Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 15. April 1909

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 15. April 1909
Lieber Bruder Aksel,

herzlichen Dank an dich und Berglioth für den Aufenthalt in Kristiania. Am zweiten Osterfeiertag fuhren Br. Ellefsen und ich nach Moss, wo Sehusen und Mitchel aus Skien predigten. Wir hatten vor der Nachmittagsversammlung eine gesegnete Gebetsversammlung bei Axel Wold. Es gibt in Moss eine ganze Reihe Nachzügler, die an „Christi menighet“ (Gemeinde Christi) geradezu hängen. Die Brüder Axel Wold und Breien sind jedoch unter denen, die volle Freiheit wünschen.

Morgen kommt Br. Andresen (der fröhliche Maurer) zu Berg, der aus diesem Anlass Versammlungen im Wohnzimmer von Knudsen annonciert hat. Wir haben jetzt keine regelmäßigen Versammlungen bei uns. Aber wir haben Gott und das ist das Beste von allem. Br. Berg geht es unverändert; ich werde nicht klug aus ihm. Vielleicht hat er vor, eigene Versammlungen zu starten. Ich hatte heute ein langes Gespräch mit ihm, aber er hielt an demselben fest. Br. Andresen und er, kann ich mir vorstellen, kommen gut miteinander zurecht. Ich habe einen Trostbrief an Br. Axel Wold in Moss geschrieben, denn ich verstehe, dass sie mit vielem zu kämpfen haben. Darin habe ich aus der Schrift bewiesen, dass wir den Geist brauchen und nicht allein den Buchstaben. Ich habe auch für den „Missionæren“ einen Artikel über die verpestete Lehre geschrieben, die davon spricht, aus Röm. 7 in Röm. 8 hinüberzuhüpfen. Ich traf nämlich in einer Gaststätte in Moss einen Bruder, der auch in Röm. 8 hineingekommen war. Ein anderer Bruder dagegen hörte gespannt zu, wie ich das erklärte. Er stellte viele Fragen vorwärts und rückwärts, aber zum Schluss erklärte er, dass er vollkommen einig wäre und dass es ihn sehr gefreut habe, es auf diese Weise zu hören. Er war freigemacht und ging bei den lutherischen Geschwistern ein und aus.

Wie es sich nun für mich persönlich entwickeln wird, weiß ich nicht. Es scheint überall verschlossen zu sein. Nur ein paar Zeitschriften ermöglichen mir vielleicht, mich zu äußern. Gott ist es, der verzäunt, und Gott ist es, der aufschließt, hiermit ist nichts zu machen. Gott hat uns jedoch ein vertrauteres Verhältnis mit den Geschwistern in Moss gegeben.

Wir haben die Darstellungen des „Ørebladet“ (Das Ohrenblatt) gegen Br. Barratt gelesen. Wir leben in merkwürdigen Zeiten, doch möge Gott uns Gnade geben, in allen Dingen wach zu sein.

Grüße die Geschwister, grüße Berglioth und sei selbst auf das Herzlichste gegrüßt von deinem Bruder in Christus Jesus

Johan