gestern war ich krank und lag im Bett, doch heute geht es mir besser und ich bin auf. Ich glaube, es war eine leichte Grippe. Es ist gut zu wissen, dass wir, ob wir leben oder sterben, dem Herrn angehören. Die herrliche Hoffnung lässt uns nicht zuschanden werden, denn Gott ist wahrhaftig, auch wenn jeder Mensch ein Lügner ist. Es liegt an uns selbst, ob wir uns die Kraft zunutze machen wollen, die wir von Gott bekommen haben. Wir können unser Pfund vermehren und reich werden in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. Wir können uns mit Macht hineindrängen und so das Reich Gottes an uns reißen. Und das Reich Gottes – was ist das? Dieses Reich besteht in Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem Heiligen Geist. Lass uns daher nach Friede und Freude in dem Heiligen Geist trachten, denn dann drängen wir uns in das Reich Gottes hinein. Die Sünde brachte Krankheit, Not und Tod in die Welt und ihren Gesetzen ist unser Leib unterworfen. Wir haben aber in uns etwas, das nicht sichtbar ist, auf das man nicht zeigen und das man nicht mit Händen betasten kann, nämlich: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Unser Leib ist nur eine Hülle oder eine Wohnung des Geistes. Wir tragen diesen Schatz in irdenen Gefäßen. Ebenso wie unser Leib früher im Dienst der Sünde stand, soll er jetzt im Dienst der Gerechtigkeit stehen. Röm. 6, 19. Auf diese Weise wird unser Leib ein Glied Christi, denn er steht im Dienst von Gottes Geist und führt dessen Willen aus. Wir reden stückweise und wir erkennen stückweise. Es gibt viel über unseren Leib zu sagen, denn er dient auch dem Gesetz der Sünde. Doch wie David sagt: Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missetat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist. Es war ungeheuer lehrreich, was du darüber geschrieben hast, dass du bei der Radtour fluchtest: Denn mit diesem als Ausgangspunkt kann man zu herrlichen Ergebnissen kommen. Es war kein Falsch in deinem Geist, darum wollte der Herr dir diese Übertretung nicht zurechnen und daher warst du selig, wie David sagte. Wäre aber Falsch in deinem Geist gewesen, dann wärst du nicht davongekommen, bis du den allerletzten Groschen bezahlt hättest. Du dientest dem Gesetz der Sünde mit deinem Fleisch, aber deine Gesinnung war nicht beteiligt; denn du hasstest, was du getan hattest. Und dann warst nicht du es, sondern die Sünde, die in dir wohnt.
Wenn wir solche Dinge tun können und trotzdem die Erfahrung machen, dass die Gnade Gottes sie zudeckt und dass Gott uns keine Vorwürfe macht, dann kommen wir zu einer Schriftstelle, wo es heißt, dass die Gnade Gottes uns züchtigt, die Gottlosigkeit und die weltlichen Lüste zu verleugnen. Hier sehen wir die Zucht. Das ist Gottes Gnade. Wenn du einen Menschen sehr liebst und ihm völlig unbeabsichtigt etwas zuleide tust, würdest du dann nicht dein eigenes Tun hassen? Und wenn dein Freund dir dann nicht einmal Vorwürfe machen würde, würde das dann nicht alle Grenzen sprengen? Die Nachsicht deines Freundes würde dir zu einer enorm starken Zucht werden – weit stärker als achttägiger Arrest. Auf diese Weise züchtigt Gott. Gottes Gnade erzieht uns. Nun spricht Paulus von einigen Menschen, die Lust dazu hatten, umherzugehen und zu züchtigen, um andere zu ihren Knechten zu machen. Wenn ihr auch zehntausend solcher Zuchtmeister hättet, sagt er, so habt ihr doch nicht viele Väter. Diese zehntausend existieren heute noch genauso. Es ist aber die Gnade Gottes, die züchtigen soll, nicht die zehntausend Zuchtmeister. Lässt man sich von ihnen züchtigen und richtet man sich nach ihnen, dann wird es gehen, wie in Jes. 66, 17 geschrieben steht: Die sich heiligen und reinigen für das Opfer in den Gärten dem einen nach, der in der Mitte ist, und Schweinefleisch essen, gräuliches Getier und Mäuse, die sollen miteinander weggerafft werden, spricht der Herr. Man soll sich Gott gegenüber heiligen und reinigen und nicht gegenüber Menschen, die Getier und Mäuse essen. Wenn dich dein Gewissen nicht richtet, dann lass dich nie von den zehntausend Zuchtmeistern züchtigen. Denn es liegt einem Menschen nahe, züchtigen zu wollen, um möglichst jemanden zu gewinnen, sodass man sich dessen Fleisch rühmen kann. Doch wehe denen, die sich nach solchen richten. Selig ist der Mann, der über das Gesetz des Herrn Tag und Nacht nachsinnt.
Damit will ich für dieses Mal schließen, denn es ist nicht so einfach zu wissen, worüber man schreiben soll, bevor man erfährt, wie es geht. Offenbarung in der Erkenntnis Gottes wird einem jeglichen gegeben zu dem, was nützlich ist. Doch hieraus versteht man, dass es nicht nützlich ist, alles auf einmal zu bekommen. Sicher ist aber: Ihr werdet größere Dinge als diese sehen.
Schreibe bald wieder, denn deine Briefe geben mir Ausgangspunkte und Inhalte, mit denen ich arbeiten kann. Ich hoffe, dass sie daheim das Foto von Christian bekommen haben. Stehe daher felsenfest in der Reihe und kämpfe unter den Männern Daniels. Überlasse niemandem in Unterwürfigkeit das Feld, überlasse aber immer der Wahrheit das Feld. Wir werden über vieles mehr reden, lieber Aksel, das zur Freimachung und Erbauung dienen wird.
Dein im Licht und in der Gemeinschaft Christi ruhender Bruder
Johan