Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Brief an Aksel Smith, 30. September 1908

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 30. 9. 1908
Lieber Bruder Aksel,

vielen Dank für deinen lieben Brief. Br. John ist jetzt zwei Tage hier gewesen. Er kam aufgrund meines Artikels im „Missionæren“, in dem zwei ältere Leute und ein junger Mann erwähnt wurden. Wir konnten uns indessen gut verständigen und er fuhr nach Hause zu Bergs Eltern – die auch den „Missionæren“ gelesen hatten – mit dem Verständnis, dass nicht ein natürliches Erzittern verkehrt wäre, sondern dass es verwerflich wäre, um ein Erzittern zu beten. Ich habe jetzt 5 Brandmalereien aus eigener Herstellung. Heute habe ich einen Rauhbank-Hobel für 5 ½ Kr. gekauft. Am Schwierigsten von allem ist es allerdings, dünne, schöne Bretter zu finden. Wilhelm Jordan in Kristiania soll solche Dinge zum Verkauf anbieten, von dort könnte man sich bestimmt Material zuschicken lassen. Man muss beachten, dass es mehrere Buchstaben im deutschen Alphabet nicht gibt, z.B. Æ und æ, Ø und ø, usw. Wenn man Brennbuchstaben einkauft, sollte man daran denken. Außerdem sind die Buchstaben, die wir jetzt haben, ziemlich groß; aber du hast ja kleinere besorgt, wie ich höre.

Durch Gottes Gnade und Kraft habe ich einen Artikel in der Zeitung „Hortens Avis“ über die Zungenrede usw. geschrieben. Ich nehme an, dass er in der nächsten Mittwochsausgabe erscheinen wird. Du wirst ihn vielleicht später zu sehen bekommen. Br. Ellefsen ist heimgekommen, er hat bis zum März frei; deshalb sucht er wieder eine Stelle in Fredrikshald. Vielleicht wird er später sein Abschiedsgesuch einreichen. Br. Wittrock schickt Ausschnitte aus den Artikeln in dänischen Zeitschriften von der Schauspielerin Frau Anna Larssen. Er bittet mich, sie dir zu schicken, wenn ich sie gelesen habe. Du findest diese anbei.

Die Werke, in denen wir wandeln sollen, sind seit Anbeginn der Welt fertig, Hebr. 4, 3. In diesen Werken zu wandeln, heißt, in die Ruhe einzugehen, denn diese Werke müssen im Glauben getan werden. Hieraus verstehen wir, dass Gott, als er am 7. Tag von allen seinen Werken ruhte, bereits vorher uns und unsere Werke geschaffen hatte. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen. Eph. 2, 10. Sieh nach, wie es bei den Gemeindeengeln mit den Werken bestellt war. Die weiße Leinwand sind die Tugenden der Heiligen. Was ist nun der Unterschied zwischen den Werken Gottes und den Tugenden der Heiligen? Dies voneinander zu unterscheiden, ist vielleicht eine schwierige Sache.

In Joh. 2, 24 und 25 steht: Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte, und weil er es nicht nötig hatte, dass jemand von dem Menschen Zeugnis gab; denn er wusste selbst, was im Menschen war. Hier haben wir viel zu lernen – uns nicht irgendjemandem anzuvertrauen, der uns allein als Mensch kennen will und kann, und der daher sogar das Göttliche, das wir angenommen haben, nur als etwas Menschliches darstellt und rühmt. Denn das Fleisch ist nichts nütze. Lies Hi. 13, 10.

Wir leben jetzt still und ruhig hier. Gewöhnlich habe ich jeden zweiten Tag frei. Gott legt Geist und Eifer ins Herz, um ein Werk auszuführen – es sei durch Wort oder Schrift. Wenn das Werk ausgeführt ist, bleibt nur eine stille Ruhe zurück. Wir brauchen einander nicht zur Seite zu drängen; denn Gott hat eines jeden Werk so zurechtgelegt, dass man gut nebeneinander segeln kann. Wir haben nur „seine Werke“ wahrzunehmen.

Herzliche Grüße an dich und an alle zuhause von deinem Bruder

Johan

Frage Vater, ob er es so hält, wie in 3. Joh. 13 steht.