Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Johan mit Familie, 29. September 1909

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Solheim in Oddernes, 29. September 1909.
Lieber Sohn, Johan, mit Familie!
Gnade und Friede!

Deinen Brief vom 3. des Monats habe ich bekommen. Vielen Dank dafür. Ich hätte dir früher antworten sollen, aber ich hatte sehr viel zu tun auf allen Gebieten und deshalb ist die Zeit so schnell vergangen.

Sag mir, ist Aksel bei dir? Vor ca. 14 Tagen fuhr er von hier nach Larvik zu Antony und seitdem haben wir nichts von ihm gehört, obwohl ich ihn bat, bald zu schreiben und seine Adresse anzugeben, denn es kommt Post an ihn hierher. Bevor er abreiste, sagte er, dass er dich auf dem Rückweg nach Kristiania besuchen wolle. Ist er bei dir gewesen? Hier sind 2 Briefe und 2 Zeitschriften für ihn gekommen, außerdem ein Zettel vom Postamt hier, nämlich ein Posteinzug über 20,25 Kr. für den Beihilfeverein der Zahnärzte. Ich könnte diesen Betrag gerne bezahlen, aber da ich nicht weiß, ob er will, dass ich das mache, liegt der Zettel immer noch hier. Hierfür benötige ich seine Antwort. Kannst du dich darum kümmern? Die Briefe an Aksel sende ich dir heute in der Hoffnung, dass du seine Adresse hast.

Ich erwarte hierauf bald deinen Brief, damit wir erfahren, wie es Aksel geht. Er wird doch nicht krank sein? Wenn das der Fall wäre, sollte er nach Hause kommen. Er ist etwas schwach und deshalb fragen wir uns, wie es ihm geht. Als er hier abgereist ist, hat er gesund ausgesehen und ich will das Beste hoffen.

Zur Zeit sind wir gesund und munter. Mutter war etwas krank und hat zwei Tage im Bett gelegen, aber jetzt geht es ihr wieder einigermaßen gut. Es ist trist und einsam zuhause. Ich will danken und danke Gott, dass das Zeugnis in meiner Seele immer noch dasselbe ist, sodass ich mich jederzeit im Geist freuen kann, auch wenn nicht alles so angenehm ist. Ja, ich erwarte hier in dieser Welt auch nichts, da ich das Leben kennengelernt habe, wie es ist, nämlich ebenso reich an guten wie an bösen Tagen. Doch es wird langsam Abend und ich werde mich zur Ruhe begeben, so wie ich nun auch Ruhe in meiner Seele habe in Ihm, der meine Zuversicht und meine Ruhe ist.

Grüße die Geschwister. Grüße deine Frau und die Kinder. Schreib bald!

Sei gegrüßt von deinem Vater, deiner Mutter und von deiner Schwester zuhause.

Chr. J. Smith

Grüße Aksel und bitte ihn, dass er bald schreibt – eilends!