Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 28. März 1909

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 28. März 1909
Lieber Bruder Aksel,

deinen lieben Brief habe ich heute erhalten. Vielen Dank dafür. Ich sehe in der „Byposten“, dass du einen meiner privaten Briefe veröffentlicht hast. Ja, es schadet nicht, die Erkenntnis Gottes in jeder Weise kundzumachen, sodass Gott in allen Dingen und auf jede Weise durch uns in Christus Jesus verherrlicht werden kann.

Ich habe für die Byposten einen Artikel über unreine Geister geschrieben. Wir sehen in Mt. 8, 28 ff., dass die bösen Geister baten und sprachen: Willst du uns austreiben, so lass uns in die Herde Säue fahren. Und er sprach: Fahrt aus!

Jesus sprach hier mit den bösen Geistern und nicht mit den Besessenen. Die Besessenen waren von den bösen Geistern überwunden, die sogar Sinn und Sprache in Beschlag genommen hatten. Apg. 19, 13 berichtet uns von Skevas Söhnen, die versuchten, die bösen Geister zu beschwören. Aber der Geist antwortete ihnen: Jesus kenne ich wohl und von Paulus weiß ich wohl; aber wer seid ihr? Hier war es wieder der Geist, der das Wort führte.

Vor etwa zwei Jahren war ich draußen auf dem Land bei einer Tante meiner Schwiegermutter. Diese Tante war etwas merkwürdig geworden dadurch, dass vonseiten ihrer Verwandtschaft Geld von ihr erpresst worden war. Sie grämte und ärgerte sich so darüber, dass sie empfand, dass sie den Halt verlor, sagte sie. Von demselben Moment an sagte sie, dass sie nicht errettet werden könnte. Ich redete mit ihr persönlich und fragte, ob wir nicht beten sollten. Ja, Sie können gerne beten, sagte sie, aber für mich brauchen Sie nicht zu beten, denn ich kann nicht errettet werden. Eine ältere Frau, die ebenfalls anwesend war, fragte die alte Tante, ob sie Wort für Wort nachsprechen wollte, wenn sie beten würde. Ja, Sie verstehen wohl, dass ich die Worte nachsprechen kann, sagte sie, aber mir hilft das ja nicht. Ich ging unverrichteter Dinge von dort weg und konnte nichts tun. Meine Schwiegermutter war später dort. Sie war ebenfalls sehr verzweifelt ihretwegen, legte aber – beinahe unbewusst – die Hände auf ihren Kopf und gebot dem bösen Geist in Jesu Namen auszufahren. Die alte Tante sah sie verwundert an und war von demselben Moment an geheilt. Etwa einen Monat später starb sie im Glauben an ihren Erretter an Lungenentzündung.

Du verstehst also, dass ich nicht mit der alten Tante gesprochen hatte, sondern mit dem bösen Geist, von dem sie besessen war.

Hier in Horten gibt es eine andere Frau, die sehr viel ins Versammlungshaus gegangen ist. Sie ist jetzt besessen. Sie sagt, dass sie nicht errettet werden kann, und will nun keine Nahrung mehr zu sich nehmen. In der letzten Zeit ist sie auch stumm. Man muss sie künstlich ernähren. Sie ist jetzt auf dem Land in Pflege.

Es ist sehr notwendig für uns zu wissen, dass wir Leuten begegnen können, mit deren Geist wir ins Gespräch kommen, nicht dagegen mit der Person selbst. Ob nicht die Irrenhäuser voll von solchen sind? Ich dachte, es könnte gut sein, durch die Byposten ein wenig Erkenntnis hierüber zu verbreiten. Deshalb sandte ich einen Artikel ein. Im Namen Jesu könnten wir dann die bösen Geister austreiben und auf diese Weise den armen Menschen zu Hilfe kommen.

Es ist ein deutliches Kennzeichen, wenn der böse Geist sagt, dass er nicht errettet werden kann.

Gewöhnlich werden Leute vermutlich dadurch besessen, dass sie über eine besondere Sache solange grübeln, bis sie ganz durcheinander sind – und den Halt verlieren. Die betreffende Person ist dann vollständig besiegt und man bekommt es mit dem Geist, der die betreffende Person besiegt hat, zu tun und nicht mit der Person selbst.

Wir sehen also den Unterschied zwischen dem bösen Geist und der Person, in der der böse Geist Wohnung genommen hat.

Möge Gott sein Volk aufwecken, dass man auch solchen Armen zur Hilfe kommen kann, denn es gibt ringsumher sicher mehr von solchen, als wir ahnen. Aber normalerweise werden sie als solche betrachtet, die den Verstand verloren haben.

Petrus war nicht besessen, aber er ließ sich so sehr von Satan betören, dass Jesus sagen musste: Weiche von mir, Satan! Denn es war Satan, der in Petrus davon redete, dass Jesus sich selbst schonen sollte. Selbst unter Gläubigen muss man also prüfen, was gesagt wird.

Du musst zuhause grüßen, wenn du dorthin kommst. Grüße Berglioth und Br. Engstrøm. Sei selbst auf das Herzlichste gegrüßt von deinem Bruder und Mitarbeiter im Herrn

Johan