Geist ist nicht abhängig von festgefahrenen Bräuchen und Zeremonien, denn er ist sehr beweglich. Und er macht denjenigen sehr beweglich, der von ihm ausgebildet wird. Die Weisheit wird ewig regieren. Wollen wir daher in den Besitz der Würde kommen, mit ihm regieren zu dürfen, dann müssen wir auch an der Weisheit teilbekommen. Christus ist die Weisheit Gottes. Das Werk, das in Christus offenbart ist, ist die Weisheit Gottes. Der Anfang der Weisheit ist, seine eigene Verdorbenheit zu erkennen. Aber in Christus ist nicht nur der Anfang der Weisheit, nein, in ihm liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen. In ihm wohnt die ganze Fülle Gottes leibhaftig. Die Fülle Gottes ist der Geist, der mächtig ist, uns in alle Wahrheit zu leiten. Die Fülle der Wahrheit wiederum ist Christus und Christus und der Vater sind eins. Christus ist der Mittler zwischen Gott und dem Menschen, darum wird er auch „der Weg“ genannt. Der Vater ist nicht „der Weg“. Gott ist einer, doch der Mittler ist nicht für nur einen. Stellen wir uns einen kleinen Jungen vor, der von Anfang bis Ende die Schule durchläuft, um Professor zu werden. Es sind ja nicht alle seine Lehrer nur für einen da, aber sie bilden alle zusammen den einen zum Professor aus. Dieses Bild ist zwar nicht so vollkommen, aber es kann doch zum Verständnis führen. So heißt es auch: Niemand kann zum Sohn kommen – es sei denn, dass ihn der Vater zieht; aber wer vom Vater lernt, kommt zum Sohn. Der kleine Junge sieht erst auf den Professor und setzt sich den Beruf des Professors zum Ziel. Danach fängt er an, bei den verschiedenen Lehrern die Stufen zu durchlaufen. Der Sohn ist der Weg zum Vater. Er ist der Lehrer in Gerechtigkeit. Niemand kommt zum Vater als nur durch den Sohn. Wer den Sohn verleugnet, der verleugnet auch den Vater. Christus lehrt uns Schritt für Schritt. Wir haben Zugang durch den Vorhang, das ist sein Fleisch. Christus starb und durch seinen Tod schauen wir ins Innere hinter den Vorhang. Das bedeutet: Wir müssen mit ihm sterben. Wer gestohlen hat, gibt diese Begierde in den Tod; der Eitle gibt sich dem Tod hin. Die Begierde nach Tabak in den Tod. Die Begierde des Trinkens und der Faulheit in den Tod. Auf diese Weise werden wir dazu ausgebildet, ihm in seinem Tod gleichgestaltet zu werden. Phil. 3.
Der Knecht bittet bis ins Unendliche um Vergebung und Vergebung. Wir dagegen bitten Gott, die Begierde, die die Ursache zur Sünde war, mit der Wurzel auszureißen. Dadurch werden wir immerdar in den Tod gegeben, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserem sterblichen Fleisch.
Dies ist der Zugang durch sein Fleisch. Wie viele haben Lust, hier hindurchzugehen???? Fleisch und Blut erben das Reich Gottes bestimmt nicht, denn hier kann die fleischliche Gesinnung keinen Raum zum Atmen bekommen. Die Stimme „Schone dich selbst!“ ist immer vom Teufel.
Paulus sagte mit Tränen in den Augen, dass die meisten Feinde des Kreuzes Christi waren. Lass uns immer in der Lehre bleiben, die zur Gottesfurcht führt, denn das ist die Lehre Christi.
Wir kennen hinfort niemanden mehr nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist. Diejenigen, die fleischlich sind, können Gott nicht gefallen und dann können sie selbstverständlich auch uns nicht gefallen. Darum suchen wir nicht, den Menschen zu gefallen und ihren Beifall zu bekommen wie die Welt, sondern wir suchen Gottes Ehre. Und dann darf unsere Ehre der Hohn und Spott der Welt sein.
Alles, was uns binden und fesseln will, ist nicht von Gott, sondern vom Teufel. Die Aufgabe des Sohnes ist immer freizumachen. Es ist nicht gleichgültig, wie wir uns in der Welt verhalten. Setze ich mich in ein Zugabteil, dann riskiere ich, dass der Wagen mit mir davonrollt. Aber setze ich mich in den Keller, dann komme ich bestimmt nirgendwohin. Setze ich mich in die Staatskirche, dann nimmt sie mich mit. Und gebe ich mich dem Geist Gottes hin, dann führt dieser mich. Dass aber ein Unterschied zwischen dem Geist Gottes und der Staatskirche ist, daran zweifelt wohl niemand. Gottes Geist schreibt mich mit dem Finger des lebendigen Gottes in das Buch des Lebens, während die Staatskirche mich mit Feder und Tinte durch einen ihrer Priester ins Kirchenbuch einschreibt. Doch wir sind ein königliches Volk, ein heiliges Priestertum, ein Volk des Eigentums, damit wir die Tugenden dessen verkündigen sollen, der uns aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht geführt hat. Wir sehen also, dass diejenigen Priester sind, die zu seinem wunderbaren Licht geführt wurden. Die Priester im Alten Bund sollten das Volk lehren, zwischen Reinem und Unreinem zu unterscheiden. Ebenso heute.
Nun kann jemand fragen: Aber es ist doch wohl möglich, Lutheraner und Katholik und Methodist und Baptist usw. zu sein und dennoch ein Kind Gottes zu sein?? Gottes Geist treibt den Menschen nicht in so ein Menschenwerk hinein, sondern welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Wir haben ein Reich bekommen, das unerschütterlich ist und nicht mit Händen betastet werden kann. Dass aber die Sekten erschütterlich und betastbar sind, das sehen wir zur Genüge; abstrakter als das sind sie nicht. Der Geist ist’s, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Somit gehört alles Sektenwesen zu dem, was nichts nütze ist. Was aber nichts nütze ist, ist nicht von Gott.
Rede mit einem Adventisten negativ über den Adventismus und er wird rasend. Rede mit einem Methodisten negativ über den Methodismus und er wird rasend – rasender, als wenn du negativ über Christus redest. Aber begegnest du einem Jünger Jesu, dann lacht er, wenn du nichts vom Lutheranismus, vom Methodismus und all dem bestehen lässt, wenn du nur gut über Jesus redest. Es hat nichts zu bedeuten, wozu man gehört, sagt man. Aber sieh zu, ob es nicht große Bedeutung hat. Die Menschen tun sich in ihrer jeweiligen Synagoge zusammen, doch ihr werdet aus den Synagogen ausgeschlossen werden, steht geschrieben. Es freut mein Herz, dass auch diese Wahrheit mein Teil geworden ist, denn ich bin von allen Synagogen ausgeschlossen worden. Nun gehöre ich der Sekte an, der überall widersprochen wird. Apg. 28, 22 – lies das. In dieser Sekte atme ich frei und gut, denn weder der Pfarrer noch der Küster wollen die Temperatur meiner Seele messen und mich nach ihren Lehrsystemen beurteilen, denn alle werden von Gott gelehrt sein. In dieser Sekte gilt nur eine neue Kreatur etwas. Der Prunk der Kirche und das Kreuz des Pfarrers taugen hier nichts, da niemand das Sichtbare vor Augen hat. Auch ist nicht der groß, der viel gelesen und studiert hat, sondern der ist groß, in dem der Geist des Herrn ist. Denn alleine Gott ist groß und ist derjenige, der in uns beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen wirkt. Unsere Befehle kommen nicht vom königlichen Kirchenministerium, sondern von ihm, der uns gelehrt hat, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen.
Ja, nun schließe ich für diesmal. Schreibe bald wieder, denn es ist sehr gut, von dir zu hören, wie es geht.
Dein Bruder
JohanIhr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch freimachen. Jeder, der Gerechtigkeit tut, ist von Gott geboren. Unser Geist wird durch Gehorsam am Kreuz ausgebildet. Ein Gefäß wird zur Ehre, ein anderes zur Unehre. Wir sollen nicht weinen und davonlaufen, wenn Gott sich unserer annimmt und uns ausbilden will. Gott verschonte seinen Sohn nicht, sondern der Sohn lernte Gehorsam an dem, was er litt. Wollen wir mit dem Tod des Sohnes vereint werden, dann müssen wir als Erstes mit seinem Leiden vereint werden. Dies ist die Gemeinschaft seiner Leiden. Phil. 3. Wenn wir mit ihm leiden, werden wir auch mit ihm verherrlicht werden. Ist dies alles nicht einfach? Erstarre nie in Formen und Bräuchen und äußerem Ansehen. Wirf die ganze „Ehre“ über Bord, dann wird Gott dich lehren und dich unterweisen und dir Ehre geben. Denn wen Gott ehrt, der bewährt sich in der Prüfung. Ja, es gibt viele Dinge, über die wir sprechen können, lieber Aksel, aber wir verstehen stückweise und weissagen stückweise. Weissagen heißt aber, im Geist reden und mit dem Verstand.
J.O.S.
