herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Gottes Friede.
Deinen lieben Brief habe ich bekommen und ich danke dir sehr dafür. Ich sehe daraus, dass du und Br. Gerrard in der Sache rein seid, um die es letztes Frühjahr bei der Versammlung bei Th. R. ging. Wenn doch die ganze Gemeinde, deren Schuldner ihr geworden seid, auch in derselben Sache rein wäre, sodass ihre Reinheit eure Reinheit wäre, genauso wie ihre Unreinheit – wenn ihr sie nicht rügt – zu eurer Unreinheit wird. Aber wenn in der Sache nicht über die ganze Linie Reinheit praktiziert worden ist, dann wird Gott darauf zurückkommen und in der Sache Gericht fordern. Nicht um der Sache willen, sondern um etwas hinauszureinigen, was in Gottes Gemeinde nicht existieren darf. Die Linien sind gezogen – die Linien des Geistes durch den Vorhang, das ist sein Fleisch.
Durch Gericht wird der Einzelne gereinigt und durch Gericht wird die ganze Gemeinde gereinigt. Das Gericht muss zuerst beim Vorsteher wirken, bevor es der Vorsteher auf die Gemeinde anwendbar machen und die ganze Gemeinde unter Gericht stellen kann, damit diese gereinigt werden kann. Der Vorsteher hat kein Recht dazu, das Böse in irgendeiner Form zu gestatten. Er bringt dadurch die Gemeinde auf ein fleischlicheres Niveau. Aber er hat das Recht, den Fehler zu tadeln und das Ganze einem Gericht zu unterziehen. Es geht ja nicht um die Sache mit Barratt, ob man nun Gelegenheit hatte, ihn zu grüßen oder nicht. Sondern es geht darum, von dem Geist frei zu sein, der die Person ansieht. Aber sind alle in diesem Punkt rein, dann ist ja alles rein, und dann ist es der reine Unsinn von Jensen und den anderen, jemanden für Dinge zu beschuldigen, die überhaupt nichts mit der Wahrheit zu tun haben. Ich bin keineswegs der Meinung, dass ihr die Verkehrtheiten von Holmkv. und Jensen akzeptieren sollt, sondern ich meine – dass, wenn sie hinausgetan sind, ihr in der Zeit, während sie drinnen waren, alles getan habt, was man für sie tun konnte. Denn wenn sie erregt sind, weil jemand innerhalb der Gemeinde sie auf eine fleischliche Weise verletzt hat, dann muss dieser Fehler gerichtet werden, ohne dass man damit Ja und Amen zu all ihren Verkehrtheiten sagen muss. Aber wenn gerade hier alles rein ist, dann folgt der Reinheit Frieden. Ist aber nicht alles rein, dann sieh selbst zu, ob du Frieden in der Sache erhältst – obwohl du an den Tagen in deiner Praxis beschäftigt warst und Gerrard in der Bank beschäftigt war. Ja, selbst wenn ihr in diesen Tagen im Herzen von Deutschland gewesen wärt, so glaube ich kaum, dass ihr unschuldig gewesen wärt, wenn ihr bei der Heimkehr für die falsche Seite Partei ergriffen hättet.
Aber nachdem ihr nun mit dieser Sache fertig seid (Möge es so sein, dass auch Gott mit Wohlgefallen damit fertig ist), so lasst uns diese abschließen. Gott selbst wird diese Sache wieder zur Sprache bringen, wenn es erforderlich ist.
Eine Gemeinde braucht die ganze Arbeitskraft ihres Vorstehers, wenn sie als eine reine Jungfrau vor Gott dargestellt werden soll. Aber wenn jemand viele seiner Interessen außerhalb der Gemeinde hat, dann befürchte ich, dass so jemand innerhalb äußerst wenig geeignet ist. Vorsteher wird man nicht im Schlaf; man muss die Geschwister durch aufopfernde Arbeit um Christus Jesus sammeln. Es ist nicht genug, nur seine alten Freunde nach dem Fleisch zu erreichen, da Gottes Gemeinde auch noch andere umfasst, die Pflege brauchen; ja vor allem Pflege. Man braucht nicht nur einen Mann mit einem Ehrentitel, sondern einen Mann, der es in der Praxis umsetzt.
Im Übrigen hat Gott in der Gemeinde Hirten, Evangelisten, Propheten und Lehrer sowie Apostel eingesetzt. Die Aufgabe, die man von Gott bekommen hat, muss man mit Eifer wahrnehmen. Aber es ist ja nicht so wichtig, dass man jeden Einzelnen ernennt. Man sollte die Aufgabe der Verschiedenen sehen können und jeden einzelnen um seiner Aufgabe willen hochachten, ohne das Fleisch so zu pflegen, dass die Begierde geweckt wird, etwas sein zu wollen. Jeder soll entsprechend der Aufgabe, die er tut und der Arbeit, die er ausführt, hoch geachtet werden. Niemand sollte über das Maß seiner Arbeit hinaus geehrt werden; denn das Fleisch ist nichts nütze.
Nun zum Schluss einen herzlichen Gruß an dich und an alle zuhause. Grüße Br. Gerrard mit Frau und Helga und die Wintersborger.
Dein Bruder
Johan