vielen Dank für deinen lieben Brief, der mir zur großen Freude und zum großem Trost in Christus Jesus wurde. Nun sind wir in Namsos. Gestern war ich an Land bei der Heilsarmee; aber ich verspürte Widerstand gegen die Offizierin dort, noch bevor sie zu reden begann. Mein Zeugnis fand auch keinen Widerhall. Es gab nur ein junges Mädchen auf dem Podium, bei dem man sehen konnte, dass sie es sich zu Herzen nahm. Merkwürdig, wenn man von Sieg in Christus Zeugnis ablegt, wird es nicht angenommen. Aber wenn man von einer Menge Anstöße Zeugnis ablegt, dann jubelt man. Bei solchen Gelegenheiten fühle ich mich sehr einsam. Dieselben Gefühle habe ich bei der Heilsarmee in Vardö und bei der Armee in Kopenhagen empfunden. Wenn man so etwas fühlt und gegenüber gewissen Personen sicher ist, dass man Widerstand in seinem Geist erfährt, dann gilt es, nicht zu heucheln. Ich konnte dieser Offizierin nicht in die Augen sehen, ohne ihr den Krieg zu erklären – ohne Worte. Sie konnte mir auch nicht in die Augen sehen. Dies ist ein verwunderliches Phänomen, das ich seit Jahren bemerkt habe, das mir aber trotzdem noch nicht so bewusst geworden ist, wie jetzt in der letzten Zeit. Dasselbe habe ich vielen Menschen gegenüber bemerkt. Hier treu zu sein, bedeutet einen gewaltigen Kampf und mächtige Siege. Das muss vermutlich dies sein, wovon Paulus sagt, dass er ein Geruch des Todes zum Tode war unter allen, die verloren werden, und ein Geruch des Lebens zum Leben unter allen, die gerettet werden. Doch glaube ich, dass dies nur die Vorposten sind, die sich auf diese Weise zu erkennen geben. Hiermit meine ich die mehr hervortretenden und herrschenden Geister; die übrigen bemerkt man nicht so sehr. Vielleicht wird ein in diese Richtung besser entwickelter Sinn sie später eher aufspüren. Ich nehme ja an, dass du dies auch erfahren hast. Ich bemerke mit fortschreitender Zeit besonders, dass man isolierter wird und dass man immer fähiger dazu wird, allein zu sein. Vermutlich wurde auch Christus auf diese Weise abgesondert und trat die Kelter allein.
Alles wird klarer; aber dadurch wird auch der Zugang zur Sünde klarer und dadurch werden die Versuchungen viel größer. Das Licht scheint über dem Ganzen und erleuchtet alles mit seinem wahren Licht. Wenn der Gottlose dieses Licht hätte, könnte er umso mehr sündigen. Aber die Finsternis ist ihm ein großes Hindernis – und zur Hilfe, denn das Licht ist das Gericht, wenn er erst einmal gesündigt hat. Durch das Licht rücken uns die Versuchungen zu Leibe, damit auch die Leiden. Alles Schmutzige will gerne in der Nähe der Reinheit sein. Ich kann nur dunkel über diese Dinge schreiben; aber du verstehst wohl diese dunklen Reden; denn es sind doch Tatsachen im Leben.
Wenn man Sieg in Christus verkündigt, dann verkündigt man Gericht für den, der nicht siegt. Dies wirkt so, dass man auf Abstand geht und denjenigen hasst, der eine solche Rede führt. Diese Rede war es, die die Pharisäer am meisten erzürnte. Dies ist eine harte Rede, sagt man, wer kann sie hören.
So wirkt also das Wort auf alle, die unter dem Gericht sind. Aber je mehr der Leib der Sünde unter Druck kommt, desto größer ist das Verlangen nach Befreiung. Daher sind auch die Versuchungen für eine solche Seele viel größer. All dies müssen wir wissen, um dem Teufel fest im Glauben (im Leiden) widerstehen zu können, dann wird er von uns fliehen. Nach einer kurzen Zeit des Leidens dürfen wir in eine ewige und gewichtige Herrlichkeit eingehen. Christus verherrlichte den Vater hier auf der Erde. Wir verherrlichen Christus und den Vater dadurch, dass wir viel Frucht bringen. Bald ist unser Stundenglas abgelaufen, mögen wir uns deshalb in unserem Herzen vornehmen, ihm wohlgefällig zu sein. Gott gibt mir Gnade und Sieg im Dienst und bei meinen Vorgesetzten. Alles geht so gut. Ich habe Gott darum gebeten, mich mit meinem Dienst zur rechten Zeit einbringen zu können, und das hat er bis jetzt auf verwunderliche Weise getan. Gott ist es, der erhöht und erniedrigt. Daher kann man in Ruhe abwarten, auch wenn es noch so schwarz aussieht.
Es kann sein, dass wir auf dem Rückweg in ca. 14 Tagen in Marviken vorbeikommen. Ich schicke dir ein Bild.
Ich habe ein paar Worte an C. P. Wintersborg geschrieben.
Grüße zuhause und die Geschwister von deinem in Gottes Liebe ruhenden Bruder
JohanDieses spezielle Wort für dich: Joh. 14, 21.
