danke für deinen lieben Brief, den ich heute erhalten habe. Ja, jetzt haben wir wieder große Ereignisse hier in Horten durchlebt, weil Schw. Ellefsen (Unterkanonier Ellefsens Ehefrau) heute Morgen um 7 Uhr im Glauben an ihren Erlöser an Lungenentzündung gestorben ist. Wir beteten und glaubten und beteten und beteten, sowohl an ihrem Bett als auch in Versammlungen. Aber Gott hat sie trotz allem weggenommen. Ich wurde heute Morgen um 4:30 Uhr geholt und ging sofort zu Br. Ellefsen. Sie atmete gleichmäßig und schwer und war nicht bei Bewusstsein. Wir beteten und legten die Hände auf sie und taten alles, was man tun konnte; aber um 7 Uhr hörte sie auf zu atmen. Wir hofften immer noch und ich musste um 7:45 Uhr nach Hause gehen. Um 9 Uhr ruderte ich in einem tosenden Sturm aus Süden alleine zur „Sleipner“. Ich kam nach großer Anstrengung an Bord, wo ich alleine war, während der Sturm heulte und die Bezüge schlugen. Ich fühlte mich so traurig, wie ich mich seit Jahr und Tag nicht gefühlt habe. Ich versuchte, zurück zur Werft zu rudern, aber das Wasser tobte und ich konnte nicht vorwärtskommen, weil die Ruder aus den Rudergabeln springen wollten. Deshalb musste ich unterhalb der Keisemark landen und das Ruderboot da festmachen. Als ich um 11:30 Uhr wieder zu Br. Ellefsen kam, war Schw. Ellefsen kalt und hatte alle Anzeichen des Todes angenommen. Sie starb, während wir bei ihr waren, aber wir hofften und hofften. Sie war sehr damit einverstanden, heimzukommen, sagte sie am Tag davor zu ihrem Mann. Br. Ellefsen weint und trauert – armer Mann.
Letzten Samstag hatten wir eine gesegnete Zusammenkunft bei mir. Es war ein richtiger Musikabend. Die Brüder Berg und Brungot spielten Gitarre und Mandoline. Alle Geschwister waren eingeladen.
Ich bekam vor zwei Tagen einen Brief aus Australien vom Materialverwalter auf der „Sleipner“. Du weißt, dass er gefallen ist und an Bord schrecklich verhöhnt wurde. Jetzt hatte er Beriberi gehabt und während der Krankheit hatte er Gott wiedergefunden. Und jetzt freute er sich und musste das erzählen. Er bat darum, die lieben Geschwister bei Torjussen in Kristiansand zu grüßen. Er erinnerte sich daran, als er in seiner Kabine Jesus am Kreuz sah und an all die herrlichen freien Stunden dachte, in denen wir zusammen waren. Seekadett Aslaksen ist 3 bis 4 Mal bei mir gewesen, aber ich war leider unterwegs. Gestern sprach ich mit ihm, er hat richtig gestrahlt.
Ich habe einen langen Brief von Vater bekommen, in dem er schreibt, dass das, was Aanensen im Brief an dich erwähnte, eine alte Geschichte wäre und dass er glaubte, dass du vergeben würdest, da das Christi Gesinnung wäre. Ich schrieb gleich zurück und sagte, dass wir schon vergeben müssen, aber wenn niemand um Vergebung bittet, dann können wir keine Gemeinschaft mit diesen Menschen haben.
Es freut mich sehr, dass Schw. Palme nach Mjøndalen gekommen ist. Möge Gott ihre Arbeit dort segnen. Es wird auch dich freuen, jemanden zu haben, mit dem du sprechen kannst.
Ich glaube, man muss mit seinem Glaubensleben sehr sorgfältig sein. Gott straft sehr hart dort, wo das Licht groß ist. Man muss bis zum Äußersten treu sein. Was Gemeinschaft betrifft, muss man genau abwägen, weil unsere Gemeinschaft mit dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus ist. Möge Gott deine Schritte leiten und sicher machen.
Wir wollten am Sonntag ja mit den Geschwistern ein kleines Fest in unserem neuen Saal feiern. Ich weiß nicht, ob das jetzt aufgeschoben wird, weil Schw. Ellefsen gestorben ist. Vielleicht habe ich am Montag frei, weil Holmenkolltag ist. Es wird uns freuen, wenn du am Sonntag kommst.
Grüße Schw. Palme und sei selbst aufs Herzlichste gegrüßt von deinem Bruder
JohanDie beiden Texte habe ich mit schmaler Goldleiste und Glas einrahmen lassen. Das sieht richtig schön aus. Br. Isachsen würde so gerne ein solches Bild kaufen, wenn du Schw. Palme eines abkaufen und mitbringen könntest. Ich habe versprochen, dir das zu schreiben. Am liebsten eines, das etwas größer ist.
