Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 15. Januar 1910

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten 15. 1. 1910
Lieber Bruder Aksel,

danke für deinen lieben Brief und dafür, dass du nichts gegen meinen vorherigen Brief einzuwenden hattest.

Hier in Horten ist nun eine reiche Zeit mit Kämpfen und Siegen gewesen. In den Versammlungen bei Knudsen unter der Leitung von Br. Berg wurde es unerträglich, sodass sich viele der Geschwister bedrückt und kleinmütig fühlten. Ich persönlich fühle mich auch untauglich, die äußeren Abläufe bei den Versammlungen zu leiten. Aber dann wurde ich einig mit den Engagiertesten in der Schar und wir kündigten letzten Donnerstag eine Versammlung unter der Leitung von Br. Isachsen und anderen bei mir zuhause an. Stell dir vor, das Wohnzimmer wurde tatsächlich voll von soliden Menschen, sodass wir Stühle von oben holen mussten. Br. Berg kam auch und setzte sich unten neben die Tür und sagte nichts, doch betete er zu Gott. Wir erlebten eine der besten Versammlungen seit Jahr und Tag.

Als die Versammlung vorbei war, sagte ich zu den Versammelten, dass die Erfahrung gezeigt habe, dass Leitung nötig ist, wenn die Versammlungen zum Segen werden sollen. Ich wäre nicht geschickt zu leiten, aber mehrere von uns hätten an Isachsen gedacht und er wäre bereit dazu. Ebenso sprach ich ein wenig über die Gaben der Verschiedenen und dass wir damit einander dienen sollten usw.

Nach der Versammlung begleitete Br. Berg Isachsen ein Stück und sagte dabei, dass er in dieser Sache ganz einig mit mir wäre.

Wir haben nun vorläufig jeden Donnerstag Versammlung angesetzt.

Ich habe einen Text von Madame Guyon übersetzt und an Vater geschickt, aber das hätte ich nicht tun sollen, denn er nennt alles zusammen Knechtschaft. Ja, ich schicke es dir, dann kannst du selbst sehen. Es ist viel Wahres in dem, was er sagt, aber er versteht nicht, dass man prüfend lesen kann. Wenn alle über seine Lieder sagen würden, sie seien Menschenwerk und sie dann wegwerfen würden, dann glaube ich, dass er protestieren würde. Oder wenn ich alle seine Briefe als Buch drucken lassen und es Menschenwerk nennen würde usw., das würde ihm bestimmt nicht gefallen. Menschenwerke sind verschiedener Qualität und wir müssen die Dinge prüfen und verstehen lernen. Wie du siehst, habe ich an einer Stelle in Vaters Brief ein Fragezeichen gemacht, wo er sagt: „Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, das Leben, das in uns ist, reinigt (heiligt) uns von aller Sünde.“

Dieser Satz ist ganz irreführend. Er geht in seinen Gedanken davon aus, dass das Blut das Leben ist; und nun schließt er daraus, dass das Blut das Auferstehungsleben sei. Das Wasser und das Blut gehören zum irdischen Leben und nicht zum himmlischen.

Du weißt, dass wir dem Korps einen Vorschlag schickten. Dieser wurde dem Artilleriedirektor zur Begutachtung übersandt. Nach fast zwei Monaten ist dieser nun zum Korps zurückgeschickt worden. Der Korpschef rief uns hinauf und ließ uns das Schreiben des Artilleriedirektors ansehen und behalten, damit wir Anmerkungen machen konnten. Aus dem Schreiben geht hervor, dass er ziemlich zornig ist. Er sagt, dass der Vorschlag wenig Verständnis vom Dienst bei der Artillerie verrät, aber dass wir unseren eigenen Dienst und unsere eigene Tüchtigkeit überschätzten. Und er findet den Vorschlag letztendlich unbegründet.

Tatsächlich ist der Vorschlag sehr zutreffend und richtig gut und er hat trotz all seiner Mühe nicht einen einzigen Satz widerlegen können. Man erzählt, dass er starken Druck auf den Hauptarsenalverwalter ausgeübt hat, um diesen dazu zu bringen, etwas zu schreiben, was er selbst wollte. Man sagt, dass dem Hauptarsenalverwalter das Schreiben in dieser Sache drei Mal zur Überarbeitung zurückgeschickt wurde.

Jetzt haben wir vor, zum Schreiben des Artilleriedirektors Punkt für Punkt Stellung zu nehmen, damit der Korpschef Stoff für seine Arbeit bekommt.

(Der Abschluss fehlt im Original.)