„Nicht gegen Fleisch und Blut!“
Von einem privaten Brief aus Horten zitiert:
Joh. 10, 27: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Man muss sich darin üben, die Stimme des Hirten zu hören – im täglichen Leben, in Versammlungen und überall. Wenn man die Stimme des Hirten gut kennt, kann man die Stimme des Mietlings und die Stimmen anderer Geister davon unterscheiden. Wenn man einen echten 5 Kronen-Schein gut kennt, kann man den falschen 5 Kronen-Schein schnell erkennen. In diesem Punkt brauchen wir gründliches Training, denn hier lernt man, Geister zu prüfen, zu wachen sowie jeglichen Misston herauszuhören. Man wird geistlich musikalisch, und die unharmonischen Saiten tun in den Ohren weh. Rings umher in den Versammlungen wird gründlich gegen die Stimme des Hirten gesündigt, daher auch so viel Trockenheit. Jesus hat ja selbst gesagt, dass dort, wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, da ist er selbst mitten unter ihnen. Daran müssen wir denken, dass Christus mitten unter uns ist, sodass alle Gedanken auf Ihn gerichtet sein können. Diesen Sonntag hatten wir eine bemerkenswert gesegnete Versammlung. Die Erkenntnis Gottes fängt nun an, sich mehr als je zuvor in der Versammlung zu verbreiten.
Wir sprachen in einem der Briefe von den verschiedenen Geistesmächten und ich glaube, dass es nötig ist, diese Dinge vor Augen zu haben.
Wir wissen, dass die alten Könige Israels und ihre Heere mit ihren Leibern gegen ihre Feinde kämpften. Sie hatten mit anderen Worten Kampf gegen Fleisch und Blut. Dies hatten sie, weil Christi Leib noch nicht gestorben war. Als Christus starb – und damit sein Leib – da starben alle Leiber. Daher ist der Kampf jetzt nicht mehr mit Fleisch und Blut. Eph. 6, 12: Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.
Hieraus geht deutlich hervor, dass alle unsere Kämpfe gegen die Geister sind – das Geisterheer der Bosheit. Alle unsere Siege müssen dann auch über die Geister sein und wenn jemand Niederlage erleidet, müssen es Geister der Bosheit sein, die den Betreffenden besiegen.
Lass uns ein Beispiel nehmen. Wenn jemand unter dem Geist der Mutlosigkeit leidet, so kann dieser Geist einen Menschen dahin führen, dass er nur noch schwarz sieht und sich vielleicht zum Schluss das Leben nimmt. Er wird dadurch auch ein Selbstmörder. Der Geist der Mutlosigkeit sammelte also zum Tod. Wenn jemand sich von einem Geist des Hochmuts besiegen lässt, dann wird dieser den Betreffenden schließlich in Schulden, in Betrügereien und Diebstahl bringen. Zum Schluss kann es das schrecklichste Ende nehmen. Also sammelt der Geist des Hochmuts zum Tod. Diese Geister können sogar in der Gestalt eines Engels des Lichts auftreten, 2. Kor. 11, 14: Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. Aber alle wollen zum Tod sammeln. Vollen Sieg über alle diese Geister zu erlangen, bedeutet, vollen Sieg über den Sündenleib zu haben.
Aus dem Obenstehenden sollte hervorgehen, dass man nicht genug darüber wachen kann, dass man den verschiedenen Geistern nicht zustimmt. Daher sagte auch Jesus zu seinen Jüngern, als sie wünschten, dass Feuer auf die Stadt fallen und diese verzehren sollte: Wisst ihr nicht, welches Geistes ihr seid? Ebenso zu Petrus, als er wünschte, dass Jesus sich selbst schonen sollte: Hebe dich, Satan, von mir. Petrus‘ Sinn war von Satan durchdrungen und Petrus gab Satan recht. Hier kann man nicht genug auf der Hut sein, denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit dem Geisterheer der Bosheit unter dem Himmel.
Wenn man nun immer aufmerksam auf die Stimme des Hirten achtet, wird man es, wie gesagt, leicht haben, diese Nebenstimmen zu erkennen und sie zu besiegen. Wenn die Geister uns unbekannt sind, können wir nicht so gut wissen, wie wir sie besiegen sollen. Wenn sie jedoch bekannt sind, dann ist es ja viel leichter.
Dieses Geisterheer der Bosheit hat in den Kindern der Welt Wohnung genommen, wo man allen Arten von Geistern begegnen kann. Daher haben wir Kampf gegen den Geist, der in den Kindern des Unglaubens wirksam ist. Beachte, dass die Geister in den Kindern des Unglaubens wirksam sind, um diese nach dem Bild des Teufels zu verwandeln.
Unseren Geist versucht der Teufel zu verderben. In Hes. 20, 32 heißt es: Und was in eurem Geiste aufgestiegen ist, wird keineswegs geschehen, usw. Hier hatte der Teufel im Geist der Kinder Israel aufkommen lassen, dass sie den Heidenvölkern gleich sein und Holz und Stein dienen sollten.
Nun ist der zweite Adam zu einem lebendigmachenden Geist geworden, 1. Kor. 15, 45. Unser Geist wird unter der Beeinflussung Christi lebendig gemacht. Daher gilt es, ständig darüber zu wachen, dass man die Stimme dessen hört, der lebendig macht. Denn das Trachten des Geistes ist Leben und Friede.
Dein Bruder in Christus Jesus
(Unterschrieben in „Byposten“ als J. O. H.)
