Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 20. April 1909

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 20. April 1909
Lieber Bruder Aksel,
Gott ist gut.

Danke für deine lieben Briefe, aus denen ich sehe, dass Br. Tollefsen aus Bergen zu Besuch nach Horten kommt. Mein Werk besteht nicht darin, nach außen zu korrespondieren, sondern nach innen, weshalb ich für diplomatische Verhandlungen wenig geeignet bin. Sie sind sicher für die Arbeit sehr notwendig, jedoch wird alles zusammen von dem getragen, was man von den göttlichen Quellen holen kann. Da nun das eine – um der Liebe willen – nicht auf das andere verzichten kann, müssen wir uns zur Verfügung stellen. Nicht so sehr um des Nutzens willen – sondern damit Gottes Volk umso schneller verstehen lernt, dass wir verschiedene Glieder am Leib sind und nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben. In Bezug auf das Obenstehende ist auch Br. Tollefsen herzlich willkommen, denn auch er hat mich willkommen geheißen, als ich in Bergen war.

Br. Andresen (mit dem Beinamen „der fröhliche Maurer“) ist nun hier in Horten. Er hat mehrere Versammlungen gehalten und wir können nur Gutes von ihm sagen. Es war zu großem Segen, was er verkündigt hat. Er hat für Christian um Heilung gebetet. Gestern sprach er auf dem Marktplatz. Er betet ohne Unterlass zu Gott. Heute Abend hält er wieder eine Versammlung in der Loge.

Einer der Laienprediger der Methodisten – Christian Borgersen, Vorarbeiter im Hafslund-Betrieb in Sarpsborg – erzählte bei einem Fest hier in der Methodistenkirche, dass er in Schweden mehrere junge Männer sah, die schwarze Schleifen trugen. Er fragte dann, was das bedeuten sollte, und bekam zur Antwort, dass das ein Zeichen war, dass man Gott leugnete. Wir leben in merkwürdigen Zeiten. Wir müssen uns an Jesu Worte erinnern: Wachet und betet!

Du schreibst von der Zeitschrift. Sie muss in Ruhe geboren werden und aus einem Bedürfnis heraus entstehen, denn Gott ist derjenige, der alle unsere Bedürfnisse in Jesus Christus ausfüllt. Die Spalten für die Mission sollten nicht von der Art sein, dass man in die Reisfelder Chinas versetzt wird und in die dortige Lebensweise. Dann könnte man ebensogut Indianergeschichten lesen. Im Gegenteil sollte die Arbeit für die Mission in Richtung einer raschen Evangelisierung gehen, da das Kommen Christi kurz bevorsteht und der Abfall bereits wirksam ist. Auf diese Weise werden die Rubrik mit Unterweisung, die Rubrik mit Mission und die Rubrik mit Bekanntmachungen unmittelbar Hand in Hand gehen und das Ganze wird direkt zur Gottesfurcht führen. Wir haben genügend „erzählende“ Zeitschriften. Wir brauchen eine „arbeitende“ Zeitschrift, eine Zeitschrift voll von Geist und Leben. Kann man durch Gottes Gnade eine solche in Gang setzen, wird sie „der Leiter“ für alles geistliche Leben im ganzen Land werden – nichts weniger. Und sie wird in sich selbst die Initiative zur Verbreitung tragen. Und in unserem Land wird dringend eine belehrende und unterrichtende Zeitschrift benötigt. Das Bedürfnis ist also bereits da, nur dass dieses (das Bedürfnis) sich in uns als Bürde konzentrieren muss. Und hat man es erst als Bürde bekommen, wird die Bürde als solche die Kraft sein, die durch Gottes Geist zur Durchführung der Arbeit treibt. Wenn Gott all unseren Bedürfnissen in Christus Jesus abhelfen will, dann sehe ich so gut wie keine andere Erfüllung meines Bedürfnisses als eben durch eine Zeitschrift. Denn Gott hat mir ein großes Verlangen gegeben, dieselbe Unterweisung, mit der er selbst mich unterwiesen hat, zu verbreiten. Aber mein Verlangen braucht ein Ventil, das Gott selbst nach seinem Wort zurechtlegen wird, um „allen Bedürfnissen“ abzuhelfen. Ich lege keinen größeren Wert darauf, meine Gedanken zu erklären, sondern ich schreibe direkt und ohne Umschweife, weil du ja verstehst, was ich meine.

Grüße Berglioth und die Geschwister. Brüderliche Grüße

Johan