Gnade und Friede.
Danke für deine beiden Briefe, die eben ankamen. Ich schrieb gerade an Br. Anthony wegen meines Artikels, dass er auch in dieser Sache nur nach dem Willen Gottes handeln möge. Ob er ihn nun verbrennen, zur Seite legen oder veröffentlichen würde, so solle uns dies aufgrund der Liebe Christi nicht scheiden. Danach sagte ich etwas darüber, dass er den „Missionæren“ wohl auf den Altar legen und vom Feuer des Herrn verzehren lassen sollte, sodass er ihn in erneuertem Zustand zurückerhalten könne als eine Zeitschrift, vor der man Respekt haben würde. Er sagte mir nämlich, dass die Zeitschrift sein Lebensunterhalt wäre usw.
Gestern Abend war ich in der Versammlung bei Knudsen, wo Berg und Isachsen und mehrere andere Geschwister versammelt waren. Ich teilte Vaters Liederbuch aus und nach einer guten Versammlung erzählte ich, dass du und ich eine wunderbare Offenbarung von Gott über den Bräutigam und die Braut bekommen hätten. Ich erklärte dies, während tiefe Stille herrschte. Und tatsächlich ist es in die Herzen hineingeglitten und es kam eine heilige Freude über die ganze Versammlung. Heute habe ich mit drei Frauen gesprochen, die in der Versammlung gewesen waren, und sie freuten sich unsagbar. Br. Berg nahm dies an und freute sich. Er sagte, dass es gerade das war, was er jetzt nötig hatte. Er war übrigens ganz anders als früher – viel demütiger. Ich sprach von Heiligung und das Interesse wurde sehr groß, sodass während des Gebets praktisch durchweg um dieses gebetet wurde.
Heute habe ich Vater das Buch von Madame Guyon geschickt. Ich empfahl es vor ein paar Tagen in dem Brief an ihn und sagte, dass dies für alle Gerechtgemachten nützlich zu lesen wäre, sodass sie Heiligung verstehen lernen könnten. Und dass sie weitaus mehr Licht hatte als die meisten „Freigemachten“ unserer Tage und dass sie katholisch war. Etwas in dieser Art schrieb ich ihm.
Es ist bemerkenswert, den Brief von Br. Aanensen zu lesen. Er hat die Leidensgemeinschaft Christi wirklich richtig erfasst, das ist ja leicht zu erkennen. Jetzt wirst du sehen, dass Vater denselben Weg geht. Br. Anthony schrieb auch wunderbar. Nun bahnt sich eine Heiligungsbewegung an und zwar in einem größeren Ausmaß, als wir glauben. Es ist verwunderlich zu sehen, wie beständig und gut es vorangeht. Hier in Horten sind sie von einem starken Verlangen nach Heiligung ergriffen – nicht zuletzt Br. Berg, der gestern eindringlich darum betete.
Möge Gott in uns und in seinem Volk Gestalt annehmen!
Den Brief von Anthony anlässlich des Artikels über „die Bewegung“ füge ich bei, damit du sehen kannst, dass er wirklich um seine Zeitschrift bangt. Ich bat ihn, den Artikel am besten nicht zu veröffentlichen, weil sein Glaube und seine Werke übereinstimmen müssten, und dass er nicht Dinge tun sollte, die über die Belastbarkeitsgrenze hinausgingen.
Du sprichst davon, die Mauer zu untergraben, bis sie einfällt und die Mauer niederzuschießen. Ich bin darin voll und ganz einig mit dir, aber du weißt, dass ein Projektil genauso wenig zum Graben geeignet ist wie ein Spaten zum Sprengen. Aber da beides sehr notwendig ist und in positiver Weise auf die Mauer wirkt, möge der Wille des Herrn geschehen, sei es durch Spaten oder Projektil.
Hiermit einen herzlichen Gruß an dich da oben im Studierzimmer des Herrn. Ich konnte an den Briefen schon merken, dass du Rohmaterial für Unterweisung bist.
Hiermit ein herzlicher Gruß von deinem Bruder
JohanDu bekommst jetzt die Krankheit so lieb, dass es ein Opfer wird, sie loszuwerden, höre ich. Ja, gebe Gott, sie würde auf die Weise davonziehen. Übrigens eine ausgezeichnete Kur für Geist und Leib.
Anthonys Brief hätte ich gerne wieder zurück mit dem nächsten Brief, da es sein kann, dass ich ihn brauche.
