Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Brief an Aksel Smith, 13. September 1908

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Sandefjord, 13. September 1908
Lieber Bruder Aksel,
Gottes teurer Friede.

Herzlichen Dank für unser letztes Beisammensein. Gott ist gut, sein Name werde allezeit durch uns in Jesus Christus geehrt. In seinem Blut wird alles versöhnt, sowohl im Leib als auch in der Natur, und durch den Heiligen Geist in eine schöne Harmonie vor Gottes Angesicht gebracht. Lass uns daher nach einer tieferen und innigeren Verbindung miteinander in diesem Blut trachten, indem wir immer im Gedächtnis behalten, dass auch wir schuldig sind, das Leben für die Brüder zu lassen. Jede Höhe soll hier erniedrigt und jedes Tal erhöht werden, denn dieser Weg des Heiligtums ist gebahnt und gerade und auf ihm gibt es kein Raubtier. Hier gilt nur eine neue Kreatur in Christus Jesus, geboren aus dem Blut heraus. Selbstsicherheit und Verzagtheit finden zueinander in Christi Blut. In diesem Blut begegnen sich der Stolze und der Schüchterne, hier werden der Fürst mit dem Knecht, der Jude mit dem Griechen so schön vereint.

Ich kann dich herzlich vom Materialverwalter an Bord und Olsen grüßen. Gestern waren sie hier an Land unterwegs. Olsen war überall und legte Zeugnis ab von Gott. Zuerst in der Sakristei einer Methodistenkirche für ein paar Frauen, mit denen er betete, dann in einem Café. Danach kam er zu einem christlichen Seemannsfest, das für ein großes Schiff veranstaltet wurde, das zur Abfahrt in das südliche Eismeer bereitlag. Auf diesem Fest waren zwei Pfarrer und eine Menge Menschen. Olsen wurde aufgefordert, durch die Straßen zu gehen und Marinematrosen zum Fest einzuladen. Und das tat er, sodass eine ganze Reihe von ihnen auf dem Fest waren – der Materialverwalter war auch dort. Nach den Pfarrern redete Olsen. Gottes Geist war mächtig über ihm und er war richtig gesegnet. Später legte er am Kai Zeugnis ab, als er an Bord ging. Ich finde, er gleicht sehr „dem fröhlichen Maurer“, wie man sagt. Nun bittet er Gott um Weisheit, um jedem so antworten zu können, wie es sich gebührt. Der Materialverwalter ist eher still, aber er hält fest. Ab und zu haben wir zusammen eine Gebetsstunde in meiner Kabine. Neulich Abend war auch Kadett Aslaksen dabei. Im Moment sitze ich an Bord (Samstag und Sonntag), denn der Bootsmann ist nach Horten gefahren. Mir wurde jetzt von der Kompanie eine vorteilhafte Stelle als Rechnungsführer im Exerzierhaus angeboten, wo man jeden Monat einiges dazuverdienen und in einem staatlichen Gebäude wohnen könnte. Aber da ich dann beinahe jeden Abend anwesend sein müsste und dies sich wie eine Fessel an meinen Füßen anfühlen würde, nahm ich diesen Posten nicht an. Ich sollte diese Stelle nur zwei Jahre haben, um dann von einem anderen Bootsmann abgelöst zu werden. Von Br. Sig. Kristoffersen habe ich einen langen Brief bekommen. Er rühmt Br. Witrock, der einen geraden Kurs einhält. Der Herausgeber der „Kirkeklokken“ ist nicht ganz einig und Br. Plum sei etwas unbeständig, sagt er. Kristoffersen wohnt in Hellerup in einer Pension in der Nähe von Plum.

Morgen wird der Admiral zu einer Inspektion an Bord kommen. Wir sollen dann zum Gefechtsschießen hinaus. Ich habe gehört, dass wir nächsten Samstag und Sonntag nach Kristiania sollen. Und nächsten Montag fängt in Horten das Examen der Kadetten an. Nun will Olsen ein paar Worte schreiben.

Grüße nun die Geschwister und alle zuhause und sei auf das Herzlichste gegrüßt von deinem Bruder

Johan

Nachdem wir uns getrennt hatten, kam ein kräftiger Regenschauer über uns und wir hatten keine Regenkleider. Aber jetzt ist alles trocken.

Hast du eine neue Adresse?

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Lieber Bruder im Herrn,

nur ein paar Worte von mir. Der Herr ist gut und seine Barmherzigkeit währt ewig. Ja, das ist wirklich wahr, er ist gut zu mir gewesen und ist es weiterhin. Er segnet mich jeden Tag mehr und mehr; ständig kann ich die ewigen Arme um mich fühlen. Er ist mir ein Schutz in der Versuchung und ein Schutz am bösen Tag. Gestern Abend war ich auf einem herrlichen Fest für Seeleute. Es war richtig gesegnet und Gottes Geist war mächtig zugegen. Viele Seelen waren um ihrer Sünde willen unruhig und sehnten sich nach Frieden in Gott. Der Herr hat verheißen, dass sein Wort nicht leer zurückkehren wird. Deshalb glaube ich auch, dass der Same, der gestern Abend gesät wurde, aufgehen und Früchte für die Ewigkeit bringen wird. Gott hat mir geholfen und mich als Zeugen für sich gebraucht. Ihm sei alle Ehre und aller Preis. Gott sei gedankt, der uns Sieg gibt durch Jesus Christus. Einen freundlichen und lieben Gruß an dich, Bruder, und an alle seine Heiligen in Kristiansand. Betet für uns. Gott ist treu, der die Verheißung gab.

G. A. Olsen

Horten, Sleipner