Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 18. März 1909

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 18. März 1909
Lieber Bruder Aksel,

danke für unser letztes Zusammensein und danke für deine Briefkarte. Gott ist gnädig und mächtig. Er bricht dort Bahn, wo sonst kein Vorwärtskommen ist, und wir können nur still stehen und seine wunderbare Erlösung bewundern. Alles, was Erlösung heißt, ist nun in Christus Jesus zu erhalten. Aber derjenige, der Christus auferweckte, in dem alle Erlösung zu erhalten ist, das ist Gott, der Vater. Als Gott den Sohn von den Toten auferweckte, hat er auch uns auferweckt. Also ist der Sohn nicht alleine auferstanden, sondern auch die Gemeinde, die sein Leib ist. Gott hat uns mit ihm auferweckt und mit ihm eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, Eph. 2, 6. Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Unser Leben ist verborgen mit Christus in Gott. Wir sehen also, dass Christi Auferstehung von einer weitreichenden Bedeutung ist. Christi Auferstehung geschah vor 1900 Jahren. Seit dieser Zeit hat keine neue Auferstehung stattgefunden. Daher verstehen wir, dass wir uns bereits vor 1900 Jahren in der Auferstehung in Christus Jesus befanden. Um aber weiter zurückzugehen, lass uns Eph. 1, 4 ansehen: Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war. Vers 5: In seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens. In Jesu Auferstehung sind also alle diejenigen auferstanden, die vorherbestimmt waren. Wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus gewirkt hat, als er ihn von den Toten auferweckt hat – davon können wir nur ein kleines Bruchstück begreifen, wenn wir uns vorstellen, in der Auferstehung mit ihm zusammen zu sein. Aber nicht nur in der Auferstehung müssen wir uns in ihm sehen. Auch während er hier auf der Erde wandelte, waren wir in ihm. Darum heiligte er sich selbst für uns, damit wir in Wahrheit heilig werden sollten. Er war das wahre Weizenkorn, das in die Erde fallen und sterben musste, um Frucht zu bringen. Aber ebenso wie die Weizenkörner in der Ähre aus dem Weizenkorn kommen, das in die Erde gelegt wurde, so kommen auch wir aus Christus. Dieses Weizenkorn braucht Jahrhunderte, um seine Körner zur Reife zu bringen, weil er der Heiland für alle Geschlechter durch alle Zeiten hindurch ist. Nun sollen wir – wie das erste Weizenkorn – die Liebe anziehen, die das Band der Vollkommenheit ist, Kol. 3, 14, damit der Friede Christi in unseren Herzen regieren kann, zu dem wir auch berufen sind in einem Leib.

Ich hoffe, an Ostern nach Kristiania zu kommen, so Gott will. Ich bekam heute eine Briefkarte von John W.

Sei auf das Beste gegrüßt von deinem Bruder in Christus Jesus

Johan