danke für deinen Brief, den ich heute erhielt, wie auch für das Buch und die übersandten 22 Kr. Den Wein werden wir kaufen, aber inwieweit ich das Geld, das du für den Französischunterricht geschickt hast, annehmen kann, bin ich noch nicht sicher. Ich kann es dir ja noch später sagen. Bis dahin danke ich dir für deine gute Herzensgesinnung.
Dein Brief an Vater war außergewöhnlich voll gediegenen Inhalts. Gott hat dir ja Gnade gegeben, ihn einzuspinnen, wie die Spinne mit es mit ihrer Beute tut. Ich glaube, dass er schwer von dort herauskommt, wenn du damit noch eine Zeit weitermachst, bis er dir bestätigt, dass er sich in diesem Netz wohlfühlt. Dann kann man ihm Zustimmung geben – vorher nicht.
Wie du wohl selbst empfindest, muss man listig wie eine Schlange und einfältig wie eine Taube sein. Wenn man in allen Einzelheiten dem Geist gehorsam ist, dann geht es wie von selbst so.
Mein Herz war ganz einig mit dem, was du von Ludvig und der Gemeinde sagtest, die geopfert werden müsste. Alles muss geopfert werden, wenn man Frieden haben will. Alle fleischlichen Tränen könnte man sich ersparen, wenn man ein für alle Mal das Opfer brächte und es liegen ließe. Wenn Gott mir Gnade gibt, an Vater zu schreiben, dann werde ich ihn bitten, die Briefe aufzubewahren, die du ihm in diesen Tagen geschickt hast, denn ich glaube, dass sie lebensfähig sind. Wie ich höre, ist Bruder Anthony müde an Leib und Seele. Ich glaube, er muss ein enorm großes Opfer bringen, wenn er richtig mitkommen will. Ich glaube, es wird ihm wie dem reichen Jüngling gehen, wenn er nicht alles aufgibt.
Ich war gerade bei P. Roa draußen und habe ihr deinen Brief an Vater vorgelesen. Sie fing an zu weinen, weil sie eben heute mit dem, was im Brief stand, Kampf gehabt hatte, nämlich, dass man das Opfer auf dem Altar liegen lassen sollte, wenn es einmal dort hingelegt war. Später lasen wir von dem Strom in Hes. 47, wie alles leben sollte, wohin er kam, wie die Bäume ohne Aufhören Früchte trugen, V. 12, wie aber die Teiche und Lachen daneben nicht gesund wurden, sondern dem Salz überlassen blieben, V. 11. Bleibt man stehen und gehorcht Gottes Geist nicht, dann wird man ein solcher Teich und eine solche Lache, die dem Salz überlassen bleibt, und dann kann entlang der salzigen Ufer nicht Leben und Vegetation entstehen. Das Salz bewahrt das Wasser in der Lache vor Fäulnis, aber es bewirkt gleichzeitig, dass in der Nähe nichts wachsen kann. Man streut ja Salz auf die Gartenwege, um das Gras abzutöten. Auf diese Weise glaube ich schon, dass eine Seele durch die Kraft des Salzes bewahrt werden kann, selbst wenn sie stillsteht, aber sie ist nicht mehr fruchtbar. Die Seele kann durch die bewahrende Kraft des Salzes für den Tag unseres Herrn Jesu Christi gerettet werden. Man salzt niemals etwas Lebendiges, sondern das, was tot ist. Von fließendem Salzwasser habe ich nie gehört, doch der Strom war fließend. Der Strom muss ja absolut Gottes Geist sein. Wenn aber kein Salz im Strom war, dann darf das Salz auch nicht im Geist liegen. Aber wo liegt es dann? Der Herr ist der Geist und der Geist zeugt nur vom Opfer – nicht vom Salz am Opfer. Das Opfer ist Jesus und der Geist zeugt von ihm. Das Salz, womit das Opfer gesalzen werden sollte, ist ja außerhalb des Opfers. Was ist dann das Salz? Hier steht mein Verstand still, hier finde ich keinen Ausweg. Doch – vielleicht geht mir ein Licht auf. Das Salz bewahrt das Opfer als Opfer, sodass es für alle Geschlechter und zu allen Zeiten als Opfer gelten kann. Aber um durch das Salz als Opfer bewahrt zu werden, muss immer ein Objekt dafür vorhanden sein, und das ist der Mensch. Daher heißt es: Habt Salz bei euch selbst. Ihr seid das Salz der Erde. Also hat der Mensch Salz bei sich selbst. Mk. 9, 50. Ohne Salz kein Opfer. Und wollen wir unseren Nachkommen ein ganzes Opfer überliefern können, müssen wir Salz bei uns selbst haben, sodass wir ihn (Jesus) als Opfer überbringen können. Denn er wird nur von den Heiligen überbracht – von denen, die das Salz der Erde sind. Also sind die Heiligen das Salz der Erde, die Jesus als Opfer für die Geschlechter aufbewahren. Halleluja! Nun bekam ich Licht.
Dieses wunderbare Licht gab mir Gott eben jetzt. Ich schrieb drauflos und überlegte weiter bis zum vollen Licht. Du siehst selbst den Gedankengang darin.
Wie lieblich sind die Wege des Herrn! Denke, was für ein heiliger Auftrag, Salz sein zu dürfen, das Jesus als Opfer durch die Zeiten hindurch aufbewahrt. Die Apostel waren Salz, um das Opfer für ihre Nächsten aufzubewahren. Und diese wiederum gaben es weiter und so setzte es sich fort. Ja, jetzt verstehe ich in Wahrheit Jesu tiefgründige Worte: Ihr seid das Salz der Erde. Kein Wunder, dass das Salz, das seine Kraft verliert, nichts taugt. Merkwürdig, wie Gottes Geist alles Mögliche für uns analysiert. Wenn wir das Salz sind, dann kann das Salz nicht Leben und Vegetation hervorbringen, aber der Strom kann es.
Wenn du die Werke gottesfürchtiger Männer und Frauen durch die Zeiten hindurch ansiehst, dann waren es die Heiligen, die diese bewahrt haben. Die Heiligen sind das Salz. Aber dann müssen auch die Werke, die geschrieben wurden, Opfer sein!!! Denn jedes Opfer wird mit Salz gesalzen, d. h. aufbewahrt! Dies ist das Wort des Herrn und wir können auch unbesorgt darüber sein, was nach uns sein wird, wenn wir von hier gegangen sind. Sind wir davon nicht freigemacht, dann ist unsere Arbeit kein Opfer und kann selbstverständlich nicht gesalzen und als Folge davon nicht aufbewahrt werden. Hier ist ein ausgedehntes Feld, wo die Früchte bleiben, wenn sie geopfert und gesalzen sind. Merkwürdige Verheißungen, merkwürdige verborgene Schätze an geheimen Orten. Wir können Gottes Weisheit und Majestät nicht genug bewundern.
Ich glaube, dass dein Leib durch das Salz als Opfer bewahrt werden kann. Denn aufgrund deines Dienstes in Christus werden viele Heilige (das Salz) wirksam sein. Sie werden für dein Leben beten aufgrund des Dienstes, den Gott dir gegeben hat, weil du geopfert bist. Es muss genau sein. Gott vereinigt alles mit dem Kreuz. Wenn Gesundheit mit dem Kreuz vereint werden kann, dann wissen wir, dass der Wille Gottes Gesundheit ist, und dann gibt er Gesundheit. Viele der Heiligen entschliefen (starben), weil sie ein nachlässiges Leben führten. Weisheit von Gott verlängert die Tage. Ja, hier gibt es viel zu lernen. Wenn unsere Leiber als lebendige, Gott wohlgefällige Opfer hingegeben sind, dann ist es sicher, dass auch diese Opfer mit Salz gesalzen sind. Denn es heißt, dass jedes Opfer mit Salz gesalzen werden soll. Aber der Leib ist nur mit Salz gesalzen, solange er ein Opfer ist. Verliert das Salz seine Kraft, geht das Opfer in Verwesung über, in diesem Fall der Leib. Ebenso geht es mit allen anderen Opfern. (Habt ihr denn so viel umsonst erlitten?)
Das Buch von Madame Guyon, das du geschickt hast, war sehr willkommen und es wird sehr interessant werden, es zu lesen.
Lebe nun von Herzen wohl und sei aufs Herzlichste gegrüßt von deinem Bruder
Johan