mich verlangt, dir wieder ein paar Worte in Christus Jesus zu senden. Gott ist ein gnädiger und barmherziger Gott, voll tiefem Frieden und tiefem Verständnis der Weisheit und der Erkenntnis. Er hasst Gottlosigkeit, daher macht er den Gottlosen gerecht durch seine eigene Gerechtigkeit, die er in Christus entfaltete, als dieser zum Fluch für uns wurde. Alle Strafe traf den Sohn, der die Sünde der ganzen Welt trug. Nun ist nur noch eine Sünde übrig und das ist Unglaube. Der Welt werden nicht um ihrer Werke willen die Augen über die Sünde aufgetan, sondern weil sie nicht an ihn glaubt. Unglaube hat Werke des Unglaubens und das ist die Sünde. Der Glaube hat Werke des Glaubens und das sind Früchte der Gerechtigkeit.
Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, sagt Johannes. Dies ist ein Evangelium, mit dem wir in alle Welt hinausgehen können, nicht um über Sünde zu predigen, sondern um auf das Lamm Gottes hinzuweisen, das die Sünde der ganzen Welt trägt. Wie nun durch den Fall des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so wird auch durch die Gerechtigkeit des Einen die Gerechtigkeit des Lebens über alle Menschen kommen. Aber der Gerechte wird aus Glauben leben. Also werden wir durch den Glauben gerechtfertigt wie unser Vater Abraham. Nun gibt es nur einen Glauben – eine Taufe – einen Gott – den Vater aller. Es ist nicht so, dass jeder durch seinen Glauben selig wird, wenn dieser von hunderterlei Beschaffenheit ist. Aber jeder wird durch seinen Glauben selig, wenn dieser Glaube der Glaube Jesu Christi, des Sohnes Gottes, ist. Denn nicht einmal der Glaube ist unser Eigentum, sondern es ist der Glaube des Sohnes Gottes. Dies ist der eine Glaube. Diesen Glauben hatten Abraham und alle die alten Gottesmänner, denn sie sahen auf die Verheißung. Diesen Glauben hatte der alte Simeon, denn er sagte: Nun lässt du deinen Diener im Frieden fahren, denn meine Augen haben dein Heil gesehen. Durch den Glauben haben die Alten ein gutes Zeugnis empfangen. Hebr. 11, 2.
Wenn man den Glauben bekommen hat, so ist doch der Glaube ohne Werke tot. Werke des Glaubens sind Früchte des Geistes. Durch den Glauben wird die Forderung des Gesetzes in uns erfüllt. Durch den Glauben werden wir durch und durch geheiligt. Durch den Glauben wachsen wir zum Haupt hin und zur Reife des Mannesalters in Christus. Wenn wir nicht werden wie die Kinder, kommen wir nicht in Gottes Reich hinein. Aber nachdem wir hineingekommen sind, sollen wir zu dem Wachstum gelangen, das Gott gibt. Und in diesem Reich heranzuwachsen bedeutet, in Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem Heiligen Geist heranzuwachsen, denn darin besteht das Reich Gottes.
Zucht bringt Weisheit. Welchen der Herr liebt, den züchtigt er, und er stäupt einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. Wenn du von dem Herrn gezüchtigt wirst, so ist dies keine Verdammnis. Wer nicht gezüchtigt wird, ist unecht und kein Kind.
Auf Zurechtweisung achtzugeben, bringt Verstand und eine mit Zucht vertraute Seele weicht vom Bösen. Nicht derjenige, der alt an Jahren ist, hat das rechte Alter; sondern Gottesfurcht ist das wahre Alter. Daher sagte Paulus zu Timotheus: Niemand verachte dich wegen deiner Jugend. Nicht immer versteht der Greis, was recht ist.
Lass uns von dem jungen Elihu lernen, was Weisheit und Verstand bedeuten. Hi. 32 ff. Wenn aber jemandem unter euch Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden, sagt Jakobus. Wer aber Weisheit von Gott begehrt, der stelle sich auf Zucht ein, denn Zucht bringt Weisheit. Die Weisheit verstellt sich anfangs; doch wenn sie uns vertrauen kann und sie uns mit ihren Forderungen geprüft hat, dann wird sie sich nicht mehr verstellen und auf rechtem Weg gehen. Jesus Sirach. Wer Weisheit sucht, soll fleißig in den Schriften der Alten und in den Propheten forschen. Weisheit wird durch passende Ruhezeit gewonnen. Wie kann der Weisheit erlangen, der nur von jungen Stieren redet und in der Lanze des Ochsensteckens seinen Ruhm findet?
Christi Werk besteht immer darin freizumachen. Wen der Sohn freimacht, der ist wirklich frei. Er hat uns befreit von dem Druck und der Forderung des Gesetzes, da er zum Fluch für uns wurde. Jetzt gilt in Christus nur eine neue Kreatur etwas. Das Alte ist vergangen und alles ist neu geworden. Wer kann eine neue Kreatur verdammen? Wer will zu einer neuen Kreatur mit Geboten und Forderungen und Flickwerk kommen? Wenn nun nichts anderes als eine neue Kreatur gilt, dann ist es ja vergeblich, zu seufzen und zu klagen und sich als Knecht unter dem Gesetz abzumühen und sich mit dem zu plagen, was nicht gilt. Kann ein Tor hier irregehen? Nein, aber wenn der Mensch an den Teufel glaubt, dann kann es schon geschehen. Denn der Teufel versteht gut, was menschlich ist, und dafür hat er einen Sinn, aber nie für das, was göttlich ist. Doch die neue Kreatur ist von Gott und diese kann der Teufel nie erreichen. Satans Kopf wurde am Kreuz zertreten, doch die neue Kreatur entstand nach Christi Tod. Daher hat der Teufel keine Kenntnis von dem, was geschehen ist, nachdem sein Kopf zertreten wurde. Er hat nur Sinn für das, was menschlich ist. Daher heißt es: Wer sein Leben verliert in dieser Welt, der findet das Leben. Der Teufel hat nur Verständnis für das Leben in dieser Welt. Je mehr wir aber unser Leben verlieren, desto mehr wird Satans Kopf unter unsere Füße zertreten. Darum heißt es: Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden. Der in euch ist, ist stärker als der, der in der Welt ist. Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. Denn wer hat Christi Sinn erkannt, dass er ihn beurteilen könnte?
Diese Dinge sind so herrlich, lieber Aksel, dass ich am liebsten Tag und Nacht darüber sprechen würde, denn mein Herz hat große Ruhe und großen Frieden in seinen lieblichen Wegen und in seiner Erkenntnis gefunden. Daniel wurde von dem Engel lieb und wert geheißen und seine Gebete wurden von dem Tage an erhört, als er sein Herz dazu hingab, Weisheit zu verstehen.
Nachdem du bereits jetzt angefangen hast, den Willen und die Wege Gottes zu verstehen, will ich dir empfehlen, dass du dein Herz dazu hingibst, Weisheit von Gott zu verstehen, denn daran wirst du große Freude haben. Du wirst dich durch sie über deine verständigen Antworten freuen können. Wenn du in die Versammlung kommst, werden die Leute darauf warten, dass du redest. Wenn du zu reden anfängst, werden sie genau hinhören, wenn du weiterredest, werden sie die Hand auf ihren Mund legen. Reichtum und Ehre sind in ihrer linken Hand und langes Leben ist in ihrer rechten.
Seine Wege sind in Wahrheit liebliche Wege und seine Pfade sind Frieden. Gottes Reich besteht nicht in trockener „Lehre“, sondern in Geist und Leben und Kraft. Man kann sich Gottes Weisheit nicht durch Lesen erwerben. Denn was man liest und lernt, nimmt man mit einem menschlichen Sinn oder fleischlichen Sinn auf, doch fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott.
Einem jeden aber wird die Offenbarung Gottes zum Nutzen gegeben. Je gehorsamer wir sind, desto mehr von der Erkenntnis Gottes wird uns zum Nutzen werden und umso mehr bekommen wir.
Das Reich Gottes besteht auch nicht in Essen und Trinken. Auch kommen wir nicht zusammen, um gesellig beieinander zu sein – sondern um uns zu erbauen. Jede Zunge, die sich gegen dich erhebt, sollst du im Gericht schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn. Nimm dieses Erbteil so schnell wie möglich in Besitz, lieber Aksel.
Steh bereit mit dem Helm des Heils auf dem Kopf, mit dem Panzer der Gerechtigkeit um die Lenden, umbunden mit Bereitschaft, das Evangelium des Friedens zu treiben, mit dem Schild des Glaubens, womit alle feurigen Pfeile Satans ausgelöscht werden, und ergreife dann das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist. So gerüstet können wir sicher standhalten und mit Luther sagen: Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib; lass fahren dahin, sie haben’s kein’n Gewinn; das Reich muss uns doch bleiben.
Die Lehre Christi ist radikal und scharf wie Lauge. Weh dem, der sich widersetzt. Selbst Paulus vermochte nichts wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit.
Christus kam nicht, um Frieden zu schaffen: denn 2 werden gegen 3 und 3 gegen 2 sein in ein und demselben Haus. Zwei Reiche – das der Finsternis und das des Lichtes – können nicht Frieden miteinander halten. Denn zwischen ihnen ist Krieg erklärt. Die Liebe freut sich der Wahrheit. Paulus war an allen Orten ein Geruch des Todes zum Tod denen, die verloren gingen, und ein Geruch des Lebens zum Leben denen, die gerettet wurden. Und dann fragt er: Wer ist hierzu tüchtig?
Ich war wie ein Dampfkessel, der zu bersten drohte, wie du selbst in Hiob 32, 19 ff lesen kannst. Jetzt bin ich frei, denn ich habe die Wahrheit in Christus Jesus geredet und niemand vermag, das zu widerlegen, was ich geschrieben habe. Dies ist mein Ruhm und mein Erbe in Christus. Ich will nicht meine Ehre suchen, sondern seine Ehre, denn solche, die das tun, sind wahrhaftig und es ist kein Falsch in ihnen. Widerspruch aller Art und Leiden aller Art haben den Herzog unserer Seligkeit ausgebildet. Das ganze Leben Christi bestand aus einer einzigen Reihe von Widerspruch und Kampf, besonders gegen Religiöse. Er wich in seinem Geist nie zur Rechten oder zur Linken, sondern hielt seine Wange dar denen, die ihn rauften, und ertrug Hohn und Spott. Doch nie sagte er: Ich bereue, was ich gesagt habe, und nehme alles zurück in Staub und Asche. Das wollen Satan und die Welt. Aber das Wort sie sollen lassen stahn und kein’n Dank dazu haben.
Schreibe bald.
Dein Bruder in derselben Gnade, unter denselben Bedingungen und unter derselben Trübsal, Züchtigung und Erziehung.
Johan