Gottes Gnade und Friede.
Danke für deinen lieben Brief, danke auch für das Buch „Thomas von Kempen“. Ich habe einiges davon gelesen und es enthält viel Gutes. Zwar schreibt er etwas über die Hölle, von dem ich nicht weiß, woher er das hat; aber man muss ja selbst das Edle vom Unedlen trennen.
Jesus sagt in Mt. 21, 22: „Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr‘s empfangen.“
Seit jener Sonntagvormittagsversammlung und nach anschließendem Kampf im Gebet zuhause unmittelbar danach habe ich vollen Glauben daran bekommen, dass Gott dich heilen wird, sodass ich jetzt dahin gekommen bin, dass ich im Geist Gott danke, dass er dich heilen wird. Nun musst auch du Gott in dieser Sache Vertrauen entgegenbringen und ihn sein Werk vollbringen lassen. Es wird mich überaus im Glauben stärken, Gottes Werk mit dir zu sehen. Gott kann meinen Glauben und mein Vertrauen nicht kurz und klein schlagen, denn das würde bedeuten, mich zu zerbrechen, und auf diese Weise habe ich Gott nie kennengelernt. Dagegen hat Jesus uns gelehrt, Gottes Reich Gewalt anzutun, und er hat uns gelehrt, weder im Gebet noch im Begehren aufzugeben. Im Vertrauen auf die Lehre Christi und den Geist, der durch die Schrift hindurchgeht, und die Verheißungen, die uns gegeben sind, wenn wir beten, wage ich zu glauben und zu danken, als wäre es bereits geschehen. Was Gott in dir wirkt, musst du selbstverständlich befolgen, so wie du den Rat eines irdischen Arztes befolgen würdest, ja viel mehr. Und mit dem, was er wirkt und verordnet, musst du selbstverständlich zufrieden sein, wie es auch aussehen mag. Ich habe mich gefreut, dass du die letzten Nächte gut geschlafen hattest. Dann überlassen wir diese Sache also der Hand des Herrn.
Den Brief von Schwester Palme las ich heute an Bord. Ich glaube, sie sorgt sich sehr über Geister, von denen sie nichts versteht. In dieser Bewegung hat man sich viel mit Geistern befasst und man hat sich hier sehr kindisch benommen, glaube ich. Man erschreckt Kinder mit Trollen und Kobolden, so etwas ist auch hier geschehen.
Sicher haben wir Kampf gegen die Geistesmächte in der Luft, aber ich glaube, man muss sich dieser Mächte bewusst sein und sie nicht nur in der Einbildung haben.
Was nun Agnes Telle und Dagmar Gregersen betrifft, glaube ich, dass man zu ihnen nicht mit etwas kommen muss, was besonders neu sein soll, sondern im Gegenteil ganz natürlich versuchen sollte, ihren Blick auf Jesu Fußspur hinzulenken.
Man ist so geneigt, etwas Neues aus der Sache machen zu wollen, etwas, das niemand vorher gesehen und gehört hat. Wenn man die Sache auf diese Weise anpackt, entfernt man sich von Gottes Volk. Und diejenigen, die es annehmen sollten, werden aufgeblasen und werden sich als solche benehmen, die eines Hauptes länger geworden sind als das ganze übrige Volk.
Ich glaube schon, dass Schwester Palme ein wenig hiervon hören sollte. Ebenso braucht sie nicht zu erwarten, dass ihr Artikel eine Weltveränderung bewirkt, denn man ist träge, wenn es um Fortschritt in Gott geht. Ich habe auch oft geglaubt, dass ich die religiösen Verhältnisse umdrehen könnte, aber das hat nur dazu geführt, dass ich noch mehr isoliert wurde. Vielleicht wird sie ihr Eifer auch dahin führen. Sie scheint selbst etwas zu ahnen, wie es aussieht.
Ich habe jetzt einen ganz positiven Brief an Vater geschrieben. Er braucht wohl so etwas auch aus dieser Richtung.
Herzliche Grüße. Dein Bruder
JohanAnbei Schwester Palmes Brief zurück!
Ich habe heute Nachmittag das Wohnzimmer geputzt – Wände und Decke. Pauline erwartet nämlich ihr Kind im Januar, sodass sie im Moment nicht viel machen kann.
