danke für die Sachen, die du geschickt hast und die uns bestimmt nützlich sein werden. Ich habe jetzt 7 Bilder gemacht und werde morgen Hagemann Olsen eine Bestellung nach Kristiania mitgeben, damit er dünne Bretter kauft, wie ich sie schon die ganze Zeit gerne gehabt hätte.
Du schreibst in deinen Briefen davon, dass du, seit du nach Hause kamst, nur einmal in einer Versammlung bei Th. R. warst. Es ist absolut unglücklich, sich dem Dienst zu entziehen und wie König Oscar II. damit aufzuhören seine Funktion zu erfüllen. In solchen Fällen wird es uns ergehen wie ihm, der seines Amtes enthoben wurde. Der Engel der Gemeinde in Ephesus bekam das Zeugnis des Geistes, dass er um des Namens Jesu willen die Last getragen hatte und nicht müde geworden war. Es gilt auch für uns, dieses Zeugnis des Geistes zu bewahren, damit uns unser Müdewerden nicht zum Gericht wird. Offb. 2, 3.
Was den Leib und die Krankheit darin betrifft, so wissen wir, dass, als Christus starb, auch sein Leib starb. Also sind auch unsere Leiber tot in Christi Tod. Der Leib ist tot um der Sünde willen, Röm. 8, 10. Wir befinden uns auf dem Grund der Auferstehung – nach dem Kreuz. Daher gehört der Leib dem Herrn und ist tot. Der Leib muss um des Dienstes willen benützt werden. Daher ist der Leib für den Herrn und der Herr für den Leib, 1. Kor. 6, 13. Denn es gibt verschiedene Dienste, doch der Herr ist derselbe.
Wenn es heißt, dass er unsre Schwachheit auf sich genommen und unsre Krankheit getragen hat (lies auf jeden Fall Mt. 8, 16 und 17), dann wird es geschehen, dass er den ganzen Leib in den Tod mitnimmt. Wenn der Leib in den Tod gebracht wird, dann wurden auch alle unsere Krankheiten mitsamt dem Leib in den Tod gebracht. Jesus litt nicht an Kopfschmerzen, Scharlach, Diphtherie, Syphilis, Zahnschmerzen, Cholera usw. bis ins Unendliche, sondern er brachte den Leib, der krank werden konnte, in den Tod und machte dadurch die Krankheiten zunichte. Denn ich habe noch nie gehört, dass ein toter Leib krank geworden ist.
Aus all diesem muss man hinreichend verstehen, dass der Leib tot ist und dem Herrn angehört. Der Herr tut also mit dem Leib, was er will. Wenn wir krank sind, dann wird dies damit im Zusammenhang stehen, dass es böse Geister gibt, über die wir nicht völligen Sieg haben. Jesu Tod im Leib entfernt jeden bösen Geist aus dem Leib. Aber ein unvollkommener Sieg bietet Gelegenheit dazu, dass der Leib unter Krankheit leiden kann. Du sagst selbst, dass du am besten zu geistlicher Arbeit imstande bist, wenn der Leib gesund ist. Also ist deine Krankheit ein direktes Hindernis für deinen Dienst im Herrn. Dieses Hindernis sollte entfernt werden.
Die Welt ist voll von bösen Geistern. Br. Brungot äffte vor einigen Tagen einen Steuermann nach, der auf einem Auge halb blind war, und sofort schwoll auch sein Auge an und formte sich wie das Auge des betreffenden Steuermanns. Als ich Brungot das letzte Mal sah, war die schlimmste Schwellung zurückgegangen, denn er richtete sich selbst, aber das Auge war noch nicht normal. Er ließ einen bösen Spottgeist über sich verfügen, denn in Gottes Geist hätte er nicht spotten können. Paulus trieb einen Wahrsagegeist aus, Apg. 16, 18. Man muss sich eines Lügengeistes bedienen, um Kraft zum Lügen zu bekommen, eines diebischen Geistes, um zu stehlen, eines Eitelkeitsgeistes, um eitel zu sein, usw. bis ins Unendliche. Ebenso gibt es viele Arten von guten Geistern: den Geist des Gebets, den Geist der Offenbarung, den Geist der Weisheit, den Geist des Rates, den Geist der Stärke, den Geist des Gerichts usw. Er will ein Geist des Rechts sein für den, der zu Gericht sitzt, und ein Geist der Kraft denen, die den Kampf zurücktreiben zum Tor.
Hieraus lernen wir: Wenn wir in irgendeinem Punkt nachgiebig sind, sodass wir uns besiegen lassen oder mit einem dieser bösen Geister liebäugeln, dann wird dieser Geist Zugang zu unserem Leib bekommen und dort Störungen anrichten. Man kann Leuten ja schon von Weitem ansehen, wenn sie einen Geist der Eitelkeit in sich beherbergen.
Ich glaube zwar nicht, dass du einen Geist der Eitelkeit adoptiert hast. Ich glaube aber, dass du in einem gewissen Maß das Große in der Welt bewunderst. Und dadurch lässt du diesen Geist etwas Zugang bekommen und dies wird wiederum Einfluss auf deinen Leib bekommen.
Was ist also anderes zu tun, als diesem Geist im Glauben hart zu widerstehen, sodass Gnade und damit Gesundheit dessen Platz ausfüllen können. Solange du diesen Geist nicht überwindest, kann keine Rede davon sein, gesund zu werden. Denn würde Gott dich vorher gesund machen, dann wärst du mit einem gesunden Leib noch mehr der Macht dieses Eitelkeitsgeistes ausgeliefert. Die Krankheit hält nun in einem gewissen Maß auf, sie ist dir also mehr zum geistlichen Gewinn als zum Schaden. Dies gilt für deine Person; doch ist es eine verzweifelte Lage, denn der Dienst leidet und die Frucht wird dadurch auch nicht mannigfaltig.
Von dem Augenblick an, wo du gelten lässt: der Leib dem Herrn und der Herr dem Leib, wirst du sehen, dass Gesundheit wie eine Flut über dich hereinbrechen wird. Denn es ist sowohl für dich als auch für Gottes Sache am nützlichsten, dass du körperlich gesund bist. Aber wenn du die Eitelkeit herrschen lässt, dann mach dich auf Krankheit gefasst und vielleicht auch auf einen früheren Tod. Denn bei Gott gilt kein Ansehen der Person.
Weil ich weiß, dass du die Wahrheit liebst, wage ich, dir so freimütig zu schreiben. Denn die Liebe zur Wahrheit kann vom Tod erretten.
Lebe nun von Herzen wohl und probiere diese geistliche Kur aus. Und wenn dies nicht die richtige Medizin ist, dann hat der Herr in dieser Sache nicht geredet. Aber wenn es hilft und du in dem Maß, in dem du den Fuß auf die Eitelkeit setzt, immer gesünder wirst, dann hat der Herr geredet und du wirst im Glauben gestärkt und fähiger für den Dienst werden.
Hiermit ein herzlicher Gruß an dich und alle zuhause. Dein Bruder in Christus
Johan