deinen sehr willkommenen Brief habe ich heute erhalten. Es war eine große Freude für mich, dein Zeugnis in Christus zu erfahren, dass du ihn in aller Einfalt ungeheuchelt liebst. Du hast eine vorzügliche Wahl getroffen, lieber Bruder. Der Friede Gottes sei immer in reichem Maß bei dir. Gott wird dir mehr als Sieg geben in Jesus Christus. Es freut mich, dass du deinen Trost auf dem Fundament des Wortes findest und dass du Sieg hast über den Teufel und sein Wesen. Der Teufel kann nur im Menschen zum Vorschein kommen. In der Luft oder in den Wolken wird er nicht offenbart. Der Teufel hat nichts mit uns zu tun – ein Wort Gottes kann ihn binden, sagt Luther. Licht vertreibt Finsternis, Wahrheit verjagt Lüge, Gerechtigkeit besiegt Ungerechtigkeit usw. Wir haben ein Reich empfangen, das unerschütterlich ist und das man nicht mit Händen betasten kann. So wenig, wie Lüge Wahrheit widerlegen kann, ebenso wenig können wir vom Vater der Lüge – dem Teufel – besiegt werden, denn wir befinden uns in einem Reich, das aus Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem Heiligen Geist besteht. Wenn ihr glauben könntet, würdet ihr die Herrlichkeit Gottes sehen. Auf den Glauben kommt es an. Wir, die wir glauben, gehen ein in die Ruhe. Was ist Ruhe, wirst du fragen? Ruhe ist völlige Übergabe an Gott, völlig still in seiner Hand zu liegen wie der Ton in der Hand des Töpfers.
Christus hat die Schlüssel des Todes und der Hölle, daher haben wir nichts zu fürchten.
Für deine Errettung musst du nichts tun,
Nein, nur das Wort hören und darin ruhn.
Kein reuiger Schmerz kann heilen dein Herz,
Nein, durch Jesu Wunden bist geheilt du nun.
Gott ist es, der in uns wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen. Wir tragen diese überschwängliche Kraft in irdenen Gefäßen, damit der Ruhm aus Gott sei und nicht aus uns. Christus ist das Leben in uns, wir sind nichts. Er muss wachsen, wir müssen abnehmen.
Du weist mich auf 1. Joh. 3, 9 hin. Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde; denn sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. Ja, das ist kostbar. Es wird mit uns wie mit Joseph: Wie sollten wir das große Übel tun und wider Gott sündigen? Wir können nicht, weil seine Liebe (sein Same) in unsere Herzen ausgegossen ist. Man kann nichts gegen den tun, den man liebt. Lies den ersten Psalm Davids.
Ich habe durchaus nichts gegen deinen ganzen Brief einzuwenden. Im Gegenteil, es hat mich gefreut, deinen Eifer und deine Entschiedenheit zu sehen. Wenn ich, wie du vielleicht weißt, mit fast allen Menschen in Konflikt gerate, so ist es deshalb, weil das Wort auf sie wie ein Schwert wirkt und nicht wie Geist und Leben. Alles ist bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, mit dem wir zu tun haben, und darum können wir es sein lassen, zu heucheln und uns zu verstellen. Denn der Zeit nach sollten eine ganze Reihe Lehrer in Christus sein; aber sie sind vom Weg der Wahrheit abgewichen und haben nur den Namen, dass sie leben, obwohl sie tot sind. Solche sind eine wahre Pest. Meide solche. Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Ist das Herz voll von Gott, dann redet man von göttlichen Dingen. Ist es voll von der Welt, dann redet man von der Welt. Hier gibt es keinen Mittelweg. Entweder können wir Gott dienen oder eben der Welt. Beiden zu dienen ist eine Unmöglichkeit. Gott lässt sich nicht täuschen. Er ist scharf wie Lauge. Des Herrn Augen schauen alle Lande, dass er stärke die, so von ganzem Herzen an ihm sind.
Daher lass uns unsere Herzen im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe reinigen, sodass wir uns untereinander aus reinem Herzen innig liebhaben. Lies Hiob 32, 1 ff. und du wirst sehen, dass nicht immer die Alten weise sind oder die Menge der Jahre weiß, was recht ist, sondern dass es der Geist des Herrn in den Menschen ist, der uns verständig macht. Ich bin Gott dankbar für seinen guten Heiligen Geist. In Wahrheit lehrt er mich und bildet mich aus. Er gibt mirVerstand in geistlichen Dingen und durch ihn wird mir niemand zu stark. Ich habe dies nicht aus mir selbst, sondern ich sage abermals, dass es der Geist Gottes ist, der in mir ist. Daher, lieber Bruder, willst du Weisheit suchen, dann gehorche immer dem Geist Gottes. Er wird dich zwar in Zucht nehmen, doch sei dir dann bewusst, dass Zucht Weisheit bringt. Bedrängnis bringt Geduld usw. Gott ist ein Künstler darin, uns zurechtzubringen. Oder ist dies eine falsche Lehre??? Nein, wir vermögen nichts gegen die Wahrheit, sondern in der Wahrheit.
Gottes Wort ist meine ganze Lust. Ich habe Gottes Wort so lieb, dass ich lange Zeit für alles andere nicht da bin. Ist das Ruhm, so lass es Ruhm sein, denn es ist Wahrheit und Christus ist die Wahrheit und es steht geschrieben: Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn. Das ist erlaubt. Unter Gottes Wort verstehe ich nicht nur die Schrift; sondern, was mich durch und durch selig macht und der, der selig machen kann, ist allein Jesus. Daher heißt es auch, dass das Wort Fleisch wurde und unter uns wohnte. Er wurde für uns zur Sünde gemacht, damit die Sünde zunichtegemacht werden konnte.
„Nehmen sie den Leib,
Gut, Ehr, Kind und Weib;
Lass fahren dahin,
Sie haben’s kein’n Gewinn;
Das Reich muss uns doch bleiben!“
Dies ist völlige Übergabe.
So wie du nun Christus angenommen hast, so gehe mit ihm um, und ich kann dich nicht genug daran erinnern, nicht mehr hinter dich zu sehen. Lass uns vorwärts und heimwärts ziehen. Lass uns in der Trübsal und in der Züchtigung nicht den Mut verlieren, denn wir wissen, was diese uns an Herrlichkeiten bringen. Gold wird im Feuer geläutert und, wessen sich der Herr annimmt, im Ofen der Erniedrigung. Ganz hinunter – nicht nur ein wenig. Je größer du bist, desto mehr demütige dich, steht geschrieben. Dies ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er hat uns ein Beispiel gegeben, das des Nachfolgens würdig ist. Hier ist der schmale Weg. Kannst du ihn sehen??? Hier muss das Trachten des Fleisches in Leiden und Tod verstummen. Willst du ihm hier folgen? Leiden wir mit ihm, werden wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben. Nun gilt es, die Kosten gründlich überschlagen zu haben, damit nicht, wenn man den Grund gelegt hat und es nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen zu lachen, weil man anfing zu bauen und nicht vollenden konnte. Die Freude in Gott ist die Kraft in alledem. Welch ein Geheimnis, den Weisen und Klugen verborgen, aber den Unmündigen offenbart!
Der kleine Christian ähnelt mir sehr, sagen die Leute. Das ist voll und ganz Smith, sagen sie. Der Mund und die Augen und der ganze Gesichtsausdruck sollen mir ähneln, höre ich die Leute sagen. Er ist ein kräftiger Kerl. Er kann schon auf dem Schoß und an einem Stuhl auf seinen Beinen stehen, aber man muss ihm ja noch helfen. Pauline hat ihn sehr lieb und ich natürlich auch. Er kann dermaßen lachen, wenn er richtig in Fahrt kommt.
Horten hat jetzt bald keine Waffen und Munition mehr. Die Torpedoboote sind nach Melsomvik geschleppt worden (ich war dort mit 4 Stk.). Ellida liegt mit Pulver beladen bei Oskarsborg. Kong Sverre ist mit Proviant und allem Möglichen sorgfältig bis aufs Letzte beladen – klar zur Abfahrt. Ich bin der Sarpen zugeteilt. Wir haben ca. 34 Torpedoboote. Lass dies nicht laut werden; denn jetzt geht alles ruhig vor sich, weißt du. Horten jetzt einzunehmen, ist keine große Sache. Besonders gefährdet sind das Dock und die Reparaturwerkstätten.
Grüße zuhause.
Dein JohanJetzt sind wir umgezogen. Wir haben nun einen außergewöhnlich schönen Komfort mit drei Zimmern und der Küche. Es werden gerade noch fließend Wasser und Waschbecken in beiden Häusern installiert. So viel Platz hatten wir noch nie.
