vielen Dank für deinen lieben Brief vom 14. des Monats, dem Br. Hedins Brief beigefügt war, den ich dir wieder mitschicke.
Versuche, dich aus Br. Hedins und Br. Kleppes Reise nach Kopenhagen ganz herauszuhalten, damit du nicht später für ihre Handlungen, wie diese auch immer werden mögen, verantwortlich gemacht wirst. Diener der Gemeinde sollen geprüft sein und es ist sehr schwierig, zum Nutzen zu sein, wenn man das nicht ist. Nach meiner Heimkehr schrieb ich nach Kopenhagen davon, dass die Verhältnisse in Göteborg sehr hektisch wirkten.
Was die Gemeinden jetzt benötigen, ist die Erkenntnis Gottes. Letzten Mittwoch wirkte Gottes Geist hier in Horten Offenbarungen. Unter den Frauen wurde Gottes Wort lebendig. Madame Knudsen bekam, während sie aufstand und Zeugnis ablegte, Offenbarung und alle jubelten mit ihr. Man muss versuchen, die Geschwister zu lehren, ihren Jubel darin zu suchen, dass ihnen die Schrift aufgetan wird, denn dies vermag – heute wie früher – die Herzen in Brand zu setzen. Man ist jahrelang an trockene „Lehre“ gewöhnt gewesen und das ist die Ursache dafür, dass man sich auch vor der Erkenntnis Gottes fürchtet, denn man weiß diese beiden Dinge nicht voneinander zu unterscheiden. Br. Wintersborg schrieb mir, dass ich vorsichtig sein sollte, wie ich im „Missionæren“ schreiben würde, da es leicht sein könnte, dass ich Schaden anrichte (dies schrieb er, bevor mein Artikel im „Missionæren“ herauskam). Aber nun ist die Sache die, dass wir keine „Bewegung“ haben, die wir unterstützen und schützen müssen. Wir müssen in der Wahrheit stehen, selbst wenn „die Bewegung“ kopfüber zusammenstürzt. Bewegungen kommen und gehen, während Gottes Wort ewig bleibt. Lass uns daher prüfen, was Gottes guter und wohlgefälliger Wille ist und danach handeln. Lass uns auch ständig in der Schrift nachforschen, ob alles, was wir sehen und hören, sich auch so verhält.
Jetzt habe ich „In heiligem Schmuck kommt deine Jugend zu dir, wie Tau aus dem Schoß der Morgenröte“ in Brandschrift geschrieben und dies hängt nun über dem Bett. Pauline hat immer ein kleines Bild über Christians Bett gehabt „Lass dein Angesicht leuchten über deinem Diener“, aber jetzt habe ich vor, dies in Brandschrift zu schreiben. Und für Johanne: „Freue dich sehr, du Tochter Zion“. Ich habe bereits gehobelte Bretter bekommen.
Was für Madame Knudsen lebendig wurde, war Röm. 12, 10: „Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.“ Ich hätte große Lust, dies in Brandschrift zu schreiben und in dem kleinen Raum aufzuhängen.
Herzliche Grüße an alle zuhause und die Geschwister sowie an dich selbst. Dein Bruder
JohanBrenne 1. Sam. 3, 10 und Offb. 3, 22 in dein eigenes Herz und in das Herz anderer ein, denn vom Herrn gehen alle Dinge aus.
