Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 5. Dezember 1909

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 5. 12. 1909
Lieber Bruder Aksel,
Gnade und Friede.

Danke für deinen Brief, den ich gerade eben erhielt. Es freut mich zu hören, dass du ruhst und auch in körperlicher Hinsicht Fortschritte machst. Doch eines fehlt noch, du hast dir noch keinen vollen Glauben daran erkämpft, dass Gott dich heilen wird. Deine Gesundheit kann Gott in einem Augenblick wiederherstellen, aber dein Unglaube ist schwieriger zu heilen.

Du kannst dich nicht mit dem Gelähmten vergleichen, der 37 Jahre dagelegen hatte. Denn es war der Glaube derer, die ihn trugen, den Jesus ansah. Dieses Mal liegt da ein Gläubiger mit vollem Bewusstsein auf dem Krankenbett und du kannst nicht allein auf den Glauben derer vertrauen, die dich tragen – du musst selbst zu vollem Glauben durchbrechen. Ich selbst habe keinerlei Kampf mehr wegen deiner Krankheit, denn ich weiß, dass Gott sie wegnehmen wird. Dagegen habe ich jetzt Kampf mit deinem Unglauben daran, dass es so geschehen wird.

Du bittest uns, weiterhin für dich zu beten – und sagst weiter: „Ich glaube, der Herr wird siegen.“

Ich glaube überhaupt nicht, dass die Krankheit in sich selbst Widerstand besitzt, sodass Gott Schwierigkeiten hätte, über sie zu siegen, dass seine Kraft geschwächt wäre und auf einem niedrigeren Niveau als die Krankheit stünde. Wenn du glaubst, dass der Herr siegen wird, dann musst du wohl meinen über den Unglauben im Herzen daran, dass Gott mächtig ist zu heilen und heilen will.

Gottes Heilung hat nicht nur den Leib im Auge, sondern er hat eine entsprechende Krankheit im Herzen zu heilen. Daher kannst du überall, wo Jesus heilte, sehen, dass sie jubelten und Gott von Herzen priesen, denn es gab etwas im Inneren, das auch geheilt war. Lass es jetzt deine Aufgabe sein, dir vollen Glauben an Heilung zu erkämpfen, dann wird der Herr dich heilen.

Als Schwester Pauline Nilsen Roa geheilt wurde, konnten wir in unserem Geist spüren, dass sie glaubte. Deshalb geschah es auch. Jetzt liegt es an niemand anderem als dir selbst. Du bist der Mann, der durchbrechen soll.

Dieser Glaube wird deinen Frieden und deine Freude vermehren und gehört deshalb zum Himmelreich, das in Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist besteht. Und vom Himmelreich heißt es, dass man es mit Gewalt an sich reißen soll. Ich glaube kaum, dass du in dieser Sache dem Himmelreich Gewalt angetan hast, aber jetzt ist die Zeit dafür da. Kommt und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Er will, dass wir mit Macht auf ihn eindringen. Er will, dass wir prüfen, ob seine Verheißungen wahr sind oder ob es nur pure Fabeln sind. Er will die Sache auf die Spitze getrieben sehen, denn Gott ist selbst radikal und er liebt es nicht, dass wir in einer Sache, die uns auf dem Herzen liegt, ziellos sind. Bittet, so wird euch gegeben, Mt. 7, 7. Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.

Glaubst du dies, dann hast du schon, was du begehrst, und kannst dein Gebet mit Danksagung darbringen.

Lass mich nun sehen, dass du mannhaft und stark bist und kämpfe dich zu vollem Glauben durch und Gott wird es dir öffentlich vergelten. Mt. 6, 6.

Herzliche Grüße.

Dein in Christus kämpfender Bruder

Johan