danke für deinen lieben Brief. Gestern bekam ich von Br. Anthony eine große, schöne, mit Seide eingebundene Bibel (Hausbibel) mit folgender Inschrift:
„Für Joh. O. Smith
In tiefer Erkenntlichkeit für geistlichen Beistand, den du deinem geringen Bruder erwiesen hast.
A. I. Anthony.“
Mir wurde zumute, als ob man glühende Kohlen auf mein Haupt gesammelt hätte, denn ich bin kürzlich durch etliche geistliche Auseinandersetzungen gegangen, weshalb dies tröstend und heilsam auf mich wirkte und als ob Gott mich mit all seiner Barmherzigkeit und Gnade beschämen wollte.
Die Wege des Herrn werden mir Tag für Tag merkwürdiger und wundersamer, denn ich merke in Wahrheit, dass mir das Bittere süß wird. Dass mir eine solche „Ehre des Herrn“ widerfahren sollte, lag außerhalb meiner Vorstellungen.
Nicht der ist bewährt, der sich selbst empfiehlt, sondern der, den der Herr empfiehlt. Mögen wir immer die Ehre des Herrn suchen, dann wird uns der Wille Gottes immer gegenwärtig sein. Bei Pauline ist es nun bald soweit, daher musst du verstehen, dass ich diesmal nicht kommen und dich besuchen kann. Es ist unverantwortlich, gerade jetzt wegzufahren.
Ich hätte mich sehr gefreut, mit Schwester Palme sprechen zu können, denn ich habe das Gefühl, dass sie etwas will und ernsthaft strebt. Solche Menschen sind ja ebenso selten wie Diamanten.
Du hast in meinem letzten Brief von der Versammlung bei Br. Isachsen und von Br. Bergs Angriff gelesen. Ich habe viel darüber nachgedacht, doch Br. Bergs Behauptungen haben mich nicht zufriedengestellt. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich zwar vergangen hatte, aber worin konnte ich nicht erkennen. Doch gestern wurde es klar.
Es ist mit der Rede so wie mit dem Fleischessen. Wenn ein Bruder dabei sitzt und sich ein Gewissen macht, dann soll man kein Fleisch essen. Mein Gewissen erlaubte mir, so zu sprechen, wie ich tat, aber Br. Berg und mehrere andere hätten nicht dasselbe sagen können, ohne im Gewissen verletzt zu werden. Daher wurden ich und meine Rede nach dem Maßstab ihres Gewissens gerichtet. Doch wenn es nun heißt, dass man aller Knecht sein soll, dann habe ich mich in diesem Punkt vergangen und ich erkenne hiermit meinen Fehler.
Doch so, wie die drei Freunde Hiob nicht von seinem Fehler überzeugen konnten und Hiob sie schuldig sprach, weil ihr Gericht ungerecht war, ebenso fand ich auch Br. Bergs Rede nicht berechtigt, denn er traf nicht das Wesentliche. Doch hat Gott es mir offenbart und ich bin ganz zufrieden. Ich habe dies Br. Isachsen erzählt – sonst niemandem. Vielleicht – so Gott will – spreche ich die ganze Sache nochmals in der Versammlung an. Doch dies wird evtl. nicht zu Br. Bergs Ehre. Wir sollen aus allem lernen.
Herzliche Grüße von uns hier. Dein Bruder
Johan