Gottes Gnade ist jeden Tag neu und in Gottes Erlösung können wir uns immer freuen. Deinen lieben Brief aus Sætersdalen habe ich bekommen und entnehme diesem, dass du nach deinem Sturz vom Fahrrad immer noch schwach bist.
Gottes Gnade ist hier an Bord mächtig bei mir gewesen. Er hat mir in allen Dingen beigestanden, sodass ich ein ruhiges und stilles Leben führen durfte. Die Bücher von J. Penn Lewis, die du mir gabst, habe ich mehrmals gelesen und sie sind ausgezeichnet. Es ist interessant, darin von vielen Dingen zu lesen, die Gott auch uns offenbart hat.
In 2. Kor. 5, 19 steht, dass Gott in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt hat. Dies ist das Wort vom Kreuz, denn am Kreuz hat er die Feindschaft getötet und aus beiden eines gemacht. Also: Gott hat in uns das Wort vom Kreuz niedergelegt, das Wort, das für die Juden ein Ärgernis und für die Griechen eine Torheit ist, aber uns ist es eine Gotteskraft. Also: Gott hat in uns etwas von seiner Kraft (Gottes Kraft) niedergelegt. Er hat uns seinen Heiligen Geist gegeben. In der Kraft eines ewigen Geistes opferte Jesus sich selbst. In der Kraft eines ewigen Geistes können wir uns selbst opfern. Wir sind Glieder seines Leibes und werden in der Kraft eines ewigen Geistes geopfert. Dieses Opfer gefällt Gott und wir haben Zugang durch den Vorhang, das ist sein Fleisch. Denn ein Testament bekommt erst nach dem Tod Gültigkeit, Hebr. 9, 17, weil es niemals Kraft hat, solange der lebt, der es gemacht hat. Aber der, der das Kreuz und den Tod im Leib hervorgebracht hat, der hat auch Leben dort hervorgebracht; denn es heißt, dass jeder, der an Christus glaubt, vom Tod zum Leben gekommen ist. Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Christus Jesus in euch wohnt? Wir sind alle Gottes Kinder durch den Glauben an seinen Namen. Doch Gott hat keine toten Kinder, sondern lebende. Das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Der Sterbensund Leidensprozess, der jetzt im Leib vor sich geht, gehört voll und ganz zum Leib als Leib. Jesus trat die Kelter allein. Jeder muss für sich alleine mit Christus ausleiden. Hier gibt es nur zwei, die Gemeinschaft miteinander haben können – immer die einzelne Seele und Jesus. Ebenso wie es in Jesu Tagen des Fleisches immer Jesus und der Vater (ein ewiger Geist) waren. Weil Jesus nun gelitten hat, bekommt er die Vielen zur Beute. Aber eine Sache ist doch geschehen: Christus (der Mann) hat Vater und Mutter verlassen und ist mit seiner Frau (der Braut), als ein Fleisch mit ihr, vereint worden, denn diese zwei sollen eins sein. Wenn man auf chemischem Weg zwei zu einem vereinen kann, wieviel mehr muss dann nicht Gott aus zweien eins machen können. Eph. 5, 30 ff. All dieses Leiden und dieses Kreuz werden bereits im Leib (Christi Leib) getragen, wo alle Entwicklungsmöglichkeiten gegeben sind und wo die ganze Fülle Gottes verborgen ist, und wo all die Wahrheit, die der Geist in sich trägt, aufbewahrt ist. Daher kann die Welt an diesem Leiden nicht teilhaben, denn wir müssen mit einem Geist getauft sein, um ein Leib zu sein. Der ganze Leib Christi ist in sich selbst tot; doch es gehört zu unserer Ausbildung, dass wir den Weg gehen, wie der Meister ihn ging. Und wir erhalten in der Auferstehung nur den Glanz, den wir durch das Wachstum des Leibes im Herrn erhalten haben. Dadurch, dass wir in Christi Leib sind, sind wir der ersten Auferstehung teilhaftig und dann hat der zweite Tod keine Macht über uns. Und was ist der zweite Tod? Der Tod und die Hölle wurden in den Feuersee geworfen, das ist der zweite Tod. Da wir uns aber nun im Leib befinden und Christus der Erlöser seines Leibes ist, sind wir errettet von dem zweiten Tod, denn der Tod herrscht nicht mehr über uns. Wir sind aus dem Tod in das Leben gekommen, denn wir lieben die Brüder.
Es ist eine gängige Redensart, dass Christus unser Stellvertreter sei. Dies ist nicht ganz korrekt, denn wäre er lediglich unser Stellvertreter, dann könnten wir sein, wie wir waren. Nein, er ist nicht Stellvertreter, sondern er ist „der Weg“, und auf diesem „Weg“ müssen wir selbst gehen, wenn wir vorwärts wollen. Wir werden gewiss erfahren, dass Christus nicht den Weg für uns gegangen ist, damit wir ihn nicht zu gehen brauchen. Dies sind Lehren der Feinde des Kreuzes.
Nun wird es allmählich Herbst. Am 26. des Monats werden wir zum Geschwader stoßen und am 26. September abmustern. Wir liegen nun etwa 5 bis 7 Meilen nördlich von Stavanger vor Anker. Ich glaube kaum, dass etwas aus der Reise nach Kopenhagen wird, denn ich möchte nicht von Plums Geld abhängig sein. Er ist nicht so freigemacht, dass er ein solches Werk wie dieses tun kann, als wenn er es nicht täte.
Herzliche Grüße an euch alle. 1. Thess. 3, 8. Dein Bruder
JohanAdr.: Bergen.
