Gottes Gnade und Friede in Christus Jesus, unserem Herrn. Deinen sehr wertvollen Brief habe ich erhalten. Es ist für mich eine große Freude und ein großer Trost, deine Freude und deinen Frieden in Christus Jesus zu sehen. Die Freude in Gott ist unsere Stärke. Die Freude gibt uns Kraft und Stärke, weltlichen Begierden zu entsagen. Ich höre, dass du in Farsund im Versammlungshaus warst, und dass es dort träge und schwerfällig und zäh und schleppend zuging. Ja du, das kenne ich auch. Es stimmt aber, was du geschrieben hast: es ist bei ihnen so, weil sie ungläubig sind. Der Geist tut der Welt die Augen auf über die Sünde, weil sie nicht an ihn glaubt. Wem über die Sünde die Augen aufgetan sind und wer sich Sünde bewusst ist, ist dies deshalb, weil er nicht glaubt. Lies selbst Joh. 16, 9. Wer an ihn glaubt, dem werden nicht die Augen über die Sünde aufgetan. Christus ist des Gesetzes Ende, wer an den glaubt, der ist gerecht. Nachdem der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Gal. 3, 25. Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue! Aber dass niemand durch Werke des Gesetzes gerechtfertigt wird, ist hinreichend bewiesen; denn da ist keiner, der gerecht ist – auch nicht einer; sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Röm. 3. Das Gesetz kam nur, damit die Sünde erkannt werden sollte. Doch nun haben wir ja lange genug von der Sünde gewusst, daher können wir umso herrlicher in der Gerechtigkeit jubeln. Der Geist überzeugt uns davon, dass wir vollkommen gerecht in Christus sind, weil er von den Toten auferweckt ist, und seine Auferstehungskraft erfreut unser inneres Wesen. Wer will dann verdammen??? Christus ist gestorben und wir sind in ihm gestorben. An dem Tag, da du davon isst, musst du des Todes sterben. Nun sind wir ja gestorben, und wer gräbt wohl jemals …* die Erde und beeilt sich, ihn zu verhauen …* mit ihm, so glauben wir auch, dass wir mit ihm leben werden. Der in Knechtschaft du dich mühst und doch bleibest, wie du bist.
In Ruhe und Vertrauen soll deine Stärke liegen. Wir, die wir glauben, gehen ein in die Ruhe. Israel gelangte nicht zur Ruhe aufgrund von Unglauben. Ebenso kommen auch heutzutage sehr viele Menschen nicht zur Ruhe aufgrund von Unglauben. Christus wohnt durch den Glauben im Herzen, aber wenn ein Mensch keinen Glauben hat oder den Glauben verwirft, dann verwirft er ja selbstverständlich Christus. All dies ist so schlicht und einfach, dass auch der Tor nicht irrezugehen braucht. Doch wahr ist, was geschrieben steht: Der Glaube ist nicht jedermanns Ding.
Dann schriebst du davon, dass du auf einer Radtour, als du dich beinahe überschlagen hast, geflucht hast, und Gott dir trotzdem keinen Vorwurf machte. Ja, so ist es und das ist verwunderlich vor unseren Augen. Ich stellte dies auch fest, als ich mich bekehrte. Ich erzählte es Pastor M. Olsen, der jetzt in Arendal ist, um, wenn möglich, die Ursache dafür zu erfahren, warum ich keinen Vorwurf bekam, als ich so unfreiwillig tat, was verkehrt war. Aber er antwortete nicht darauf.
Gott aber, der mächtig ist, zu unterweisen und zu lehren, ist mein Lehrmeister gewesen und kein Mensch. Denn was Gott mir gegeben hat, das hat er durch Offenbarung in seiner Erkenntnis gegeben. Und nun, lieber Bruder, will ich dir die Ursache sagen; doch nicht alle ertragen solche Wahrheiten. Gott möge dir Einsicht und Verstand und den Geist der Offenbarung in seiner Erkenntnis geben. Eph. 1, 17 (Lies das).
Wenn ich freiwillig sündige und diese Sünde eine Frucht der Begierde ist, dann nennt man solche Sünde: Sünde zum Tode. Denn dann lebt man nach dem Fleisch und muss sterben – geistlich. Die Begierde empfängt und gebiert Sünde.
Es gibt aber Sünde, die nicht zum Tode ist, z. B. die, die du getan hast, als du geflucht hast. Du tatest das, was du hasstest, und dann warst nicht du es, sondern die Sünde, die in dir wohnt. Röm. 7, 17. Solche Ereignisse kommen das ganze Leben hindurch vor und dies ergründete Paulus aufs Genaueste. Und nachdem er alles erwogen hatte, kam er zu dem Ergebnis…* Röm …*5 Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. …* ich nun mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde. Unsere Gesinnung dient Gott, aber unser Fleisch kann nicht anders, als dem Gesetz der Sünde dienen; denn was vom Fleisch geboren ist, ist Fleisch. Aber dennoch gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Nach dem Fleisch zu wandeln heißt ja, nach seinen Lüsten zu leben. Es steht aber geschrieben, dass diejenigen, die Christus angehören, ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden gekreuzigt haben. Und wenn dann Lüste und Begierden gekreuzigt sind, können sie unmöglich empfangen und Sünde gebären. Die Empfängnis besteht darin, dass die Begierde die Einwilligung von der Gesinnung erhält. Die Geburt der Sünde besteht darin, dass der Leib das sündige Werk ausführt. Wenn wir nun aber Gottes Gesetz mit der Gesinnung dienen, dann lehnt unsere Gesinnung ja alle Begierden des Fleisches ab und die Begierden des Fleisches bleiben unfruchtbar, weil kein Werk hervorkommt. Wenn ich aber tue, was ich hasse, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Auf diese Weise wird Gnade Gnade. Welch eine Liebe Gottes! All unser Ruhm wird ausgeschlossen. Du hast geflucht und Gott erfreute dich mit seinem Segen. Könnte dies nicht das Herz so weich machen, dass du sogar dein eigenes Leben in dieser Welt hassest, das trotz der unendlichen Liebe Gottes so hässlich sein konnte? Aber dann sind wir ja seine Jünger, wenn wir sogar unser eigenes Leben hassen. Auf diese Weise werden wir immerdar um Jesu willen in den Tod gegeben, auf dass auch das Leben Jesu in unserem sterblichen Fleisch offenbar werde. Lass uns an die Frau denken, die beim Ehebruch ergriffen wurde; alle verdammten sie, doch Jesus sagte: Ich verdamme dich nicht, geh hin und sündige nicht mehr. Jesus richtet uns nicht, sein Richten führt jedenfalls nur zum Freispruch.
Wie überaus wertvoll und kostbar es ist, in ihm erfunden zu werden – dass wir nicht unsere Gerechtigkeit haben, die aus dem Gesetz kommt, sondern die, die durch den Glauben an Christus, den Sohn Gottes, kommt.
Es ist mir eine große Freude, dass du anfängst, den Unterschied zu hören zwischen der Stimme des Hirten und der Stimme des Mietlings, der flieht, wenn der Wolf kommt. Wir können hier nie radikal genug sein. Sage an jedem Ort die Wahrheit frei heraus und dies wird zur Folge haben, dass du selbst überschwänglich froh werden wirst. Die Leute aber werden von dir sagen, dass du den Teufel hast und verrückt bist. Sie stießen den Blindgeborenen aus der Synagoge hinaus, weil er Jesus ehrte. Als er dann aber dort hinauskam, begegnete er Jesus. Draußen begegnen wir Jesus, wenn wir aus den Synagogen verstoßen und verworfen werden. Gott hat mir durch seine große Gnade und Barmherzigkeit von seinem Geist der Weisheit und der Offenbarung in seiner Erkenntnis gegeben. Wenn ich aber rede, fangen sie Krieg an – obwohl mein Herz vor Freude jubelt. Jeremia sagt dasselbe. Ich, ich bin lauter Friede; doch wenn ich rede, fangen sie Krieg an. Ich habe versucht zu schweigen, sagt er nochmals, dann wurde aber das Wort in mir eine Kraft, die meine Gebeine zu zerreißen drohte. Halleluja für eine solche Kraft. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein’ Dank dazu haben, sagt Luther. Paulus wich nie vor jemandem in Unterwürfigkeit zurück. Von Elisa heißt es, dass niemand die Oberhand über ihn gewann und dass ihm niemand zu stark wurde.
Du hast gesagt: Ich habe den Geist und folge ihm. Halleluja dafür, Bruder. Das Trachten des Geistes ist Leben und Friede. Satan aber hat keinen Sinn für das, was Gottes ist. Welche der Geist treibt, die sind Gottes Kinder und der Geist treibt uns wahrhaftig nicht dazu, das zu tun, was verkehrt ist.
Schreibe bald wieder; es ist so spannend zu hören, wie es dir geht.
Br. John Wintersborg ist zwar als Person gering und nicht angesehen, aber du kannst mir glauben, dass er ein wertvoller Bruder ist. Versteht er wenig von natürlichen Dingen, so versteht er dafür die geistlichen. Wenn du dich mit ihm persönlich unterhalten könntest, würdest du hören können, dass er von geistlichen Dingen nicht so ganz wenig versteht.
Sei aufs Beste von uns allen gegrüßt.
Dein in Christus miterlöster Bruder
JohanAdr. Nordre Enggade 8 – (nicht 9)
(…* Etwas vom Original ist hier beschädigt und unleserlich.)
Wie wir Jesus angenommen haben, so sollten wir mit ihm wandeln. Nun ist die Frage, nehmen wir Jesus durch Werke des Gesetzes oder durch die Verkündigung des Glaubens an??? Natürlich durch die Verkündigung des Glaubens! Und dann müssen wir natürlich im Glauben mit ihm wandeln und nicht durch Werke des Gesetzes. Das Gesetz ist nur für die Übertreter da. Wer unter dem Gesetz sein will, wird also unfreiwillig ein Übertreter sein.
Doch wenn wir durch Christus gerechtfertigt werden wollen und dennoch als Übertreter erfunden werden, dann machen wir Christus zu einem Sündendiener, aber das sei ferne.
